Tagebuch – 4. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war gut. Ich hatte durchgeschlafen und unfassbar viel geträumt. Darunter war auch ein sehr merkwürdiger Traum, an den ich mich nach dem Aufwachen noch sehr genau erinnern konnte, dessen Inhalte in der Realität so aber niemals passieren werden. Niemals. Das Weckerklingeln riss mich aus diesem Traum heraus. Ich brauchte sogar eine Weile und wesentlich länger als sonst, ehe mein Gehirn verstand, dass es Zeit zum Aufstehen und das Geräusch nicht Teil meines Traums war. Ein wenig gerädert und nicht gut erholt startete ich in den Tag.
Auch bei L ist die Luft raus. Wir quälen uns beide im Moment sehr durch den Arbeits- und Schulalltag. Ich bin sehr froh, dass ich ab morgen meine Arbeitstage bis zum Beginn meines Urlaubs an einer Hand abzählen kann. Ich mag nicht mehr und brauche sehr dringend eine Pause.

Am Morgen fuhr ich ins Büro nach Erfurt. Das dauerte heute ein wenig länger als sonst, da auf meiner ursprünglichen Autobahnverbindung eine Vollsperrung war. Dennoch war auch die zweite Verbindung nach Erfurt angenehm zu fahren. Die Autobahnen war sehr leer. So konnte ich dem zweiundvierzigsten Abenteuer von „Die drei ???“ lauschen. Im Anschluss daran hörte ich in den Soundtrack zur Serie „True Blood“, die ich vor x Jahren bis zur fünften (?) Staffel geschaut hatte, rein. Ich fühlte mich ab Song zwei sehr an eine Fahrt über den Highway in den USA erinnert. Ich bekam direkt Urlaubsfeeling.
Auf der Rückfahrt nach Leipzig fuhr ich wieder über die beiden anderen Autobahnen. Auch hier war kaum Verkehr und ich kam gut vorwärts. Es war aber stellenweise sehr windig. Ein weiteres Hörspiel der drei Detektive begleitete mich während der Fahrt.

Mittags um zwölf sollte das Gespräch mit unserem Schülerpraktikanten und dessen Mutter stattfinden. Sollte. Denn als ich um kurz nach neun Uhr im Büro in Erfurt ankam, waren beide schon da. Da mein erster Termin des Tages erst um zehn Uhr begann, schnappte ich mir meinen Kollegen H und zog das Gespräch vor.
Der arme Junge wurde von seiner Mama angehalten, sich bei uns für sein introvertiertes, stellenweise unhöfliches Verhalten und das viele Zuspätkommen zu entschuldigen. Mit dieser gestern bis zum Umfallen einstudierten Entschuldigung, wie uns die Mama mitteilte, wurden mir eine Orchidee und eine große Box Celebrations, die ich selbstverständlich in die Büroküche zum gemeinsamen Verzehr stellte, überreicht.
Das Gespräch selbst war angenehmer als erwartet. Wir sind nun übereingekommen, dass der Junge noch eine weitere Woche Praktikant bei uns bleibt, sein Praktikum somit nicht schon diesen Freitag endet. Zudem bekommt er eine Aufgabe, der er sich in den kommenden fünf Sommerferienwochen widmen und uns in der letzten Woche der Ferien präsentieren soll. Wirklich Ferien wird der Junge definitiv nicht haben, da er für vier der sechs Ferienwochen einen Ferienjob angenommen hat. Seine Mama zeigte diesbezüglich allerdings kein Mitleid.
Im Verlauf des Tages führten mein Kollege/Freund M und ich die letzten drei Mitarbeitergespräche. Ich glaube, wir waren beide sehr froh, als das letzte Gespräch zu Ende war. Ende des Monats werden wir diese stellenweise komischen Gespräche und noch vieles mehr gemeinsam auswerten.
Die Mitarbeitergespräche liefen überwiegend gut. Mit merkwürdigen Argumenten, weshalb wir nun noch mehr Bruttogehalt als ohnehin schon zahlen sollen, wurden wir jedoch wieder konfrontiert. Ich spürte aber sehr deutlich, dass ich besser mit dieser Thematik umgehen konnte als noch vor ein paar Wochen.
Wie schon vor einer Weile gesagt: Bei uns muss keiner hungern und alle verdienen überdurchschnittlich gut für Thüringer Verhältnisse.


Was heute schön war:

Orchidee.
Auch wenn ich die Entschuldigungsgeschenke ein bisschen too much fand, freute ich mich sehr über die Orchidee. Meine letzte hatte ich viele Jahre lang, bis sie vor einiger Zeit leider einging. Ich bin gespannt, ob die Pflanze den von mir in der Wohnung gewählten Standort mag.

Spontantreffen mit Abendessen.
Auf der Fahrt zurück nach Leipzig rief mich S, die Mama von Ls Schulfreundin L an. Die beiden Mädels wollten sich nicht trennen und so holte S beide Kinder von der Schule ab.
Am Abend stieß ich zu den dreien bzw. vieren. Den Hund Sukhi möchte ich natürlich nicht unterschlagen. Die beiden Mädels waren bei meinem Eintreffen schon ziemlich müde. Vor allem meine L war nöliger und weinerlicher als sonst. Wir gingen trotzdem noch gemeinsam Abendessen. Für mich gab es eine Falafel im Fladenbrot, für L Pommes und Chicken Nuggets.

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