Mit diesem Wochenende startet bereits die zweite Hälfte des Jahres 2023. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! L und ich verbrachten den Samstag und Sonntag wieder in Erfurt, um unter anderem den beiden Prachtrosellas meiner Eltern Gesellschaft zu leisten.
Samstag, 1. Juli 2023
Bis halb vier Uhr morgens schlief ich wunderbar. Aus irgendeinem Grund wurde ich wach und blieb das auch eine Weile. Allzu lange dürfte es dennoch nicht gewesen sein. Ich fand definitiv in den Schlaf zurück und startete „erst“ halb acht richtig in den Tag. L schlief noch eine ganze Stunde länger.
Ich nutzte diese Zeit und plante unsere Irlandreise. L und ich benötigen beispielsweise Gummistiefel. Ich selbst habe überhaupt gar keine und Ls sind mittlerweile zu klein geworden. Ich suchte uns schicke Exemplare heraus, die im Laufe der nächsten Woche und somit rechtzeitig vor Urlaubsantritt ankommen sollen. Den Kindern T und J möchte ich auch eine Kleinigkeit mitbringen. Zudem bietet es sich an, schon Ts Geschenk zu seinem Geburtstag Ende August im Koffer mitzunehmen. Es gab somit gleich morgens viel zu organisieren.
Als ich gegen neun Uhr aufstand, kümmerte ich mich zuerst um die beiden Vögelchen. Ich säuberte den Käfig, bereitete das Futter zu und wechselte das Trink- und Badewasser aus.
Anschließend deckte ich für L und mich den Frühstückstisch. Meine Mama hatte extra für uns Croissants gekauft. Zudem waren noch zwei Pfannkuchen vom Vortag übrig, die ich ebenfalls mit auf den Tisch stellte. Da sich unser Besuch in Erfurt ein bisschen wie Urlaub anfühlte, schauten wir beim Essen ausnahmsweise fern. Das gibt es sonst ja nicht.

Nach dem Duschen machten L und ich uns mit der Straßenbahn auf den Weg zum Petersberg. Dort fand das Petersbergfest statt. Wir schafften es rechtzeitig zur Bühne des Kinderkanals, auf dem der Moderator Juri ein neues Programm im Rahmen der Sendung „Baumhaus“ aufführte – natürlich gemeinsam mit der Fledermaus Fidi. L schaut das hin und wieder ganz gern. Die kleine Show war wirklich wunderbar gemacht und bot meines Erachtens einen richtigen Mehrwert hinsichtlich der Kinderfreundlichkeit dieses Festes.
Nach der Aufführung, bei der es stellenweise richtig stark windete, gingen wir kurz zum Spielplatz. L mag Wind überhaupt nicht und hatte ein wenig Angst. Gerade als wir beschlossen, nach Hause zurückzukehren, entdeckten wir, dass die Verkehrsschule geöffnet hatte. Normalerweise ist diese IMMER geschlossen. Doch im Rahmen des Petersbergfests stand die Polizei auf dem Gelände und hielt für interessierte Kinder jeden Alters einige Fahrräder und Roller bereit. L hatte somit Gelegenheit, dieselben Strecken abzufahren wie ich im Alter von neun Jahren, als ich in der vierten Klasse am Verkehrsunterricht teilnahm und genau dort die Fahrradprüfung ablegte. Ich schwelgte ein paar Minuten in meinen Erinnerungen.










Bevor wir mit der Straßenbahn zurück zur Wohnung meiner Eltern fuhren, holte ich noch etwas Bargeld bei der Sparkasse. In den letzten Monaten kamen immer mehr Ausgaben hinzu, die ausschließlich mit Bargeld beglichen werden können.
Zu Hause angekommen, teilten L und ich uns den letzten Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade. Ich legte mich anschließend hin und hielt Mittagsruhe, während L auf dem iPad etwas gucken durfte.
Überpünktlich trudelten L und ich am Nachmittag bei unseren ehemaligen Vermietern C und A ein. C hatte sogar eine Erdbeertorte gebacken, die wir uns schmecken ließen.
Es windete immer noch ganz schön und L war das Wetter nicht sonderlich geheuer. Wir schauten uns nach dem Vesper unsere ehemalige, mittlerweile vollständig möblierte Wohnung an, die wirklich mega schön geworden ist. Eine Runde durch den Garten mit kleiner Erd-, Him-, Stachel- und Johannisbeerernte drehten wir auch noch, ehe wir L erlösten und in die Wohnung von C und A gingen.
Völlig überrascht war ich, als es plötzlich halb sieben war und C und A fragten, ob wir mit bei ihnen Abendessen wollten. L sagte sofort Ja. So kam es, dass wir uns erst kurz vor halb neun von den beiden verabschiedeten. Auf dem kurzen Weg zum Auto trafen wir noch unseren ehemaligen Nachbarn aus dem Dachgeschoss mit seiner Freundin und unterhielten uns.
Als wir wieder in der Wohnung meiner Eltern ankamen, schauten wir noch eine halbe Stunde fern. In der Zeit kümmerte ich mich nochmals um das Wohl der zwei Prachtrosellas.
L schlief danach ziemlich schnell ein. Ich absolvierte meine Italienischübungen auf Duolingo und folgte ihr kurz nach halb zehn in den Schlaf.
Sonntag, 2. Juli 2023
Ähnlich wie die Nacht zuvor schlief ich bis halb drei Uhr morgens sehr gut. Ich wurde wach, fand aber nach kurzer Zeit zurück in den Schlaf.
L und ich wachten am Morgen kurz nach acht Uhr gemeinsam auf. Ich las noch ein bisschen in meinem aktuellen eBook weiter.
Vor dem Frühstück kümmerte ich mich um die beiden Prachtrosellas meiner Eltern, die übrigens Hänschen und Gretchen heißen.
Während ich danach den Tisch deckte, zog sich L im Schlafzimmer an. Dabei berührte sie mit ihrem Oberteil etwas unglücklich einen Zahn, der bereits seit Monaten heftig wackelt, aber bisher einfach nicht herausfallen wollte. Nun blutete dieser Zahn und lag noch schiefer im Mund als ohnehin schon. Weil L eben meine L ist, hatte sie von diesem Moment an eine weinerlich-nölende Stimmung. So kam es, dass ich mit mir selbst frühstückte. Auch als meine Eltern, mein Bruder und seine J bei uns anriefen, telefonierte ich mit allen alleine. L schniefte und schluchzte zwar lautstark im Hintergrund, wollte zu den vieren aber nichts sagen. Ich musste zwischendurch immer mal wieder das Zimmer wechseln, da ich mich sonst kaum auf die Worte der Anrufer konzentrieren konnte. Noch vor Ende des Telefonats saß sie allerdings am Tisch und aß von ihrem Croissant.
Den Vormittag nutzte ich für den Abschluss des Monats Juni in meinem Terminkalender „Ein guter Plan“. Den Juli im Allgemeinen und die erste Juliwoche bereitete ich ebenfalls vor.
Während ich wenig später unter der Dusche stand, schaffte es L, den Wackelzahn aus dem Mund zu holen. Endlich! Stolz zeigte sie mir ihren herausgefallenen Zahn. Das ist nun bereits der dritte. Eine Zahnlücke hat sie allerdings keine, da der bleibende Zahn schon seit Monaten vollständig zu sehen ist.
Bevor wir am späten Vormittag die Heimreise antraten, pflückten wir auf dem Hof meiner Eltern ein paar Erd-, Him- und Johannisbeeren. Ein Hörspiel hörten wir auf der Rückfahrt nicht. Stattdessen schlief L ein, während ich auf angenehm gefüllten Autobahnen bei starkem Wind nach Markkleeberg fuhr.
Hungrig kamen wir mittags zu Hause an. Ich kochte uns ein kleines Mittagessen, räumte unsere Tasche und die beiden Rucksäcke aus und ruhte mich anschließend ein wenig aus.
Nachmittags fuhren L und ich mit der S-Bahn in die Leipziger Innenstadt. Ziel war das Cinestar. Gemeinsam mit einem halben Dutzend Menschen schauten wir uns den Film „Ruby taucht ab“ an. Der war sehr schön gemacht, auch wenn L die Darstellung der bösen Meerjungfrau ein wenig gruselig fand.

Als ich abends in meinem eBook las, trudelten plötzlich zwei E-Mails meines Stromanbieters ein. Als Angang beigefügt waren die Abrechnungen für den Tag- und den Nachtstrom.
Sehr zu meiner Freude muss ich nur 270 Euro für den Tagstrom nachzahlen. Ich hatte mir vor Kurzem ja einen Betrag von um die 500 Euro errechnet. Für den Nachtstrom hatte ich im vergangenen Jahr tatsächlich viel zu viel gezahlt. Ich erhalte hierfür 856 Euro zurück. Gehofft beziehungsweise errechnet hatte ich mir circa 600 Euro.
Ich freute mich wie ein Schnitzel über diese Mitteilung. Die Thematik beschäftigte mich – so wie viele andere auch – seit Monaten. Ich war bis vor wenigen Tagen fest davon überzeugt, tausende Euro nachzahlen zu müssen. Mit so einer hohen Erstattung hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Jetzt können die Sommerferien kommen.
