Gedanken- und Alltagsschnipsel im Juni

Alltagsschnipsel, Dies & Das

Da ist es wieder: Das Hamsterrad. Und ich stehe mittendrin.
Unbemerkt ließ ich mich in den letzten Wochen und Monaten wieder tiefer in die Probleme der sich verändernden Welt um uns alle herum hineinziehen. Alle wollen wegen der Inflation und gestiegenen Energiekosten immer mehr und mehr. Dieses Gedankengut sprang schnell auf mich über, sodass ich über viele Wochen wie selbstverständlich glaubte, auch mehr zu brauchen: Mehr tolle Urlaubsreisen. Mehr Bruttogehalt. Einfach mehr.
Als mein Kollege/Freund M und ich die zweiten von drei in diesem Jahr stattfindenden Mitarbeitergespräche führten, spürte ich es vom einen auf den anderen Moment plötzlich ganz deutlich: Ich möchte wieder aussteigen. Aus dem Hamsterrad. Ich will wieder fokussierter dem minimalistischen Weg folgen.

Ich bin definitiv ein glücklicher und zufriedener Mensch. Ich habe alles, was ich brauche. Ich habe alles, was ich für L brauche. Uns geht es finanziell sehr gut.
Nahezu jede Kollegin und jeder Kollege erhält ein deutlich höheres Bruttogehalt als ich. Na und?! Ob sie deshalb glücklicher und zufriedener sind, wage ich zu behaupten. Ich erhalte ein gutes Gehalt und obendrauf noch zig wunderbare Benefits, die ich an keinem Tag im Jahr mehr missen möchte. Ich bin sehr dankbar dafür.

Für eine vor drei Jahren von jetzt auf gleich alleinerziehend gewordene Frau verdiene ich mit Sicherheit überdurchschnittlich gut. L und ich leben nicht in Armut. Ich zähle mich selbst zur mittleren Mittelschicht. Als M noch lebte, gehörten wir zur oberen Mittelschicht.
L und ich können uns alles leisten, was wirklich absolut notwendig ist. Ich bin in der Lage, L mehrmals im Monat kleinere Aufmerksamkeiten außer der Reihe zu kaufen. Eine sehr gute und strenge Finanzplanung meinerseits vorausgesetzt, können wir mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren. Da wir lediglich eine Unterkunft brauchen und auf sonstigen luxuriösen Schnickschnack verzichten, fanden wir bisher immer eine preiswerte Bleibe. Ich bin in der Lage, monatlich etwas Geld auf das Sparbuch und in Ls und meinen eigenen Fond zu legen. Uns steht zudem jeden Monat ein gutes Taschengeld nach Abzug ALLER Verbindlichkeiten zur Verfügung, das wir für Freizeitaktivitäten verballern können.

Für mich ist es wieder höchste Zeit, minimalistischer zu denken und zu leben. Ich habe alles. Ich brauche nichts. Ich will mit der Habgier meiner Mitmenschen nichts mehr zu tun haben. Ich will keine vor Neid zerfressene Frau sein und werden. Amen.

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