Ein Wochenende im Juni

Alltagsschnipsel

Dieses Wochenende verbrachten L und ich in Erfurt. Wir quartierten uns für zwei Nächte bei meinen Eltern ein.


Samstag, 24. Juni 2023


Am Freitagabend fielen mir während meiner Französisch-Übungen in der Duolingo-App die Augen zu. Es war zwar erst halb zehn, aber ich gab dem Verlangen meines Körpers nach Schlaf nach. Zu kurz und wenig erholsam waren einfach die vorherigen Nächte.

Ich wachte am Samstagmorgen nach einer ruhigen und störungsfreien Nacht gegen halb sieben auf. Draußen schien bereits die Sonne. Ich versuchte, noch mal einzuschlafen. Als mir das nicht gelang, nutzte ich die freie Zeit zum Lesen in meinem aktuellen Buch. Mit kurzem Blick auf die Fitbit-Uhr stellte ich fest, dass ich endlich wieder meine üblichen eineinhalb Stunden Tiefschlaf hatte. Das stimmte mich zufrieden.

Als L schließlich als Letzte von uns vieren kurz nach neun Uhr aufwachte, gab es leckeres Frühstück. Mir schmeckt das Essen immer gleich doppelt so gut, wenn ich den Tisch nicht selbst decken muss.
Nach dem Frühstück, bei dem auch mein heiß geliebter Schokocappuccino nicht fehlen durfte, ging ich unter die Dusche. Danach begleiteten L und ich meine Eltern in den zum Wohnhaus gehörenden Hof. Wir ernteten erste Himbeeren und Walderdbeeren. Großartig gießen mussten wir die vielen Pflanzen nicht, hatte es am Vortag doch nahezu ununterbrochen durchgeregnet.

Am späten Vormittag fuhren wir mit der Straßenbahn zum Egapark. Wir ließen L auf den schönen Spielplätzen spielen, bestaunten die bunten Blumen, tranken ein Getränk und aßen ein Eis.
Seit ein paar Tagen ist L ziemlich nölig und weinerlich. So hatte sie auch während unseres Aufenthalts in Erfurts Garten- und Freizeitpark immer mal wieder ein paar Minuten, in denen sie nicht mit uns sprach und vergnatzt in irgendeiner Ecke hockte. Was genau ihr Problem war, konnte sie weniger später nicht benennen.


Wieder zu Hause angekommen, gab es Mittagessen. Ich legte mich anschließend schlafen, während L ein wenig fernsehen durfte. Eine Stunde hielt ich Mittagsschlaf. Das war ein willkommener und seltener Luxus.

Weil es lange nichts zu essen gab, verputzten wir nachmittags ein Stück des leckeren Erdbeerkuchens, den meine Mama extra anlässlich meines Geburtstags für mich gebacken hatte.


Am späten Nachmittag machte ich mich auf den Weg zu meiner Grundschul-/Orchesterfreundin J, um gemeinsam mit ihr ihren fünfunddreißigsten Geburtstag zu feiern. Ich brachte ihr einen bunten Blumenstrauß und eine selbst gestaltete Geburtstagskarte mit. (Sie wollte keine Geschenke haben.)
Sehr zu meiner Freude war auch mein Grundschul-/Orchtesterfreund B eingeladen. Er brachte seine Freundin mit, die ich bisher nur einmal kurz gesehen hatte, obwohl die beiden schon sieben Jahre zusammen sind. Von den beiden bekam ich nachträglich zum Geburtstag einen schönen Blumenstrauß geschenkt.
J hatte eine Mojito-Bowle angesetzt, die unfassbar lecker war. Ein Glas trank ich, denn ich war mit dem Auto gekommen. Ihr Mann N verwöhnte uns Gäste mit seinen selbst gekochten Speisen. Es gab eine thailändische Suppe und zwei unglaublich leckere Hauptgerichte.
Bevor ich die kleine Feier (schon) gegen 21 Uhr verlassen musste, bekam ich noch eine Führung durch das Haus, in dem J und N seit einem Jahr mit ihren drei Frettchen leben.

Wieder in der Wohnung meiner Eltern angekommen, erwartete mich eine traurige L. Sie hatte offenbar Angst, ich käme nicht rechtzeitig nach Hause, um mit ihr gemeinsam schlafen zu gehen. Ich quatschte kurz mit meinen Eltern und kuschelte mich wenig später mit L unter die Bettdecke. Nach meinen Sprachübungen schlief ich schnell ein.


Sonntag, 25. Juni 2023


Gemeinsam mit L wachte ich heute kurz vor acht Uhr auf.
Ich hatte wieder herrlich geschlafen und zwei wilde Träume gehabt. In einem musste ich einer mir unbekannten Frau dabei helfen, knifflige Rätsel zu lösen, um dadurch gefangen gehaltene Kinder vor wem auch immer zu retten. Auf uns geschossen wurde hin und wieder auch.

Bevor es leckeres Frühstück gab, las ich noch ein paar Seiten in meinem Buch und ging duschen. Nach dem Essen packte ich schon mal unsere Tasche und räumte die Sachen, die wir mit zurücknehmen wollten, zusammen.

Während meine Eltern am Erfurter Hauptbahnhof einige Besorgungen zu erledigen hatten, gingen L und ich auf den schönen neuen Spielplatz in der Nähe der Wohnung. Dort blieben wir eine ganze Weile. L balancierte, übte Handstand und Rad, rutschte und spielte. Ich las und machte zwischendurch einige Wiederholungen von zwei Armübungen.


Mittags kehrten wir in die Wohnung meiner Eltern zurück. L schrieb drei Zeilen mit Buchstaben in ihrem Schreiblernheft, während ich in meinem Buch weiterlas und ein Sudoku-Rätsel löste.

Nach dem Mittagessen schlief ich eine halbe Stunde. (An diesem Wochenende bekam ich wirklich einiges an Schlaf ab.)
Gegen 15 Uhr brachen L und ich schließlich auf. Wir fuhren zuerst zum Friedhof, um meinen verstorbenen Mann und Ls Papa zu besuchen. Ich hatte zudem Friedhofsdienst und wollte schauen, ob alle Blumen und Pflanzen noch ausreichend Wasser hatten. Auf dem Weg zum Grab bekamen L und ich sogar ein Eichhörnchen zu sehen.


Die Rückfahrt nach Markkleeberg war im Gegensatz zu Freitag sehr angenehm. Die Sonne schien und wir kamen entspannt und stressfrei vorwärts. Wir hörten auf der Fahrt ein Conni-Hörspiel. Weil L immer noch großen Hunger hatte, obwohl sie die ganze Fahrt über schon viel gefuttert hatte, hielt ich noch bei einer Burger King Filiale.

Kurz nach halb sechs waren wir in unserer Wohnung in Markkleeberg. Ich räumte unsere Tasche und die Beutel aus. Nachdem Ls Ranzen gepackt war, spielte sie noch mit ihren Puppen, während ich ein paar Einträge in meinem Terminkalender „Ein guter Plan“ nachholte.

Den restlichen Abend werde ich in meinem Buch weiterlesen. Vor dem Einschlafen warten noch meine Französisch-Übungen auf mich.

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