Ich schlief in der Nacht sehr gut, träumte schon wieder unfassbar viel und wachte heute Morgen vier Minuten vor dem Klingeln des Weckers auf. Sogar L ließ sich kurz darauf für ihre Verhältnisse schnell wecken, sodass wir wenig später pünktlich unsere Wohnung in Richtung Schule verlassen konnten.
Der heutige Arbeitstag bereitete mir wieder einiges an Kopfzerbrechen und gegen Mittag auch unangenehme Gefühle. Mit einer Kollegin führten M und ich ein Fortsetzungsgespräch zum Thema Gehaltserhöhung. Wir kamen mit ihr tatsächlich auf keinen gemeinsamen Nenner.
Ich halte mich für einen sehr verständnisvollen und emphatischen Menschen, aber in diesem Punkt kann ich meine Kollegin einfach überhaupt nicht verstehen. Sie erhielt zum 1. Januar diesen Jahres (wie alle anderen auch) ein um zweihundert Euro höheres Bruttogehalt. Nun wollten wir ihr weitere mehrere hundert Euro oben drauf legen. Das ist ihr aber zu wenig. Sie bat um Bedenkzeit. Ich bin sehr gespannt, wie diese Thematik nun weitergeht.
Ein wenig angefressen recherchierte ich im Anschluss an das Gespräch nach den Durchschnittsgehältern in Erfurt für ihre beiden Rollen, die sie in unserer Firma ausübt. Das half mir tatsächlich sehr, da wirklich ausnahmslos jede*r überdurchschnittlich gut bei uns verdient. Ich weiß nicht, auf welchem Tripp unsere Kollegin aktuell unterwegs ist.
Am Abend fühlte ich mich sehr müde und erschöpft. Zum Glück nähert sich die Urlaubszeit.
Was heute schön war:
Spaziergänge.
Wie gestern auch lief ich am Morgen und am Nachmittag eine Runde durch die in der Nähe von Ls Schule befindliche Kleingartenanlage. Das waren zwar nur jeweils zehn Minuten Bewegung, taten mir aber gut.
Am Nachmittag sah ich einen Landschaftsgärtner weinend auf einer Treppe sitzen. Der Rasenmäher lag ein paar Meter weiter im Gras. Das verunsicherte mich sehr. Da ich allerdings weder Blut noch abgetrennte Gliedmaßen noch beides sah, sprach ich ihn nicht an. Ich zweifelte aber mit jedem Schritt, den ich mich von dem Mann entfernte, daran, richtig gehandelt zu haben.
Saxophon spielen.
Zwanzig Minuten meiner Mittagspause nutzte ich zum Üben des Stücks, das ich auf der Hochzeit meines Bruders und J spielen werde. Mittlerweile bin ich mit dem Ablauf sehr zufrieden. Nun werde ich die nächsten Monate nutzen, um mehr Dynamik und Spannung mit einfließen zu lassen.
Während des Spielens kam mir der Gedanke, in einer Gartenlaube oder im Freien lauter als Zimmerlautstärke spielen zu können. Sofort schrieb ich S, der Mama von Ls Schulfreundin L, eine Nachricht. Sie fand meinen Vorschlag, in ihrem Garten ab und an zu üben, während die Mädels spielen und sie Gartenarbeit verrichtet, sehr gut. Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar ich ihr für diese Möglichkeit bin.
