Hanamifest

Alltagsschnipsel

Ich schlief in dieser Nacht wunderbar, träumte viel und wachte erholt um halb acht am Morgen auf. L schlief noch eine halbe Stunde länger und hatte beim Aufwachen sehr gute Laune. Wir blieben noch bis kurz vor um neun gemütlich im Bett liegen, ehe es Zeit wurde, das Frühstück vorzubereiten.

Während sich L bereits anzog und Zähne putzte, erfüllte ich ihre Frühstückswünsche. Sie aß kurz darauf ein Brötchen mit Margarine. Auf die eine Hälfte kam Sauerkirsch-, auf die andere Heidelbeermarmelade. Ich aß zwei kleine herzhaft belegte Brotscheiben und trank meinen Schokocappuccino.

Nach dem Frühstück widmete ich mich meinem Terminkalender „Ein guter Plan“. Ich schloss darin bereits den Monat April ab und bereitete den Mai im Allgemeinen und die erste Woche im Speziellen vor.

Dann wurde es Zeit, das Picknick für das Hanamifest am Nachmittag vorzubereiten. Ich räumte zunächst das saubere Geschirr aus der Geschirrspülmaschine aus und anschließend das schmutzige Geschirr wieder ein. Während ich Teewasser für die Autofahrt und die Thermoskanne aufsetzte, machte ich ein paar Liegestütze und Kniebeuge. Um mir Arbeit zu erleichtern, kaufte ich dieses Mal einen Großteil des Picknicks ein. Das Auge isst bekanntlich mit, weshalb ich die selbst gekauften Lebensmittel in ansprechend aussehende Schüsseln und (Brot-)Dosen umfüllte. Einzig Kappa Maki Sushi, das L am allerliebsten isst, bereitete ich selbst zu. Gegen elf Uhr war alles für unsere Abfahrt bereit: Picknickdecke, Campingtisch und Campingstuhl, Springseile, Ball, Wurfscheibe, (Regen-)Jacken, Pullover, Matschhose, ein schwerer Beutel voller Getränke und eine Stiege mit Campinggeschirr, Campingbesteck und zahlreichen Lebensmitteln.

Ich versuchte vergebens, ein wenig Mittagsschlaf zu halten, war aber offenbar nicht müde genug. Ich nutzte die freie Zeit deshalb für ein Bad in der Badewanne.

Kurz nach halb eins fuhr ich das Auto direkt vor unser Haus, trug unser Gepäck nach unten und belud den Kofferraum. Gegen 13 Uhr machten L und ich uns auf den Weg nach Erfurt. Das Hanamifest fand in diesem Jahr auf der Schwedenschanze statt. Die Autobahnen waren nahezu leer. Wir kamen sehr gut voran. Wir hörten ein Hörspiel von „Die Schule der magischen Tiere“.

Nur wenige Minuten nach halb drei parkten wir das Auto auf der Schwedenschanze. Meine ehemalige Kollegin A kam etwa fünf Minuten später mit ihrer Familie an. Gemeinsam suchten wir uns einen hübschen Fleck auf der Kirschplantage, um unser Picknick aufzubauen. Nach und nach stießen immer mehr Leute dazu. Ich glaube, ich hatte jede Einzelne und jeden Einzelnen bereits im letzten Jahr zum Hanamifest schon einmal getroffen. Der Picknicktisch war reichlich gefüllt mit unglaublich viel Sushi, vier Salaten, Muffins, Kuchen, Süßigkeiten, Weintrauben-Käse(-Wurst)-Spießen, Obst … Ich behaupte, es war für jeden Geschmack etwas dabei. Für die Kurzweile war mit Pfeil und Bogen, LARP-Schwertern, Bällen … ebenfalls gesorgt. L hielt mich die Zeit unseres Aufenthalts über ganz schön auf Trab. Wir spielten sehr viel mit der Wurfscheibe, zwischendurch Ball und probierten Pfeil und Bogen aus. Auch mit den Schwertern kämpften wir gegeneinander. Hin und wieder konnte ich ein paar Sätze mit A und den anderen wechseln.


Halb sieben herrschte Aufbruchsstimmung. Das kam mir sehr gelegen, wollte ich ohnehin spätestens 19 Uhr die Rückfahrt antreten. Ich fahre nicht gern im Dunkeln und hatte mir im Vorfeld angeschaut, wann die Sonne untergehen wird. Auf der Heimfahrt waren die Autobahnen noch leerer. Wir hörten wieder ein Hörspiel von „Die Schule der magischen Tiere“. Ich merkte trotz starker Bewölkung während des gesamten Hanamifests mein erhitztes und leicht brennendes Gesicht. Die Sonne hatte somit doch ihre Spuren hinterlassen.

Als L und ich um halb neun am Abend wieder zu Hause waren, räumten wir nur die Lebensmittel und Kleidung in die Wohnung und fielen wenig später erschöpft, aber glücklich ins Bett. Wir freuen uns auf das nächste Hanamifest.

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