Die Nacht war sehr gut. Ich bekam genug Schlaf und wachte heute Morgen fit und motiviert für den Tag auf.
Seit dem Wochenende leide ich ein kleines bisschen unter Vergesslichkeit. Das hatte ich vor einigen Jahren kurz vor und auch nach Ms Tod schon einmal. Diesmal äußert es sich zum Beispiel darin, dass ich mich nicht daran erinnern kann, ob ich jemandem auf eine Nachricht geantwortet habe oder was ich gerade aus dem Nebenraum holen wollte. Ich stelle zudem auch fest, dass es sinnvoll wäre, beim Vorwärtsfahren mit dem Auto vom Rückwärts- in den Drive-Gang zu schalten … Bisher ist glücklicherweise nichts passiert. Ich freue mich schon auf das verlängerte Wochenende, denn mein Kopf braucht offenbar dringend eine Pause.
Heute war wieder ein Bürotag. Ich fuhr am Morgen alleine mit dem Auto nach Erfurt und am Nachmittag auch alleine wieder zurück nach Leipzig. Die beiden längeren Fahrten nutzte ich zum Singen und Nachdenken. Unangenehm aufgefallen sind mir vor allen Dingen Autofahrer aus Halle, Apolda und dem Kyffhäuserkreis, die mit ihrer Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer in unnötige Gefahr brachten. Ansonsten waren die Autobahnen frei und ich kam gut voran.
Nur eine Stunde nach meiner Ankunft im Büro erhielt ich einen Anruf der Schule. Das ist ja mein persönliches Horrorszenario: L in Leipzig, ich in Erfurt. Mir wurde mitgeteilt, L sei mit einer Mitschülerin zusammengestoßen und könnte bei Abholung am Nachmittag eventuell ein Veilchen haben. Sofort abgeholt werden musste sie zum Glück nicht. Puh. Als ich am späten Nachmittag in der Schule ankam, war alles halb so wild. L ging es gut und unterhalb des Auges war nur ein kleines blaues Fleck erkennbar.
Mein Arbeitstag selbst bestand aus vielen Terminen, darunter einem Daily in meinem Projekt, das ich als Scrum Master betreue, einem Mitarbeitergespräch, dem Management Weekly und der Runde zwei des Bewerbungsgesprächs von letzter Woche. Die Kandidatin hinterließ wirklich einen sehr guten Eindruck bei M und mir, gab mir aber eine verbale Ohrfeige mit ihrer Gehaltsforderung für eine 30-Stunden-Woche. Durch die Veränderungen in der Welt da draußen ist mir natürlich klar, dass wir unsere aktuellen Einstiegsgehälter anpassen müssen, allerdings befinden wir uns immer noch im Bundesland Thüringen und nicht in Hamburg, Berlin oder München. Wir können solchen horrenden Forderungen nicht nachkommen, so gern wir das auch manchmal möchten. Das fühlt sich nicht schön an. Ich bin gespannt, ob wir mit ihr zusammenkommen werden.
Was heute schön war:
Anruf für L.
Ls Kindergartenfreund K hatte große Sehnsucht nach seiner L. Deshalb rief er uns am Abend über das Telefon seines Papas an und quatschte ein bisschen mit ihr. Das war unfassbar süß. Wir erhielten auch direkt eine Einladung für seine Schuleinführung und seinen Geburtstag. Beides wird jeweils im August sein.
