Geschlafen hatte ich in dieser Nacht an und für sich gut. Allerdings war es gestern eindeutig zu spät für mich, erst 23 Uhr das Licht auszumachen. Aufgewacht bin ich bereits kurz vor sieben Uhr. Ich fühlte mich zwar nicht gerädert, merkte aber schon, dass mir etwas Schlaf fehlte. Da ich heute von zu Hause aus arbeitete, hatte ich noch ein wenig Zeit, im Internet zu surfen und meine Duolingo-Übungen in Schwedisch zu absolvieren. Ich brauchte somit nicht sofort aufstehen.
Es fiel mir schwer, in die Arbeitswoche zu starten. Richtig Lust hatte ich nicht. Zudem wuselte L zu Hause herum, sodass sich auch kein richtiges Arbeitsfeeling einstellen wollte. Ich arbeitete nach dem Lustprinzip und suchte mir eine Aufgabe heraus, die wichtig war und auf die ich auch Lust hatte. Ich musste ohnehin die Meldung an unsere Lohnbuchhalterin für unsere April-Gehälter machen, also blieb ich gleich bei der Umstrukturierung unserer Personalakten hängen. Die Daten pflegte ich in das neue Tool Personio ein und änderte sie auch bei mir in der elektronischen Ablage. In Papierform werde ich die Unterlagen im Laufe der nächsten Wochen ebenfalls umändern müssen.
Was ist schlimmer als mit einem kranken Kind im Homeoffice zu sein? Richtig! Mit einem allmählich wieder gesund werdenden Kind im Homeoffice zu arbeiten.
Uhhhh. Heute gab es richtig Knatsch. Gestern tanzte mir L schon ein wenig auf der Nase herum und wurde frech. Doch heute trieb sie es auf die Spitze. Da mir kalt war und ich mich ohnehin frisch machen wollte, ging ich in meiner Mittagspause kurz in die Badewanne. Diesen Umstand nutzte sie, um ihre schlechte Laune oder Langeweile oder beides an mir auszulassen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was der Auslöser war, jedenfalls zog sie sich ihre Stiefel und Jacke an und verließ die Wohnung. Sie kündigte zuvor an wegzugehen. In der Badewanne liegend, konnte ich so schnell gar nicht reagieren. Dass sie nur so tat und im Treppenhaus kurz auf und ab lief, war mir von vornherein klar, deshalb verfiel ich auch nicht in Panik. Wer L kennt, weiß zudem wie unfassbar anhänglich sie ist. Sie würde mich im Moment nie verlassen. Dennoch sagte ich ihr später, wie bescheiden ich diese Aktion fand und dass sie mir damit sehr wehgetan hatte. Dieses Beispiel ist nur eines von vielen.
Dummerweise fühlte ich mich danach mal wieder wie die schlechteste Mama aller Zeiten. Es kamen erneut die Gedanken in mir auf, alles falsch zu machen. Es fällt mir sehr schwer, mich von solchen Gedanken nicht herunterziehen zu lassen, denn schließlich bin nicht nur allein ich für Ls Entwicklung zuständig. Die Gesellschaft in Form von Familie, Schule, Freunden und Freundinnen etc. leistet neben mir auch ihren Beitrag. Aber trotzdem … im Kern mache ich viel falsch. Dabei gebe ich mir echt große Mühe.
Was heute schön war:
Einkaufsbummel.
Am Nachmittag legte ich nochmals eine Arbeitspause ein. L und ich gingen an die frische Luft, bummelten ein wenig durch unser kleines Städtchen Markkleeberg und fuhren mit dem Auto zum Moritz Hof nach Lößnig. L wollte unbedingt ihr Taschengeld unters Volk bringen. Ich kaufte uns Band 12 der Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“, für L einen Gürtel, für mich ein paar lustige Socken und eine Schlumperhose. (Die letzten beiden Artikel waren Impulskäufe. Ich brauche aktuell weder eine gemütliche Hose noch ein paar Socken.)

