Durch die Zeitumstellung bin ich abends kaum müde und gehe dementsprechend über eine Stunde später als zur Winterzeit schlafen. Ungünstig ist hierbei nur, dass der Wecker morgens trotzdem zur selben Zeit klingelt. Ls Körper hat sich ebenfalls noch nicht auf die neue Zeit eingelassen.
Unsere Nacht war gut. L hat weder gehustet noch geschnarcht. Ich hatte in den frühen Morgenstunden einen lustigen Traum von Herrn E, meinem ehemaligen Chef während meiner Ausbildungszeit zur Rechtsanwaltsfachangestellten. (Herr E ist leider schon vor vielen Jahren in seinen Fünfzigern gestorben.) Beim Aufwachen fiel mir sofort ein, dass heute Herr Es Geburtstag wäre. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie viel wir Menschen in unseren Träumen verarbeiten.
Als L in der Schule war, fuhr ich mit dem Auto in die Nähe einer Sparkassenfiliale, um Bargeld abzuheben. Den Weg vom geparkten Auto bis zur Filiale und zurück nutzte ich für meinen morgendlichen Spaziergang. Dabei entdeckte ich eine wunderschöne Kirche, die mir bis vorhin völlig unbekannt war. Egal wohin ich in Markkleeberg mit dem Auto fahre, ich finde immer einen kostenlosen Parkplatz. Das mag ich wirklich sehr und macht mir die Kleinstadt noch liebeswerter.

Am frühen Abend fand Ls Auswertungsgespräch bei der Kinderpsychologin statt. L und ich waren keine zehn Minuten bei der Ärztin im Zimmer. Uns wurde mitgegeben, dass die Praxis uns in Zukunft jederzeit für Beratungen zur Seite steht. Uns wurde jedoch sehr ans Herz gelegt, uns mit der Wolfsträne, einem Verein, der Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleitet, in Verbindung zu setzen. Das werde ich nun auch zeitnah tun. Ich bin irgendwie erleichtert, dass L momentan kein Fall für eine dauerhafte psychologische Betreuung darstellt.
Was heute schön war:
Geschirrspüler.
Vormittags wurde der für mich neue (gebrauchte) Geschirrspüler geliefert und angeschlossen. Hierbei konnte ich den beiden Männern sogar behilflich sein, indem ich mit meiner wesentlich kleineren Hand und dem viel schmaleren Handgelenk die Schläuche zugreifen bekam, die sich hinter den Unterschränken befanden und zwingend erforderlich sind, um den Geschirrspüler zum Laufen zu bringen. Hätte auch ich das nicht geschafft, hätten sie an einem Unterschrank herumsägen müssen.
Ich bin sehr glücklich, dass mir so schnell ein Ersatzgerät organisiert werden konnte. Der Abwasch für wenige Tage war okay, aber dauerhaft möchte ich meine Zeit am Abend nicht damit verbringen müssen.
Massage.
Bevor ich L aus der Schule abholte und mit ihr zur Therapiepraxis fuhr, ließ ich mir eine halbe Stunde lang sämtliche Verspannungen im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich heraus massieren. Heute und auch schon das letzte Mal massierte mich die Inhaberin wieder persönlich. Die beiden jungen Frauen habe ich seitdem nicht wieder gesehen. Ich bin gespannt, ob sie irgendwann noch mal auftauchen werden.
