Gedanken- und Alltagsschnipsel im März

Alltagsschnipsel, Dies & Das

Seit November 2020 lerne ich über die Duolingo App Fremdsprachen. Begonnen hatte ich mit Englisch und Französisch, da dies meine beiden Fremdsprachen zu Schulzeiten waren. Nach ein paar Monaten fügte ich Italienisch hinzu, weil ich Italien liebe, und Anfang 2022 schließlich auch Schwedisch, da ein Urlaub in Schweden bevorstand. Jede Woche wechsle ich die Sprache. Pro Jahr lerne ich somit dreizehn Wochen eine der vier genannten Sprachen. Das macht mir nach wie vor großen Spaß.

Weniger Freude bereiten mir im Moment die Konkurrenzkämpfe in Form von Turnieren und Ranglisten. Ich fühle mich dadurch unter Druck gesetzt, obwohl ich täglich viel Zeit investiere.

Mitte März hatte ich beschlossen, die anderen Mitlernenden auszublenden und mich nur um mich und meinen Fortschritt zu kümmern. Ich lasse Ranglisten nun Ranglisten und Turniere Turniere sein. Das hat den Vorteil, dass ich wieder mit neuen Übungen und Vokabeln vorankomme. Die sind nämlich nicht so hoch bepunktet wie Wiederholungsaufgaben und wurden von mir in der letzten Zeit oft sehr vernachlässigt. Diese kleine Veränderung fühlt sich für mich richtig und sehr gut an.


***


Ein berechtigter Kommentar unter einem Tagebucheintrag der letzten Woche beschäftigt mich nach wie vor sehr. Ich merke, wie ich mich seitdem für alles, was ich tue, anderen gegenüber rechtfertige.

In Ls Klasse hat es sich bei einigen Eltern etabliert, Geschenktütchen und Kuchen zum Geburtstag der Kinder mitzugeben. Mir gefiel die Idee sofort. Ich gebe und beschenke andere sehr gern. Bevor ich Geld für mich ausgebe, mache ich lieber meinen Mitmenschen eine Freude. Mir ist durchaus bewusst, dass viele Menschen es mir gern gleichtun würden, es sich finanziell aber nicht leisten können. Gerade dieser Aspekt ist mir durch den Kommentar wieder stark ins Gedächtnis gerufen worden. Ich spüre seitdem sehr deutlich Dankbarkeit. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass L und ich ein Leben fernab großer finanzieller Sorgen führen dürfen. Dennoch gibt es auch bei uns Monate, in denen es nicht immer leicht ist.

L und mich würde ich zur mittleren Mittelschicht unserer Gesellschaft zählen. Uns geht es gut. Wir kommen finanziell (Dank einer strengen Finanzplanung) gut über die Runden, können uns hin und wieder kleine Extras und (ebenfalls mit einer strengen Finanzplanung) Urlaube leisten, sparen monatlich kleine Beträge fürs Alter in Fonds und legen etwas Geld aufs Sparbuch für Betriebskostennachzahlungen, Reparaturkosten etc. Auch sonst fehlt es uns an nichts Wichtigem.

Wenn ich mich in meinem Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis umschaue, würde ich einschätzen, dass ich seit meiner Geburt lediglich Menschen kenne, die zur unteren Mittelschicht bis hin zur mittleren Oberschicht gehören. Ich habe viel darüber nachgedacht und bin mir mittlerweile sehr sicher, dass ich tatsächlich keinen einzigen Menschen kenne, die oder der zur Unterschicht zählt. Ich merke, dass es den Menschen in der unteren Mittelschicht oft schwerfällt, mit dem vorhandenen Geld gut über die Runden zu kommen. Wie unfassbar schwer muss es dann nur für die Menschen sein, die noch weniger Geld im Monat zur Verfügung haben?! Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb diese Menschen von unserer Regierung vergessen werden.

Hinterlasse einen Kommentar