Ein wunderbares, warmes und ereignisreiches erstes Frühlingswochenende in diesem Jahr liegt hinter L und mir. Meinetwegen dürfen die Temperaturen ab sofort gerne im zweistelligen Bereich bleiben. Und gegen Sonnenschein habe ich ohnehin nichts einzuwenden.
Samstag, 18. März 2023
Am Freitagabend war ich bereits kurz nach 21 Uhr so unfassbar müde, dass ich meine Augen nicht mehr offenhalten konnte und nur wenige Minuten nach L tief und fest einschlief.
Am Morgen erwachte L bereits zehn Minuten vor sieben Uhr. Och nööö, dachte ich mir. Ich hatte zwar sehr gut geschlafen und dabei viel geträumt, war aber immer noch etwas müde. L machte mir aber unmissverständlich klar, dass die Nacht nun vorbei ist.
Vor dem Aufstehen übte ich eine halbe Stunde Schwedisch mithilfe der Duolingo App und verbesserte meine Position in der Rangliste um fünf Plätze nach oben. Drei Kreuze mache ich Sonntagabend um 21 Uhr dennoch, wenn der alle paar Wochen stattfindende Wettbewerb wieder vorbei ist und ich in meinem normalen Tempo weiterlernen kann. Ich mag diese Konkurrenzkämpfe überhaupt nicht.
L und ich frühstückten gegen acht Uhr bei einem Conni-Hörspiel.
Nach dem Essen spielte L, während ich unsere Wohnung säuberte. Zunächst bezog ich unser Bett für meine Eltern, die eine Nacht bei uns schlafen werden. Anschließend ließ ich den Staubsaugerroboter Miro durch das Zimmer fahren. Währenddessen legte ich trockene Wäsche zusammen und stellte die Waschmaschine an. Ls Kinderzimmer, in dem L und ich in der kommenden Nacht schlafen werden, räumte ich auf. Miro fuhr wenig später in der Küche, in unserer kleinen Abstellkammer und im Bad herum. Ich putzte unsere Arbeitsplatte in der Küche und räumte in dieser noch ein wenig um, ehe ich mich der Säuberung des Badezimmers widmete. Nach dem Aufhängen der Wäsche war ich mit dem Hausputz fertig. Fertig im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne Miro hätte ich die Wohnung in so kurzer Zeit nicht vorzeigbar herrichten können.
Ich duschte, machte mich im Badezimmer ausgehfein zurecht und stritt mich nebenbei mit einer auf Krawall gebürsteten L, die absichtlich den Spiegel im Badezimmer vollspritzte, den ich erst geputzt hatte, obwohl ich sie eine Sekunde zuvor bat, bitte aufzupassen.
Mit dieser aufgeheizten Stimmung liefen wir 11 Uhr los zur S-Bahn-Haltestelle. Auf dem Weg dorthin bewunderte ich die Blumenpracht. Wir fuhren in einer nahezu leeren S-Bahn zum Leipziger Hauptbahnhof, kauften Brötchen und Croissants für das Frühstück am Sonntag ein und stellten uns an ein leeres Gleis, auf dem wenige Minuten später meine Eltern in der Regionalbahn ankamen.

Gemeinsam liefen wir bei herrlichstem Sonnenschein die Nikolaistraße entlang und kehrten in einem italienischen Restaurant ein, um eine Kleinigkeit zum Mittag zu essen. Zum Nachtisch holten L und ich uns jede noch eine Kugel Eis auf die Hand. Eine Kugel Eis kostet in dieser Saison offenbar 1,80 Euro … Einfach nicht darüber nachdenken.

Wir fuhren mit der S-Bahn zurück nach Markkleeberg. Meine Eltern konnten in unserer Wohnung erst mal ihr Gepäck abstellen, sich umziehen und frischmachen. In der Küche sitzend – für mich im wärmenden Sonnenschein, der durch das Dachfenster kam – unterhielten wir uns lange. L durfte zwischendrin eine Stunde ihre Kindervideos auf Youtube schauen.
Am Nachmittag spazierten wir gemeinsam hinter das Haus. Dort befindet sich nämlich eine Kleingartenanlage, deren Gärten wir uns anschauen und nebenbei träumen wollten. Es war mittlerweile so warm, dass wir unsere Jacken ausziehen konnten. Überall zwitscherten die Vögel, die Frühblüher zeigten sich von ihrer schönsten Seite und die Luft roch nach Frühling.
Nach unserem Spaziergang fuhren wir mit dem Auto zum Markkleeberger See, der heute ganz ruhig lag. L durfte sich noch eine Weile auf dem Spielplatz austoben, ehe wir in ein gehobenes italienisches Restaurant einkehrten. Ich trank zweieinhalb Gläser von drei unterschiedlichen hausgemachten Limonaden und genoss Gnocchi mit Spinat, Tomaten und Tofuspießen.



Gegen halb acht abends waren wir wieder bei uns in der Wohnung. Wir zeigten meinen Eltern das Spiel Dobble, das L sehr gerne mag, erklärten die Regeln und spielten drei Runden.
Danach verzogen sich meine Eltern ins Schlafzimmer. Ich stellte ihnen das Live-TV des Senders ZDF an und ging zu L ins Kinderzimmer. Ich schaute noch zwei Folgen der Serie Superstore, während L auf Youtube Videos anschaute. Als L schlief, schaute ich noch mal kurz in der Duolingo App vorbei. Dann war mein Tag auch zu Ende.
Sonntag, 19. März 2023
Aufgewacht bin ich heute um sieben Uhr. Die Nacht war nur so mittelgut. Zum einen schliefen L und ich gemeinsam in ihrem kleinen Hochbett, zum anderen war das Fenster die ganze Nacht über offen. Und das sorgte für einen ziemlichen Lärm, den ich in der Form nicht erwartet hätte. Es fuhren draußen permanent (laute) Autos entlang und irgendwann kreiste sogar ein Helikopter seine Runden über die Wohngegend. Das Fenster schließen war leider keine Option. Geschlafen hatte ich dennoch, da ich mich an eins, zwei merkwürdige Träume erinnerte.
Wie auch bereits gestern Morgen verbrachte ich direkt ein paar Minuten in der Duolingo App, um meinen Rang zu verbessern. Ich wollte nämlich schon sehr gern in den Top 10 bleiben. L war kurz nach mir ebenfalls wach und durfte sich eine halbe Stunde lang Youtube-Videos ansehen. Lust, mir ein paar Minuten vorzulesen, hatte sie leider keine.
Gegen 9 Uhr frühstückten wir zu viert an unserem kleinen runden Tisch in der Küche. Anschließend wuselten wir noch etwas in der Wohnung herum. L spielte, meine Eltern packten ihre Kleidung und Habseligkeiten zurück in ihre Taschen und ich räumte in der Küche auf. Kurz vor 11 Uhr fuhren meine Eltern mit der S-Bahn zurück in die Leipziger Innenstadt. L und ich begleiteten sie nur bis zur S-Bahnhaltestelle, die etwa vierhundert Meter von unserer Wohnung entfernt liegt.

Nach der Verabschiedung meiner Eltern und dem kurzen Rückweg zur Wohnung holte ich direkt Ls neues und mein acht Jahre altes Fahrrad aus dem Keller. Luft war noch zur Genüge auf den Reifen. Wir schnappten unsere Fahrradhelme und packten eine Fahrradtasche mit Proviant, einem Kuscheltier und unseren Regenjacken und starteten in die erste Fahrradtour des Jahres UND unseres Umzugs nach Markkleeberg.
L wollte nicht zu den Seen, sondern lieber in Richtung Connewitz fahren. Und so kam es, dass wir nach einer wunderbaren und entspannten Fahrt an der blumigen Frühlingsluft feststellten, dass Ls Schule nur circa zwanzig Minuten mit dem Fahrrad entfernt liegt. Der Weg führt ausschließlich auf Radwegen durch den Agra-Park und Wald. Wir waren beide so begeistert, dass wir nun mit dem Gedanken spielen, morgen mit den Fahrrädern zur Schule zu fahren.





Wir fuhren an Ls Schule vorbei und weiter in Richtung eines Spielplatzes. Nach circa einer Dreiviertelstunde Spielen und Sonnen stellten wir uns in die lange Schlage, die sich bei unserer momentanen Lieblingseisdiele gebildet hatte. Da L eine Waffel mit einer Eiskugel darauf essen wollte, setzten wir uns heute rein. Nach der leckeren Süßspeise fuhren wir gemütlich zurück nach Hause … und hatten unglaubliches Glück. Gerade als ich die Haustür aufschloss, fing es an zu regnen.


L durfte sich ein wenig ausruhen, ihre Kindervideos auf Youtube schauen und spielen, während ich das Bett im Schlafzimmer frisch bezog, die getrocknete Bettwäsche vom Wäschestander zusammenlegte und wenig später frisch gewaschene nasse Kleidung von L und mir wieder aufhängte. Parallel dazu kochte ich L eine große Portion Nudeln mit Tomatensoße. Ich war noch satt vom gestrigen und heutigen Essen.
Nachmittags packten wir Ls Schulranzen für den morgigen Tag. Zudem ließ ich ihr ein Bad ein. Den restlichen Abend werden wir beide so entspannt wie möglich ausklingen lassen: fernsehen, lesen und noch etwas essen. Die nächste Woche wird für L (und irgendwie auch mich) aufregend genug, denn der siebte Geburtstag steht vor der Tür.
