#WMDEDGT März 2023

Alltagsschnipsel

Ausschlafen war mir an diesem Wochenende nicht vergönnt. Auch heute war ich gegen sieben Uhr wach. Trotz einer bestehenden Restmüdigkeit konnte ich nicht zurück in den Schlaf finden. Während L noch tief und fest schlummerte, hörte ich den Vögeln beim Trällern ihrer Morgenlieder zu. Auch wenn die Wettervorhersage für die kommende Woche noch sehr deutlich winterliche Temperaturen zeigt, habe ich die Hoffnung auf Sonnenschein und baldige Frühlingswärme noch nicht aufgegeben.

Noch im Bett liegend bestellte ich für eine Schulfreundin von L ein Geschenk, welches L in circa einem Monat mit zur Kindergeburtstagsfeier nehmen soll. Das Mädchen wünscht sich neue Malstifte und die soll sie auch bekommen. Seit anderthalb Jahren schleiche ich um einen japanischen Manga aus den 60er oder 70er Jahren herum, der es endlich nach Deutschland geschafft hat. Da ich für mich selbst kaum Geld ausgebe, mir diesen ersten Band aber wirklich wünsche, bestellte ich ihn mir. Morgen soll er bereits eintreffen.

Als L halb neun aufwachte, kamen wir auf das Thema Haustiere, in unserem Fall Hund oder Katze, mit sämtlichen Vor- aber eben auch Nachteilen zu sprechen. Und dann machten wir einen ersten Fehler, indem wir die Seite des Tierheims Leipzig aufriefen. Uns fielen direkt drei Rüden ins Auge, die vom Tierheim nicht als gefährlich eingestuft wurden und sehr verspielt und verschmust sein sollen. Unser zweiter Fehler bestand darin, dass wir die Informationen über diese drei Hunde an J weitergaben.

Um neun standen wir auf. Es war so unfassbar kalt in der Wohnung, dass ich in der Küche und im Wohnzimmer kurz die Heizung aufdrehte. Ich verschwand daraufhin im Bad, wusch mein Gesicht mit meiner Mannaseife, ölte es anschließend ein und zog mich an. L suchte sich ihre Kleidung selbst aus dem Schrank heraus und zog sich derweil im Wohnzimmer an.

Unser Sonntagsfrühstück fiel sehr dürftig aus. Jede von uns bekam etwas zu trinken und ein belegtes Toast zu essen.

L hörte nach dem Essen auf ihrem Hochbett ein Hörspiel über die Toniebox, unterbrach dieses aber kurz, als ich mich lautstark in ihrem Zimmer über die Unordnung beschwerte. Widerwillig half sie mir etwas beim Aufräumen, ehe sie wieder aufs Bett krabbelte und weiter hörte. In Zukunft darf sie ihr Zimmer so unordentlich lassen wie sie will, muss dafür aber ihre saubere Kleidung selbst in den Schrank räumen. Sie ist sofort einverstanden gewesen.

Ich ließ vormittags unseren Staubsaugerroboter in drei Räumen fahren, legte Wäsche zusammen, verräumte sie in meinem und ein letztes Mal in Ls Schrank und hing die frisch gewaschene Kleidung zum Trocknen auf. L durfte ein wenig über das iPad fernsehen, während ich Zeit hatte, um mich um meinen Terminkalender “Ein guter Plan” zu kümmern. Diese Minuten für mich mag ich immer sehr.

Bevor wir mittags mit dem Auto nach Connewitz fuhren, half ich L beim Zähneputzen und Inhalieren. Wir haben beide das Gefühl, dass ihr Husten schon sehr viel besser geworden ist. An eine dauerhafte Asthmaerkrankung glaube ich mittlerweile nicht mehr. Wenige Meter vom Restaurant „Goldene Krone“ entfernt fanden wir einen Parkplatz. Auf J mussten wir zum Glück nicht lange warten. Mit Einsetzen des Schneefalls betraten wir das warme Restaurant. Während wir uns am abwechslungsreichen, leckeren asiatischen Buffet satt aßen, sprachen wir immer wieder über Peppi, einen Rüden, der aktuell im Tierheim in Leipzig lebt. Und dann folgte Fehler drei am heutigen Tag: Wir bauten Luftschlösser. Wenn J als Hauptverantwortlicher wirklich diesen Hund adoptiert, hätte er die Unterstützung von drei Erwachsenen einschließlich mir und seinem Mitbewohner sowie von L sicher. Für L und mich hätte es den Vorteil, dass wir wieder viel Kontakt zu einem Hund hätten, ohne ganz alleine für ihn verantwortlich zu sein. J wird morgen das Tierheim Leipzig anschreiben, um ein erstes Kennenlernen mit Peppi, den wir vermutlich in Pepe umbenennen, aber weiterhin Peppi rufen würden, zu vereinbaren.

Nach dem Essen kaufte J in einem Späti zehn Center Shock Kaugummis. Die kenne ich noch aus meiner Kindheit. Ich war erstaunt darüber, dass es sie noch gibt. L war von dem sauren Geschmack total begeistert. Wir blieben noch etwas in der Nähe des Späti stehen und entdeckten, dass ein Spielplatz in Js Wohnnähe, den wir schon oft besucht hatten, neu gestaltet und umgebaut wird. Ersten Blicken hinter die Absperrung zufolge wird er noch schöner werden als zuvor.

Nachmittags waren L und ich wieder zu Hause. L ließ sich von mir die Fingernägel violett anmalen, während ich mit halbem Auge zum Display schielte, auf dem der RTL Zwei Livestream lief. Der Sender feiert an diesem Wochenende seinen dreißigsten Geburtstag. Ich bin mit dem (Kinder-)Programm groß geworden und wollte bei der ein oder anderen Serie von früher nicht fehlen.

L durfte abends in die Badewanne gehen, nachdem sie in der Anton App alle Übungen zum Buchstaben R erledigt hatte. Nach dem Baden stand das halbe Bad unter Wasser. Das sah ich sehr locker, konnte ich mir so das Wischen des Badezimmerfußbodens sparen. 

Im Gegensatz zu mir, die noch sehr satt vom Mittagsbuffet war, hatte L Hunger und aß abends eine Schüssel voll mit Erbseneintopf. Während des Erwärmens der Suppe kümmerte ich mich um die weißen und roten Rosen, die L und ich am Montag beim Einkaufen mitnahmen. Einige der Blumen sahen noch sehr gut aus und werden uns mit ihrem Anblick bestimmt noch ein paar Tage erfreuen.

Nach Ls Abendessen packten wir gemeinsam ihren Schulranzen für morgen. Sie löste noch eine Matheübung in der Anton App und durfte den restlichen Abend fernsehen.

Nach dem Zähneputzen und Inhalieren wird L mir zehn Minuten im Buch „Pittiplatsch – Geschichten zum Lesenlernen“ vorlesen und von mir eine weitere Unterschrift in ihrem Leseheft bekommen. Anschließend werde ich ihr ein Kapitel aus dem zehnten Buch der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vorlesen. Bevor ich mich nachher schlafen legen werde, absolviere ich noch meine Französischübungen auf Duolingo und schaue einen Film.

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