Ein Wochenende im Februar

Alltagsschnipsel

Dieses Wochenende war es soweit! Ich löste einen M und mir zur Hochzeit im Herbst 2019 geschenkten Kurzurlaub-Gutschein für zwei Personen ein. Da ich nicht ewig durch die Weltgeschichte fahren wollte und die Gegend zudem noch nicht kannte, entschied ich mich für die kleine Stadt Merseburg in Sachsen-Anhalt. L durfte mich begleiten.


Freitag, 17. Februar 2023


Ich holte L am Nachmittag aus dem Ferienhort ab und fuhr mit ihr auf direktem Wege in unser Hotel in Merseburg. Auf der kurzen Fahrt hörten wir ein Hörspiel von „Die Schule der magischen Tiere“ zu Ende. Viel los war auf der Autobahn nicht. Der Wind sorgte allerdings dafür, dass die meisten Autofahrerinnen und -fahrer langsam(er) fuhren. So auch ich.

Da die umliegenden Parkplätze in der Nähe des Hotels regelrecht nach Ordnungsgeld schrien, machte ich meinem Ruf als Weit-weg-Parkerin alle Ehre und parkte das Auto auf dem Besucherparkplatz des Klinikums und somit etwa sechs Gehminuten vom Hotel entfernt. 

Mit meinem Gutschein konnte ich wenig später problemlos an der Rezeption einchecken. L und ich bekamen ein Hotelzimmer im vierten Stockwerk. Wir waren beide von der Größe des Schlaf- und Badezimmers positiv beeindruckt und machten es uns gleich im Hotelbett gemütlich.


Eine Stunde später liefen wir zum Klinikum zurück, bezahlten einen Euro Parkgebühr und fuhren das Auto zweihundert Meter weiter auf einen kostenlosen Parkplatz. Den hatte ich bei der Ankunft nicht sofort entdeckt. 

Wir waren beide schon hungrig und entschieden uns für das Restaurant zur Goldenen Möwe. Auf dem anderthalb Kilometer langen Weg dorthin nahm der Wind immer mehr zu und der Himmel wurde zusehends dunkler und dunkler. Von einem gemütlichen kleinen Erkundungsspaziergang hatte das nicht mehr viel. Als L mit ihrer „Tornado“-Angst kurz vor einer kleinen Panikattacke stand, sah ich zu, dass wir McDonald’s schnell erreichten. L und ich essen sehr selten bei McDonald‘s. Am liebsten und ausschließlich im Urlaub. Sehr zu meinem Bedauern gab es dort leider keinen veganen Burger. Vermutlich waren die Zutaten aus. Ich aß mich somit an einer großen Portion Pommes mit Ketchup satt.


Eine halbe Stunde später verließen wir McDonald‘s und huschten im strömenden Regen schnell über die Straße, um bei ALDI noch ein paar Kleinigkeiten für den Abend einzukaufen. Wie durch ein Wunder war der Starkregen nach unserem Einkauf vorbei und wir konnten den zwanzigminütigen Fußmarsch zurück zum Hotel entspannt, bei milden Temperaturen und ohne viel Gemecker seitens L zurücklegen. 


Abends machten wir es uns im Hotelzimmer gemütlich, lasen im zehnten Band der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vor und schauten fern – allerdings über das mitgebrachte iPad. Das lineare TV-Programm sprach uns so gar nicht an.


Samstag, 18. Februar 2023


Aus einem unerklärlichen Grund wachte ich bereits kurz nach 6 Uhr auf und konnte nicht mehr weiterschlafen. Ich nutzte die Zeit bis zu Ls Erwachen um Viertel nach neun und las in meinem Buch weiter. Ich habe nach langem Suchen endlich mal wieder ein fesselndes Abenteuer gefunden. Schade für den Lesefluss sind allerdings die vielen Grammatikfehler.

Gegen um neun waren L und ich beim Frühstück. Die Auswahl war sehr gut und wir aßen uns beide richtig satt. Wäre es bereits Frühling mit warmen Temperaturen, hätten L und ich sicherlich draußen gefrühstückt. Der Außenbereich sah sehr einladend aus.


Nach dem Frühstück spielten L und ich drei Runden des Benjamin Blümchen Memory Spiels, welches Teil des Happy Meals war. Anschließend löste L drei Matheaufgabenblöcke in der Anton App.

Bei heftigem Wind, der L erneut an den Rande des Wahnsinns trieb, machten wir uns am Vormittag auf den Weg zum Schloss und Dom Merseburg. Ich konnte den schönen Schlossgarten, das beeindruckende Schloss, die eingesperrten Raben, welche die Merseburger Rabensage aufrechterhalten sollen, und den Dom nicht in Ruhe betrachten, da L lautstark um ihr Leben fürchtete. Für einige Fotos hat unser Ausflug dorthin aber gereicht.


Ich habe auf unserer Erkundungstour den Eindruck gewonnen, dass Merseburg nach dem Fall der Mauer und dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland vergessen wurde. Und das finde ich wirklich sehr schade. Die kleine Stadt hat aus meiner Sicht Potential. Diese Wohnblöcke beispielsweise gab es in Erfurt in den 90er und Anfang der 00er Jahre auch noch zuhauf. Sie wurden mittlerweile jedoch entweder abgerissen (Asbest) oder vollständig saniert und renoviert. Hier in Merseburg sind sie nach wie vor Teil des Stadtbildes. Es wohnen auch offenbar noch Leute darin.


In der kleinen Einkaufsstraße gingen L und ich in drei Geschäfte, kauften unter anderem ein Paar Ohrringe für mich, ein Sommerkleid für L und Babysachen, die ich B zur Geburt ihres Sohnes schenken möchte.


Wieder im Hotelzimmer angekommen, ruhten wir uns beim Lesen und Fernsehen (L schaut gern die Sendung Klein gegen Groß) eine Stunde aus. Ich war ganz schön erschöpft.

Halb drei saßen L und ich im Kinosaal 2 des Domstadtkinos. An der Kinokasse bekamen wir sogar noch richtige Kinokarten ausgedruckt. Besonders begeistert waren wir von dem Kindermenü, bestehend aus Popcorn, Softdrink, einem Riegel Kinderschokolade und einem Milcheis. Das Menü war liebevoll zusammengestellt und preislich angemessen. Schade, dass die großen Kinoketten sowas nicht anbieten. Wir schauten uns den Film „Mumien – Ein total verwickeltes Abenteuer“ an. Ein wunderbarer, lustiger und toller Familienfilm. Wir können ihn guten Gewissens weiterempfehlen.


Abends machten L und ich uns auf den Weg zum Asia-Restaurant Kim Dynastie, bekamen zum Glück noch einen Tisch und ließen uns das leckere, abwechslungsreiche Buffet schmecken. Die Erdnusssauce war unglaublich lecker.

Bevor uns beiden halb zehn im Hotelbett die Augen zufielen, las ich in meinem Buch weiter und absolvierte meine Schwedischübungen, während L noch ein wenig auf dem iPad spielte.


Sonntag, 19. Februar 2023


Am heutigen Sonntag waren wir beide gegen sieben Uhr wach. Wir blieben noch eine Weile im gemütlichen Hotelbett liegen, ehe wir zum Frühstücksbuffet gingen. Sehr zu unserer Freude gab es Croissants.

Nach dem Frühstück spielten L und ich eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“. Das Biene Maja Spiel bekam L von ihrer Tante M geschenkt, die es wiederum aus einem McDonald‘s Happy Meal hat. Ich gewann ganz knapp. Mein Sieg führte leider dazu, dass L eine Dreiviertelstunde nicht mehr mit mir sprach.


So verließen wir gegen 11 Uhr schweigend das Hotelzimmer, checkten schweigend aus, liefen mit unserem Gepäck schweigend zum Auto, das immer noch etwa sechs Gehminuten vom Hotel entfernt parkte, und fuhren schweigend zurück nach Markkleeberg. Erst als ich kurz vor Ankunft ein komplett ausgebranntes Auto am Straßenrand stehen sah und mich lautstark darüber äußerte, sprach das Kindchen wieder mit mir und alles war wie immer.

Zu Hause angekommen verzog sich L gleich zum Spielen in ihr Kinderzimmer. Ich räumte unser Gepäck aus und war etwa anderthalb Stunden im Haushalt beschäftigt. 

Weil ich müde war, machte ich sogar etwas Mittagsschlaf, während L auf dem iPad spielen durfte. 

Am frühen Nachmittag saßen wir gemeinsam am Küchentisch. L löste ein paar Matheaufgaben, die sie alle richtig rechnete. Freude daran hatte sie aber keine. Es kostete mich viel Überredungskunst, dass sie noch ein paar Minuten weitermacht. Zur Belohnung für ihren Fleiß durfte sie in die Badewanne gehen und dabei ein Hörspiel hören.

Zum Abendessen kochte ich uns Nudeln mit Tomatensoße. Abschließend schauten wir gemeinsam vom Bett aus den zweiten Teil der Harry Potter Filmreihe zu Ende. Es war bereits halb acht, als L plötzlich die Lust packte und sie anderthalb Stunden lang in der Anton App Sachkunde- und Englischaufgaben löste. Und zwar mit einer Freude, dass ich nur so staunte. Sie hatte in beiden Fächern bei den unterschiedlichsten Aufgaben auch nahezu alles richtig. 

Um zehn war schließlich unser beider Tag zu Ende. Morgen geht L wieder in den Ferienhort und bastelt Faschingsmasken.

Hinterlasse einen Kommentar