Am Montag Nachmittag holte ich eine dünnhäutige, sehr weinerliche und schlappe L von der Schule ab. Es dauerte nicht lange und L bekam erhöhte Temperatur. Die darauffolgenden achtundvierzig Stunden schlief sie nahezu durch – hin und wieder in ihrer Ruhe gestört durch (für mich gruselige) Fieberträume, in denen sie Menschen und Dinge in meinem Schlafzimmer sah, die ich nicht sehen konnte. Gegessen hatte sie in der Zeit nichts. Zum Trinken konnte ich sie zum Glück bewegen. Anrufe bei in der Nähe befindlichen Kinderarztpraxen ergaben keine Hilfe. Überall wurde mir gesagt, ich könne vorbeikommen, aber helfen könne man L mit Medikamenten ohnehin nicht. Deshalb ersparte ich uns diesen Gang. Arbeiten konnte ich auch im Homeoffice problemlos und ungestört. L gab ja keinen Mucks von sich. Ich brauchte auch keine Krankschreibung.
Ab Mittwoch Nachmittag ging es L zusehends besser. Die erhöhte Temperatur war verschwunden und der Appetit kehrte zurück. Sie wurde mir gegenüber auch wieder frecher. Das führte leider auch am Donnerstag hin und wieder zu Streit zwischen uns. Um ihr und mir eine kleine Auszeit zu verschaffen, durfte sie am Freitag wieder in die Schule gehen.
Freitag, 2. Dezember 2022
Wir erwachten an diesem Morgen aufgrund des Weckerklingelns sehr früh (im Vergleich zu den vergangenen Tagen). Aber L wollte unbedingt die Schule besuchen, denn es stand ein Ausflug auf dem Plan. Die Hälfte der Klasse schaute sich am Vormittag die Theateraufführung “Das Neinhorn” an. (Die andere Hälfte war krank zu Hause.)
Ein Blick aus den Fenstern zeigte uns eine wunderschöne Schneelandschaft. Und es schneite sogar immer noch. Auf dem Weg zur Schule und zurück machte ich zahlreiche Fotos, weil ich mich so sehr über die Schneeflocken freute.













Nach der Arbeit holte ich L von der Schule ab. Ich hatte den ganzen Tag über an sie gedacht. Mein schlechtes Gewissen wurde noch verstärkt, als ich L sah. Sie sah unfassbar erschöpft und krank aus und ihre Nase lief. Dem Blick des Erziehers glaubte ich die Worte Rabenmutter zu entnehmen. Er hatte ja auch Recht.
Obwohl L schlecht gelaunt war und wir uns vom Moment des Abholens an lautstark stritten, fuhren wir nicht nach Hause, sondern zur nächsten Theateraufführung. Das Stück “Der kleine Rabe Socke feiert Weihnachten” war sehr schön, aber ich habe es vermutlich mehr genossen als L. Sie hing sehr in den Seilen.
Zu Hause aßen wir noch Abendbrot. L schaute anschließend Peppa Wutz und schlief halb acht dabei ein. Als ich das Licht ausmachen wollte, wurde sie wieder wach bzw. befand sich in einem Gruseltraum. Ich konnte sie beruhigen und sie schlief nach dem Umziehen und Zähneputzen schnell wieder ein.
Samstag, 3. Dezember 2022
Ich schlief sehr unruhig und lag nachts lange wach. Ich machte mir Sorgen um L und ärgerte mich, sie in die Schule geschickt zu haben. Ls Nacht war ruhig und sie schlief viele Stunden.
Ihre Laune am Morgen war nicht gut, weshalb ich mit mir selbst frühstücken musste. Unserer Nachmittagsverabredung sagte ich ab. Wir wollten gemeinsam mit J zu H und D fahren, Brettspiele spielen und etwas leckeres zum Abendessen bestellen. Wir werden das am kommenden Wochenende nachholen.
L und ich kramten derweil zwei schöne Spiele hervor und machten unseren eigenen Spielevormittag. Das war sehr schön und machte großen Spaß.


Nach dem Spielen verkrümelte ich mich an den Küchentisch und begann mit den Weihnachtsvorbereitungen. Eine kurze Mittagspause brauchte ich danach, ehe ich noch mal Plätzchenteig anrührte. Irgendwie muss ich L und mich bei Laune halten.
Zum Abendessen hatte L richtig großen Appetit. Wir schauten gemeinsam die Hälfte eines Weihnachtsfilms, ehe wir uns bettfertig machten. Bevor L halb neun ins Reich der Träume verschwand, lasen wir die Geschichte von Tag 3 in unserem gemeinsamen Die drei ??? Adventskalender und lösten das aktuelle Rätsel. Ich schaute anschließend noch bis 23 Uhr einen Film.
Sonntag, 4. Dezember 2022
Dass sich unser Schlafrhythmus komplett verschoben hat, wurde mir auch heute Morgen wieder klar. Ich erwachte um neun nach zehn Stunden Schlaf, L um zehn nach vierzehn Stunden Schlaf.
L hatte keinen Hunger, also frühstückte ich bei Kerzenschein wieder alleine. Das erste Mal seit Tagen spielte L in der Zeit in ihrem Kinderzimmer. Es geht merklich aufwärts. Auch ihr Schnupfen und Husten sind deutlich besser geworden. Ich gesellte mich nach dem Essen dazu und kümmerte mich um das Beantworten von Nachrichten und das Verschicken lieber Adventsgrüße.

Den späten Vormittag verbrachte ich wieder am Küchentisch mit meinen Weihnachtsvorbereitungen. Ich wurde damit sogar fast fertig und schaffte an diesem Wochenende sehr viel mehr als erwartet.
Mittags fiel ich über Klöße, Erbsen und Soße her. L fand es nur so mittel lecker. Die Mittagsruhe nutzten wir für Tag 4 des Die drei ??? Adventskalenders. Nachmittags verwandelten wir (und mit wir meine ich mich) die Hälfte des Teigs in Plätzchen, die wir aber erst morgen verzieren werden.

Zum Abendessen futterte L unglaublich viel. Wir haben gemeinsam hin und her überlegt, uns dann aber dafür entschieden, dass sie auch morgen noch zu Hause bleibt, um den Husten auszukurieren. Ich meldete sie somit vom Unterricht und dem Mittagessen ab.
Kurz nach halb neun schlief L und auch ich werde ihr in Kürze folgen, denn morgen ist für mich ein (ganz normaler) Arbeitstag.
