Über eine Woche war ich stark erkältet mit allem Drum und Dran. Obwohl ich gerne bei „12 von 12“ mitmache, hab ich mich diesmal dagegen entschieden, denn außer Fotos von Taschentüchern aus zwölf unterschiedlichen Blickwinkeln hätte ich nicht viel von meinem Alltag zu zeigen gehabt. Um meine und auch die Gesundheit meiner Kollegen/-innen zu schonen, verzichtete ich auf meine Büroanwesenheit und blieb die ganze Woche zu Hause. Mir geht es schon deutlich besser, auch wenn sich der Husten hartnäckig hält. L, mit der ich sehr viel Kontakt hatte, blieb glücklicherweise komplett verschont und konnte den Unterricht besuchen.
Da mein Arbeitgeber in Thüringen sitzt, hatte ich gestern (Brückentag) und heute (Feiertag) frei, während L in die Schule gehen durfte. Diese freie Zeit verbrachte ich mit J, den ich zuletzt am 8. September gesehen und mit meiner Erkältung angesteckt hatte.
Montag, 19. September 2022
Gut geschlafen hatte ich nicht. Mich beschäftigte die Nachtspeicherheizung zu sehr. Als ich nach dem Aufstehen um kurz nach sechs Uhr feststellte, dass ausschließlich im Wohnzimmer warme Luft in den Raum geblasen wurde, dauerte es nicht lange, bis ich herausfand, wie das auch in den anderen Räumen funktioniert: Das Thermostat auf eine höhere Stufe drehen. Weil das ja klar ist. Mein Plan ist, den Räumen eine Grundwärme jenseits von arschkalt zu geben und in Zukunft nur noch die Räume (stärker) zu beheizen, in denen wir uns aufhalten. Alle zukünftigen Ersparnisse werden wohl ausschließlich in die Nebenkostenabrechnung fließen. Aber bei wem wird das schon groß anders werden.
L und ich waren am Morgen super in der Zeit. Da es regnete, nahm sie ihren Kinderregenschirm mit in die Schule und versprach, ihn gleich in den Spind zu räumen. Verabschiedet wurde ich bereits mehrere Meter von der Schule entfernt. Ich staune jeden Tag, mit welchem Mut und welcher Freude sie den Unterricht besucht. Als kleines Ritual gehe ich den Weg zurück zur S-Bahn-Haltestelle immer zu Fuß. Die morgendliche frische Luft tut mir jedesmal gut, ich sammle gleichzeitig die ersten Schritte des Tages und stärke (hoffentlich) nebenbei mein Immunsystem.
Wieder zu Hause angekommen, machte ich es mir am Küchentisch bequem. Ich trank meinen geliebten Schokocappuccino, aß ein mit veganem Käse und veganer Salami belegtes Toastbrötchen und löste ein schwieriges Sudoku-Rätsel. Nachdem ich die noch anzubringenden Deckenlampen auf meinem Bett verteilt hatte, nahm ich ein warmes Bad. (Wer weiß, wie lange das noch möglich sein wird.) Als J gegen 9 Uhr ein erstes Lebenszeichen von sich gab, machte ich mich allmählich auf den Weg zu ihm. Ich war bei seinem Anblick ein wenig erschrocken, weil er um die Augen noch sehr erkältet aussah. Wir kuschelten und machten noch mal ein kleines Vormittagsschläfchen. Da es ihm nicht sonderlich gut ging, traf ich mich alleine mit H und D zum Mittagessen auf der KarLi. Wir entschieden uns für ein vietnamesisches Restaurant. Ich futterte eine Portion Reis mit Tofu, Gemüse und Erdnusssoße. Das Essen war unglaublich lecker. Da noch Platz im Magen war, besuchten wir im Anschluss die Eiskrämerei ein paar Häuser weiter, bei der ich eine Kugel Mandarinensorbet verspeiste.
H und D begleiteten mich am frühen Nachmittag mit zu mir nach Hause. H war so lieb und brachte in fast allen Räumen die Lampen an. Bisher kamen L und ich mit der Stehlampe, dem Licht im Flur und einer kleinen Schreibtischlampe im Wohnzimmer gut zurecht, doch nun ist es sowohl abends zeitiger als auch morgens zur Aufstehzeit noch dunkel. Es war somit Zeit, das Projekt „Lampen anbringen“ voranzutreiben.
Etwas später als geplant holte ich L aus dem Hort ab. (Das Anbringen der Lampen dauerte doch länger als erwartet.) Sie hatte wieder einen unglaublichen Hunger, weshalb wir direkt um halb sechs Abendbrot aßen. L wünschte sich Grießbrei. Über die angebrachten Lampen beziehungsweise vielmehr das Licht, welches wir nun nutzen können, freute sie sich wie ein Schnitzel. Faszinierend, dass so kleine Dinge solch eine Freude in ihr auslösen können. 🙂
Da Ls Tag wirklich sehr lang war, durfte sie noch ein wenig fernsehen, ehe wir beide zeitig schlafen gingen.
Dienstag, 20. September 2022
Ich wachte nach einer wunderbaren Nacht so ausgeschlafen wie ein Mensch morgens um sechs Uhr sein kann auf. Ich duschte kurz, zog mich an und bereitete Ls Frühstück und Vesper für die Schule vor. L machte sich parallel ebenfalls fertig für die Schule. Obwohl ich eine Viertelstunde vor Verlassen des Hauses noch mal in der App nachschaute, ob unsere S-Bahn auch fährt, wurde direkt am Gleis mitgeteilt, dass es erneut zu einem kurzfristigen Personalausfall kam. Die S-Bahn fuhr somit nicht. Zum Glück fuhr nur zehn Minuten später die nächste Bahn, sodass L immer noch pünktlich in der Schule eintrudelte.
Durch die Verzögerung hatte ich etwas mehr Zeit für meinen Morgenspaziergang. Über kleinere Umwege und Seitenstraßen lief ich zurück zum S-Bahnhof und erfreute mich an der aufgehenden Sonne. Unterwegs entdeckte ich zwei schöne Spielplätze, die zwar zu den angrenzenden Wohnhäusern gehören, jedoch nicht eingezäunt sind. L und ich werden das bei Gelegenheit genauer unter die Lupe nehmen. Wie gestern auch schon machte ich es mir zu Hause in der Küche mit meinem Frühstück und den Sudoku-Rätseln gemütlich und startete in aller Ruhe in den Tag.


Als J sich meldete, packte ich die letzten zwei Stücke Pflaumenkuchen in eine Brotdose und machte mich damit auf den Weg zu ihm. Um die Augen herum sah er heute schon deutlich besser aus, auch wenn er sich selbst nicht so fühlte. Der Vormittagsschlaf fiel sogar noch ein wenig länger aus als der gestrige. Mittags kochte J für uns eine Portion Reis mit Tofu und Gemüse.
Kurz vor 16 Uhr kaufte ich ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt in der Nähe der Schule ein, ehe ich L kurz darauf abholte. Als wir wieder zu Hause waren, bereitete sie eine kleine Hausaufgabe für nächste Woche vor. Danach spielte sie im Wohnzimmer. Ich wurde nicht mit in ihr Spiel einbezogen, was wirklich so gut wie nie vorkommt. Ich nutzte die Zeit und löste weiter ein Sudoku-Rätsel. 🙂
Unser Abendprogramm war ähnlich dem gestrigen: Essen, etwas fernsehen und relativ zeitig schlafen gehen. Morgen nehme auch ich wieder am Arbeitsleben teil.
