Heute war es soweit! L feierte mit ihrer Familie und ihrem Freund K ihren Schulstart. Ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben, zumal sich auch in nächster Zeit noch sehr viel in ihrem Alltag ändern wird.
Aufgewacht bin ich um sieben, obwohl der Wecker erst vierzig Minuten später geklingelt hätte. Ich stellte schnell fest, dass es in der Nacht weder das angekündigte Gewitter noch den Regen gab. Auch um diese Zeit regnete es nicht.
Davon motiviert stand ich auf, erledigte letzte organisatorische Dinge für Ls Party am Nachmittag, frühstückte mit mir selbst (und bereitete L wenigstens etwas Essen zum Mitnehmen vor (sie hat morgens kaum bis nie Hunger)) und machte mich schick. L tat mir Letzteres gleich. Mit Zuckertüte, die ich in einer 120 Liter Mülltüte vor L versteckte, und dem Schulranzen machten wir uns auf den Weg zum Veranstaltungsort.

Viertel vor neun waren wir auf dem Schulhof eines Markkleeberger Gymnasiums, in dessen Aula die Feierstunde und Übergabe der Zuckertüten stattfand. Ich übergab so heimlich wie möglich Ls Zuckertüte an die Erzieher und unterhielt mich anschließend mit zwei Müttern, während L sich zu den Mädchen ihrer Klasse gesellte.
Die Feierstunde begann um halb zehn mit einigen einleitenden Worten der Schuldirektorin. Danach marschierten die beiden ersten Klassen ein und setzten sich in die vorderen Reihen. Es folgte ein halbstündiges Programm der jetzigen vierten Klassen, welches wundervoll und sehr liebevoll gestaltet war. Die Kinder spielten Theater, musizierten und sangen und stellten auf diese Weise den neuen ersten Klassen einige Unterrichtsfächer vor. Im Anschluss daran wurden schließlich die Kinder, aufgeteilt nach ihren Klassen, auf die Bühne gerufen und bekamen ihre Zuckertüte überreicht.


Als L und ich halb elf die Aula verließen, warteten bereits meine Eltern, mein Bruder und seine Freundin auf uns. Mein Bruder teilte mir sehr stolz und glücklich mit, dass er und J sich vor kurzem verlobt haben. Im nächsten Jahr wird bereits die Hochzeit stattfinden. Ich freue mich sehr für die beiden. ❤ Wenig später kam auch J.
Mittlerweile wurde aus dem Nieselregen, der direkt nach der Feierstunde einsetzte, ein immer stärker werdender Regen. Da wir seit Jahren keine aktuellen Familienfotos mehr haben, schenkte mein Bruder unseren Eltern zu Weihnachten ein Fotoshooting. Heute war der auserwählte Tag, an dem besagte Fotos durch eine professionelle Hobbyfotografin gemacht werden sollen. Sie kam gegen Viertel nach elf ebenfalls zur Schule und schoss viele Fotos in verschiedenen Konstellationen. Wir nutzten eine zehnminütige Regenpause und liefen in Richtung eines der vielen Seen in Markkleeberg. Unterwegs begann es wieder stark zu regnen, weshalb wir ein Waldstückchen nutzten, die Regenschirme aufspannten und weitere Fotos machen ließen. Da der Regen nicht aufhören wollte und die Fotografin mittlerweile weit über einhundert Fotos hatte, beendeten wir das Shooting an dieser Stelle. (L bekam während des Regens einen Schrei- und Heulanfall, weil sie Angst hatte, eine Flut könne kommen. Das beschleunigte unseren Entschluss, das Shooting zu beenden.) Auf die Fotos bin ich wirklich sehr gespannt.
Ziemlich nass kamen L, J und ich ein paar Minuten später am Auto an. Meine Eltern, mein Bruder und seine Verlobte fuhren noch mal ins Hotel. Wir drei fuhren zunächst zu J, zogen uns wärmere und vor allem gartengeeignete Kleidung an, packten noch Dies und Das zusammen und fuhren schließlich in S‘ Garten, um die letzten Vorbereitungen für Ls Gartenparty zu treffen. Mit Eintreffen im Garten hörte es sogar wieder auf zu regnen. Das beruhigte vor allem meine Nerven, da ich bereits vor drei Tagen eine schlaflose Nacht nur wegen der Wettervorhersage für den heutigen Tag hatte.
Zuerst kam Ls Kindergartenfreund K mit seinen Eltern an, kurz darauf folgten unsere ehemaligen Vermieter C und A. Wenig später trafen auch Ls Tante, Ls Onkel und ihr kleiner Cousin M mit Oma M ein. Meine Eltern, mein Bruder und J kamen auch noch rechtzeitig, um Kaffee und Kuchen zu genießen. Während wir Erwachsenen uns mit Kuchen vollstopften, kümmerten L und K sich um Ls Geschenkeflut, denn anders kann ich diese Unmenge nicht bezeichnen: L bekam so unglaublich viel geschenkt, dass ich glaubte, Geburtstag UND Weihnachten seien auf einen Tag gefallen. Ich muss zugegen, dass wirklich unglaublich viele schöne und nützliche Sachen verschenkt wurden. Tausend Dank an alle, die L entweder eine Zuckertüte oder ein Päckchen überreichten. ❤


Irgendwann am Nachmittag war es auffallend ruhig. Zu ruhig. Und tatsächlich: Nach einem kurzen Blick ins Gartenhaus und in den Garten stellten wir fest, dass L und K verschwunden waren. Sie spazierten Hand in Hand in der Nähe der und auf der Bundesstraße herum. Es blieb nicht aus, dass wir mit ihnen schimpfen mussten. Das Gartentor schlossen wir nach Rückkehr der Kinder vorsichtshalber ab. (Ich wäre entspannter gewesen, hätten sich die Kinder im Vorfeld bei einem Erwachsenen abgemeldet. Dann hätte sie vielleicht auch jemand begleiten können. Wenn L nicht hin und wieder äußern würde, dass sie sich von einem hohen Turm stürzen will, wäre ich vermutlich auch entspannter gewesen. Aber mit solchen Aktionen kriegt sie mich momentan leider sehr schnell.) Ich bin unglaublich froh, dass den Kindern nichts passiert ist.
Da ein Großteil der Gäste am Abend nach Erfurt zurückfahren wollte, zündeten wir bereits gegen 17 Uhr den Grill an. Gerade als die Holzkohle soweit war und wir das erste Grillgut auf das Gitterrost legen konnten, begann ein Nieselregen, der kurze Zeit später wieder von einem Starkregen abgelöst wurde. Gestört hat es uns allesamt nicht. (Thüringer grillen sowieso bei Wind und Wetter. 😀 )



Gegen 19 Uhr verabschiedeten wir die Gäste. L und K fiel es besonders schwer, sich voneinander zu trennen. Wir versprachen ihnen aber, dass sie sich hin und wieder sehen können, wenn sie mögen. An mir soll es jedenfalls nicht liegen.
S, J und ich räumten das nötigste im Garten auf und verpackten die Lebensmittel. Morgen werden L und ich uns um den Rest kümmern. Gerade als wir alles in die Autos geladen hatten, erschien ein Gartennachbar und zeigte uns seine niedlichen Hasen und Tauben. Auch die Hündin Tina lernten wir kennen, ehe es viel später als geplant erst zu J und dann zu uns nach Hause ging.
Während L mit ihren drei Kuscheltier-Starterpokémon Glumanda, Bisasam und Schiggy spielte, kümmerte ich mich um die Lebensmittel. Einiges musste nur in den Kühlschrank, anderes ins Gefrierfach.
L und ich schauten danach nur noch zwei Folgen Biene Maja und schliefen nach diesem ereignisreichen und aufregenden Tag schnell ein.
