Nach über neun Stunden Schlaf wachten L und ich um kurz nach acht Uhr auf. L war auch heute Morgen nicht hungrig, weshalb sie sich anzog und zum Spielen mit den beiden Kindern aus dem Nachbarbungalow nach draußen ging. Ich blieb noch ein paar Minuten liegen, las, zog mich dann auch an und genoss in Ruhe mein Frühstück inklusive meines Schokocappuccinos. Dabei atmete ich die herrlich frische Luft, die noch leicht nach dem gestrigen Regen roch, ein. Windig und leicht bewölkt war es heute und bei weitem nicht so heiß wie gestern. L und N hielt das nicht davon ab, hin und wieder in den Pool zu springen.
Am Vormittag spazierten die Kinder, ihre Großeltern und wir zum Reiterhof. Auf dem Weg dorthin boten mir die Großeltern das Du an. Die Pferde haben wirklich unendlich viel Platz zum Weiden, dennoch merkt man deutlich, dass es an Geld fehlt. Stellenweise sieht der Reiterhof ziemlich verwahrlost aus. Viele Gebäude und Außenanlagen müssten dringend renoviert werden. Ich vermute, die Lockdowns und Schließungen/Verbote wegen Covid-19 im letzten und vorletzten Jahr haben ihr Übriges dazu beigetragen. Gerade als wir uns auf dem Rückweg befanden, lernten wir Stefano kennen. Stefano ist bereits 25 Jahre alt, für sein Alter aber noch topfit und agil. Er leidet an einer psychischen Erkrankung, da er lange Zeit von anderen, jüngeren Ponys gemobbt und gebissen wurde. Dies zeigt sich bei ihm durch Stresswunden am ganzen Körper. Wir durften das kinderfreundliche Pony streicheln, während es von seiner Besitzerin gestriegelt wurde, und bekamen anschließend eine kleine Vorführung seines täglichen Bewegungstrainings.






Während die Kinder nach unserem Ausflug draußen und drinnen spielten, schlief ich ein paar Minuten, ehe ich mich meinem Kalender „Ein guter Plan“ widmete und ihn aktualisierte. Ich schloss bereits den Juli ab und bereitete den August vor. Ich merke, dass es mir schwerfällt, „nichts zu tun“ bzw. das Nichtstun zu genießen. Ich merke aber auch, dass es besser wird, dass sich das schlechte Gewissen immer seltener meldet und dass es vor allem meinem Körper guttut. Und ich erinnerte mich daran, dass ich vor wenigen Jahren, als es nur Prinz zu bespaßen galt, sehr oft mittags schlief und einfach mal nichts tat.
Am späteren Nachmittag wollte ich mir unbedingt noch mal die Beine vertreten. Ns Oma auch. Wir gingen zu den Ponys ein paar Grundstücke weiter und lernten den Nachbarn U kennen, der uns in ein Gespräch verwickelte. So lernte ich beispielsweise, dass Hohenbocka Hohe Buchen bedeutet und dass es früher sehr hohe Buchen in diesem Ort gab, diese aber allmählich absterben, weil der Mensch mit seinen „Ideen“ die Umwelt zerstört. Die Kinder, die wir kurz darauf holten, durften auf Us Grundstück rutschen, schaukeln und auf dem Trampolin hüpfen. Zuvor wurden die beiden Ponys gestreichelt und die Kinder durften sogar aufsitzen. (L war das nicht geheuer.) Ich bekam eine ziemlich große Zucchini geschenkt. Ns Oma ging zurück ins Bungalow. Die Kinder wollten sich jedoch nicht vom Trampolin trennen. So kam es, dass ich mich in Us Partyraum wiederfand und das erste Mal in meinem Leben Billard spielte (und verlor). Nachdem wir auch noch Us Hasen und Hühner gezeigt bekamen, war es Zeit für das Abendessen. L hatte diesmal ordentlich Hunger.





Nach dem Essen ging L mit ins Nachbarbungalow. Ich nutzte die freie Zeit für einen kleinen Abendspaziergang. Bevor wir kurz nach halb zehn das Licht ausknipsten, aßen L und ich noch eine Kleinigkeit, schauten gemeinsam auf der Couch kuschelnd ein bisschen fern und lasen (vor).
