Unser verlängertes Wochenende im Mai

Alltagsschnipsel

… begann für L und mich bereits am Mittwochnachmittag. Wir fuhren nach dem Kindergarten spontan mit dem Fahrrad zum Petersberg, den wir im letzten Jahr mindestens einmal wöchentlich besuchten. Ich wollte mir unbedingt anschauen, was aus einer der beiden Hauptattraktionen der Bundesgartenschau 2021 geworden ist. 

Wie ich es vermutet hatte, ist alles weg. Einfach alles! Die Rutschen wurden abmontiert (und verkauft), der Kreativgarten ist verschwunden und von den gemütlichen kinderfreundlichen Orten zum Verweilen und Entspannen ist nichts mehr zu sehen. Einzig der Klimapavillon existiert noch. In diesem waren L und ich eine Weile und lasen gemeinsam ein Buch zum Thema Umweltschutz, ehe wir für den Rest unseres Aufenthalts auf dem Spielplatz verweilten.



Donnerstag, 26. Mai 2022


Weil ich abends zu müde war, um eine Einschlafbegleitung im Kinderzimmer durchzuführen, durfte L die Nacht mit in meinem Bett schlafen. Nach dem Aufwachen kuschelten wir noch ein wenig und lasen ein Kapitel im aktuellen Kinderbuch.

Zum Frühstück fuhren wir zu meinen Eltern. Zum Vatertag überreichten wir meinem Papa eine kleine Aufmerksamkeit, über die er sich sehr freute, und saßen anschließend etwas über eine Stunde gemütlich am Frühstückstisch.

Wieder zu Hause angekommen, durfte L eine Stunde fernsehen. Ich war trotz einer sehr guten Nacht unglaublich müde und nutzte die Zeit, um zu schlafen. (Im Verlauf des Tages leuchtete mir ein, dass mein Körper mit der seit Tagen bestehenden Müdigkeit erneut darauf hinweisen will, dass er eine Pause braucht und ich kürzertreten sollte. Wie gut, dass nun ein paar Tage Urlaub vor mir lagen.)

Nachdem L und ich unsere Taschen gepackt hatten, fuhren wir am frühen Nachmittag los in Richtung Leipzig. Es war nichts los auf den Autobahnen und wir kamen trotz anhaltender Müdigkeit meinerseits schnell auf dem KNAUS Campingpark Leipzig-Auensee an. Wir bezogen unseren bis Sonntag gemieteten Bungalow … und stellten fest, dass es dort an einer kleinen Küchenzeile fehlte. Wenig später trudelte J auf seinem Fahrrad ein. 

Für den Nachmittag waren wir mit H und D verabredet. Diese baten wir vorab, uns Besteck und etwas Geschirr mitzubringen. H war zudem so nett, uns seinen Campingkocher auszuleihen. So ließ es sich die nächsten Tage wunderbar aushalten.

Mit H und D spazierten wir am frühen Abend zum Auensee, spielten mit L auf dem Spielplatz und nahmen die überwiegend jugendlichen Jungsgruppen, die den Männertag laut und mit reichlich Alkohol feierten, interessiert (und belustigt) wahr. Später besuchten wir das zum Campingpark gehörende Restaurant und aßen Burger und/oder (Süßkartoffel-)Pommes.

Kurz nach 21 Uhr lagen wir drei in unseren Betten. Ich las weitere Kapitel aus Band vier der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vor. Eine Stunde später schliefen wir.



Freitag, 27. Mai 2022


Aufgewacht sind wir erst kurz vor um neun. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so lange geschlafen habe. Es regnete. Wir blieben noch über zwei Stunden liegen und lasen in Ls Kinderbuch weiter. Die Geschichte ist wirklich sehr spannend.

Nach dem Aufstehen duschte ich, während J und L unser Porridge mit Obst zubereiteten. Mittlerweile schien die Sonne und wir konnten gemütlich vor unserem Bungalow frühstücken. Während J zum Einkaufen fuhr, sich anschließend in seine Laufkleidung schmiss und davonrannte, gingen L und ich auf den schönen Spielplatz auf dem Campingplatz. L fand schnell Freunde und spielte mit diesen. So konnte ich entspannt auf der Bank in der Sonne sitzen und mir den Wind um die Ohren wehen lassen. Zwischendrin absolvierte ich ein paar Sportübungen.

Am Nachmittag liefen wir zu dritt eine Runde um den Auensee und fuhren mit der Parkeisenbahn. Das machte uns allen viel Spaß. Es war eine sehr schöne Fahrt.

Abends saßen wir vor dem Bungalow und aßen gemeinsam das von J eingekaufte Essen. L und ich gingen nochmals zum Campingplatz-Spielplatz und spielten mit zwei Jungs Fußball. Das war sehr lustig. Wie bereits am Vortag lagen wir kurz nach 21 Uhr in unseren Betten, ich las weiter in dem Kinderbuch vor und wir schliefen früh ein.



Samstag, 28. Mai 2022


Auch am Samstagmorgen erwachten wir erst kurz vor neun Uhr. Ich fühlte mich herrlich ausgeschlafen. Da niemand aufstehen wollte, las ich das Kinderbuch zu Ende vor. Schade, dachte ich mir. Was machen wir denn am Abend?!

Zum Frühstück gab es Porridge mit Obst. Es regnete nicht, war jedoch deutlich bewölkter und kälter als die letzten Tage. 

Ls Laune war nur so mittelgut. Hin und wieder dachte ich in den letzten Tagen bei mir, dass sie vielleicht gar nicht soooo die krassen psychischen Probleme hat, sondern einfach nur ein kleiner nölender und nörgelnder Mensch ist. Ich kenne ein paar solcher Leute. Vielleicht gehört L einfach zu dieser Sorte Mensch. Ich werde das über einen längeren Zeitraum mal beobachten.

Nach dem Abwasch gingen L und ich zum Spielplatz auf dem Campingplatz. J fuhr nochmals mit dem Fahrrad einkaufen. (Wir hatten tatsächlich alles aufgefuttert.) Es war sehr windig, sodass wir es nicht allzu lange draußen aushielten. Gerade als J zurückkam, verkrümelten wir uns in den Bungalow.

Nach einem späten Mittagessen zogen J und ich unsere Laufsachen an. Gemeinsam mit L, die auf ihrem Fahrrad neben bzw. eher hinter uns herfuhr, liefen wir drei Runden um den Auensee. L und ich gingen nach diesen fünf Kilometern zurück in den Bungalow, J lief noch ein paar Runden weiter. Sehr zu meiner Überraschung und Freude wollte L duschen. (Sie mag es normalerweise nicht und versucht es zu vermeiden.) Diesen Tag kann ich somit wieder rot im Kalender markieren. Ich hatte den Eindruck, dass ihr das Duschen sogar Spaß machte.

Am frühen Abend spazierten wir nochmals um den See herum und nahmen sowohl Sonnenschein, Regenschauer als auch Wind mit. Unser Abendprogramm lief ähnlich ab wie in den letzten beiden Tagen. Wir aßen Abendbrot vor dem Bungalow, wuschen das Geschirr und Besteck ab, machten uns bettfertig und lasen. (Ich las noch mal die ersten zwei Kapitel von Ls Kinderbuch vor.) Kurz nach 22 Uhr war Ruhe in unserem Bungalow.



Sonntag, 29. Mai 2022


Geschlafen haben wir wieder bis kurz vor neun. Herrlich! Wir standen diesmal zeitnah auf, zogen uns an, packten unsere Sachen, frühstückten, wuschen ab und räumten das Gepäck ins Auto. Pünktlich um halb elf verließen wir den Bungalow und den Campingpark.

Als wir bei J in der Wohnung ankamen, machte ich es mir auf der Couch gemütlich (wie immer), während J am Rechner saß und L ihre Spielzeugkiste durchsah. Mittags fuhr J mit H Fahrrad. L und ich fanden den zweiten Band der Petronella Apfelmus-Kinderbuchreihe und lasen daraus vor.

Um vierzehn Uhr machten wir drei uns gemeinsam mit Js Mitbewohner J und einer Bekannten auf den Weg nach Dölitz zum Dorffußball. Es spielte der Rote Stern Leipzig gegen Zwenkau. (Die letztgenannte Mannschaft gewann mit zwei Toren.) Es war eine andere (bessere und entspanntere) Atmosphäre als beim letzten Fußballspiel. Ich würde sogar behaupten, L hatte Spaß. Sie stellte interessiert ihre Fragen zum Geschehen auf dem Spielfeld und stand mutig neben uns am Rand. Wir aßen ein unglaublich leckeres Sojasteak und tranken Fassbrause. Es war ein wunderbares Ereignis.

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher zu Ls Grundschule, die unmittelbar auf dem Heimweg lag. Leider hatte L sehr schlechte Laune (diese wechselt bei ihr wie das Wetter und ich weiß nicht, woran es liegt, da ihr niemand etwas tut), sodass sie nur halbherzig hinsah. Sie äußerte mir gegenüber ein paar abfällige und gemeine Kommentare über ihre neue Schule, die mich sehr traurig machten. Ich wünsche ihr (und mir), dass sie sich im Herbst schnell in der neuen Stadt und im Schulalltag zurechtfindet.

Erst halb sechs waren wir wieder in Js Wohnung und taten dasselbe wie vor dem Fußballspiel. Zum Abendessen gab es für jeden eine leckere (vegane) Pizza von der Pizzeria Kruste. Anschließend spielten wir ein Abenteuer des Robin Hood-Brettspiels. L, die Gesellschaftsspiele eher langweilig findet, hatte großen Spaß. J und J spielten bis 22 Uhr weiter, während ich L schon eine Stunde eher ins Bett brachte. Ich selbst war auch unglaublich müde und schlief nur kurze Zeit nach ihr ein.

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