Gedanken- und Alltagsschnipsel im Mai

Alltagsschnipsel

Seit dem 2. Mai nutzen L und ich das Fahrrad für den Weg zum Kindergarten bzw. zur Arbeit. Ausnahmen hiervon stellen lediglich Schlechtwettervorhersagen (Gewitter) oder Termine und Verabredungen, für deren Wahrnehmung die Verwendung eines Autos angenehmer ist, dar. 

Schon nach wenigen Tagen konnte ich erfreut feststellen, dass L von Fahrt zu Fahrt geschickter, mutiger und sicherer wird. Ihre Angst vor der langen Abfahrt, mit der jeden Morgen unsere Reise zum Kindergarten beginnt, schwindet allmählich. (Auch wenn ich diese Angst gut nachvollziehen kann.) Sie lernt mehr und mehr, dass sie ihrer Fahrradbremse vertrauen kann. Spaß am Fahren hat sie obendrein auch.

Mir tun die frische Luft und die Bewegung am Morgen sehr gut. Ich merke während der Fahrt, wie Stress abgebaut wird. Ich würde Erfurt zwar nicht als fahrradfreundliche Stadt bezeichnen, dennoch kommen L und ich sowohl morgens als auch nachmittags gut voran. Ein großer Vorteil am Fahrradfahren ist, dass wir nachmittags bequem von Spielplatz zu Spielplatz fahren können.

Ich möchte Ls Schulweg ab Ende August in unserer neuen Heimat überwiegend mit dem Fahrrad zurücklegen und nur selten das Auto oder die S-Bahn nutzen. Ich bin mittlerweile sehr optimistisch, dass wir dieses Vorhaben problemlos schaffen werden.


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L und ich besuchten in diesem Monat zwei Vorstellungen im Kino. Wir schauten bei Unmengen an Popcorn den neuen Biene Maja Film und ein anderes Mal den Dokumentarfilm Willi und die Wunderkröte. Gerade letzterer war sehr informativ und die Thematik/Problematik kindgerecht umgesetzt. 

In den nächsten Wochen und Monaten laufen noch etliche Filme, die uns interessieren und die wir uns im Kino anschauen wollen. Zum Glück habe ich noch einige Kinogutscheine, die nun nach und nach zum Einsatz kommen werden.


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Ursprünglich wollte ich L für das Kinderradrennen „Fette Reifen“ anmelden, bei dem sie zwei Runden (circa fünfhundert Meter) hätte zurücklegen müssen. Der Gedanke an die Zuschauer, die ihr Augenmerk mit auf sie gerichtet hätten, schreckte sie allerdings ab. 

Jedoch erzählte sie mir einige Tage vor dem Rennen immer wieder, dass ihr Freund K an dem Rennen teilnimmt und sie ihn unbedingt anfeuern möchte. So kam es, dass L und ich Mitte Mai direkt nach dem Kindergarten mit den Fahrrädern zur Radrennbahn Andreasried fuhren. K und sein Papa waren tatsächlich da, allerdings – so wie wir – auch nur als Zuschauer. 😉

Die beiden Kinder spielten bzw. rauften mehr miteinander als sie tatsächlich den Kinderradrennen oder den sich anschließenden Rennen des Steher Grand Prix folgten. Mich störte es anfangs ein wenig, da sie kaum Rücksicht auf die anderen Zuschauer nahmen. Als sie ihr Spiel auf einer hinter den Rängen befindlichen Wiese fortsetzten, wurde ich zusehends entspannter.

Das erste Rennen des Steher Grand Prix fand ich unglaublich spannend. Es machte mir richtig Freude, den acht Motorrad- und Rennradfahrern dabei zuzusehen, an die Spitze zu kommen und das Rennen für sich zu entscheiden.


Eine Woche später fuhren L und ich erneut zur Radrennbahn Andreasried. Dort fand ein Radsportaktionstag mit Fokus auf Nachwuchsgewinnung statt. Neben einer Hüpfburg, auf der L viel Spaß hatte, und einigen Geräten für Koordinationstraining, auf denen wir beide viel Freude hatten, konnte sie in drei Disziplinen ihr Können unter Beweis stellen. Sie absolvierte die Stationen Schnelle Runde, Geschicklichkeitsfahren und Ergometer. Besonders freute sich L über ihre erste Medaille, die es zur Belohnung für die absolvierten Übungen gab.  


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Mit meiner Sportroutine und -motivation bin ich immer noch nicht zufrieden. Mittlerweile erhalte ich einmal wöchentlich einen Trainingsplan mit drei oder vier Übungen, die maximal zehn Minuten meiner Zeit in Anspruch nehmen. Dieser Plan hilft mir sehr, um dranzubleiben. Ich bin froh, dass L sich auf unser Fahrradexperiment eingelassen hat und oft den Wunsch äußert, mit mir in die Boulder- oder Schwimmhalle zu gehen.


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Apropos Schwimmhalle. Ab Mitte Juni nimmt L über den Kindergarten an einem Schwimmkurs teil. Ich bin gespannt, ob sie es innerhalb der vierzehn Schwimmstunden schafft, schwimmen zu lernen. Ob gleich das Seepferdchen-Abzeichen herausspringt, ist mir persönlich nicht so wichtig. Ich fände es jedenfalls unglaublich toll, könnte sie im Juli bereits schwimmen, denn in unserem Mama-L-Urlaub wird es einen Swimmingpool direkt bei der Unterkunft geben.


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In einem Fachcenter durfte sich L vor einigen Tagen ihren Schulranzen, der sie die nächsten vier Jahre ihrer Grundschulzeit begleiten soll, aussuchen. Die Beratung ging schnell und unkompliziert von statten. Ich bin froh, dass wir einen Schulranzen, der unter einem Kilo wiegt, finden konnten. Dieser passt zudem perfekt auf Ls Rücken. Wider Erwarten ist der von ihr gewählte Rucksack nicht rosa oder pink, sondern fliederfarben bis bläulich.

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