Gedanken- und Alltagsschnipsel im April

Alltagsschnipsel

Seit Mitte April haben L und ich sowohl eine Wohnung als auch eine Grundschule in Markkleeberg bzw. Leipzig sicher. Umziehen werden wir direkt zu Beginn der Kitaschließzeit Mitte Juli. Ich freue mich über beides sehr, kann ich mich nun voll und ganz darauf konzentrieren, was in die neue Wohnung mitgenommen werden soll und was nicht. Auch ein paar Vorbereitungen hinsichtlich Ls Schuleinführung möchte ich noch treffen. Ein großes Event plane ich zwar nicht, aber einen schönen Tag möchte ich ihr dennoch gern bereiten.

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Anfang des Monats schleppten J und ich L zu ihrem ersten Fußballspiel mit. Es spielte Chemie Leipzig gegen Carl Zeiss Jena. (Erstgenannte Mannschaft gewann das Spiel.)

L war die Stadionatmosphäre nicht geheuer. Ihr machten die Fahnen, die Stadiongesänge und verständlicherweise auch die Rauchbomben Angst. Wir wechselten bereits nach wenigen Minuten vom Fan- in den Familienbereich. Das Gelbe vom Ei war es für L zwar immer noch nicht, aber wenigstens wollte sie von dort aus das Spiel bis zum Ende sehen. Ich hingegen war positiv überrascht, wie liebevoll der Familienbereich eingerichtet wurde.

J und ich sind uns einig, dass wir mit ihr beim nächsten Mal lieber zu einem ruhigeren Spiel in ein noch kleineres Stadion gehen wollen.

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Circa fünf Mal waren L und ich in unterschiedlichen Konstellationen auf dem Erfurter Altstadtfrühling anzutreffen. Mal waren meine Eltern mit dabei, mal Ls Kindergartenfreund K und sein Papa, mal Ls Opa väterlicherseits. L fuhr dieses Mal recht wenig Karussell. Sie hatte größere Freude bei den unterschiedlichen Buden. Am liebsten angelte sie Enten, warf mit Dartpfeilen auf Luftballons beziehungsweise mit Bällen auf Umklapptafeln oder wollte losen. Wir konnten Ls Kuscheltierbestand von 160 auf knapp 170 ausweiten.

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Die zurückliegenden Ostertage waren für mich sehr entspannt.

Den Karfreitag verbrachten wir mit Ls Oma M. Wir aßen gemeinsam ein von M zubereitetes Mittagessen, ließen L im Garten erste Osterkörbchen suchen, machten bei ein paar Folgen „Michel aus Lönneberga“ Mittagsruhe und gingen am späten Nachmittag auf den Friedhof.

Am Samstag grillten wir um die Mittagszeit bei meinen Eltern. Zuvor durfte L wieder suchen, ob der Osterhase bereits Süßigkeiten und Kleinigkeiten versteckt hatte. (Hatte er.)

Direkt nach dem Grillen fuhren wir knapp zweieinhalb Stunden in Richtung Lauf an der Pegnitz zu J und seinen Eltern. In den vier Tagen unseres Aufenthalts wurde gebruncht, generell unglaublich viel gefuttert, im Garten nach Osterkörbchen gesucht, gepuzzelt, geboult, gejoggt, musiziert, spaziert und in der Sonne im Liegestuhl entspannt.

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Ich habe meine neue Herausforderung oder vielmehr Aufgabe gefunden: L im Umgang mit ihren (negativen) Gefühlen helfen.

In gewisser Weise tue ich das bereits durch die einmal monatlich stattfindenden Termine bei der Kinderpsychologin. Das war und ist ein sehr guter Anfang für L und mich.

L erwischte mich nämlich in der ersten Nacht in Lauf bzw. am Morgen danach eiskalt, als ich sah, dass sie sich offenbar nachts ihr Gesicht zerkratzt hatte, weil irgendetwas nicht so verlief wie sie es sich wünschte. (J, L und ich schliefen in einem Raum, aus Platzgründen allerdings nicht alle im selben Bett. Diese Nacht war für alle im Haus der absolute Horror.)

Als wir nach den freien Tagen wieder zu Hause waren, überlegten L und ich uns gemeinsam ein erstes Mantra. L hatte direkt eine richtig gute Idee. Mantra eins steht somit fest. Wir werden aber mindestens noch ein weiteres etablieren.

Mir ist es sehr wichtig, dass sie lernt, ihre Gefühle zu kontrollieren. Wenn sie bereits mit sechs Jahren erste Anzeichen eines selbstverletzenden Verhaltens aufweist, kann ihr und mir das spätestens in der Pubertät richtig auf die Füße fallen. Ich werde mein bestes tun, ihr zu helfen.

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