Ein Wochenende im April

Alltagsschnipsel

Freitag, 8. April 2022

Drei von vier Erzieherinnen in Ls Doppelgruppe wurden am Dienstag positiv auf Corona getestet. Aus diesem Grund durften ab Mittwoch nur noch Eltern ihre Kinder in den Kindergarten bringen, die einer Arbeit nachgehen. Um die Einzelkämpferin zumindest ein wenig zu entlasten, holte ich L am Freitag bereits um halb drei ab. 

Zu Hause hatte ich einiges zu tun. Zuerst kümmerte ich mich um die kürzlich im Gartenmarkt gekauften Pflanzen und verschönerte unseren Eingangsbereich. L spielte derweil mit ihren Puppen und dem Bollerwagen im Garten. Ich verteilte anschließend die restliche frische Erde auf alle Zimmerpflanzen in der Wohnung, düngte und goss sie und brachte drei Pflanzenstäbe an. Das war längst überfällig und ich behaupte, die Pflanzen haben sich sehr darüber gefreut.

Für die Kindergeburtstagsfeier am nächsten Tag buk ich einen Schokoladenkuchen. Auch wenn der Marshall-Tortenaufleger an einigen Stellen bereits gebrochen war, stellte mich das Ergebnis zufrieden. Den Kindern wird das sicher auch nichts ausmachen.


Unseren Fernseher, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber noch gut in Schuss ist, habe ich an meine Eltern verkauft. L ist die einzige, die ihn nutzt. Fernsehen kann sie allerdings auch über meinen Laptop oder das Tablet. Ich möchte außerdem unsere neue Wohnung ohne Fernseher einrichten. Da meine Eltern das Gerät schon am Sonntag abholen wollen, richtete ich endlich meinen Arbeitsplatz im Arbeitszimmer ein, verband den Laptop mit dem Monitor und schaute zum Schluss noch nach dem Ton. Nun kann L ihre Serien und Filme vom Arbeitszimmer aus schauen. Um meinen externen CD- und BluRay-Player kümmere ich mich in Kürze.


Seit Donnerstag verläuft Ls Einschlafbegleitung auf Anraten der Kinderpsychologin und aufgrund meiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse anders. Ich lege mich nun nicht mehr mit zu ihr ins Hochbett, sondern mache es mir vor dem Bett gemütlich. Wenn L eingeschlafen ist, kann ich mich so leichter aus dem Kinderzimmer stehlen. Die Veränderung führte am ersten Abend zu ein paar Tränen, dennoch fiel Ls Reaktion nicht ansatzweise so intensiv aus wie von mir erwartet. Und es funktionierte: Sie wachte nicht auf, als ich ihr Zimmer verließ. Freitagabend stellte sie dieses neue Vorgehen schon gar nicht mehr infrage. Ich würde mich freuen, wenn sie sich schnell an die neue Situation gewöhnt.

Samstag, 9. April 2022

Viel zu früh um kurz nach halb sieben wachte ich gestern Morgen auf. Draußen ging gerade die Sonne auf. Ich nutzte die Zeit, in der L noch schlief, und schaute meinen am Vortag begonnenen Star Wars Film zu Ende. Als L schließlich auch erwachte, kuschelten wir noch zwei Stunden lang im Bett herum und schauten über die ZDF App je eine Folge Bibi Blocksberg und Bibi und Tina.

Nach dem Frühstück nahmen wir die letzten Geburtstagsfeiervorbereitungen in Angriff: Innen- und Außendekoration anbringen, Tische decken, Knabbereien heraussuchen, Spiele und Preise sortieren, Wohnung grob säubern und Ls Kinderzimmer aufräumen. Ich ging noch fix duschen und ruhte mich ein wenig aus. 


Zehn nach 14 Uhr traf Ls bester Freund K ein. Zehn Minuten später kamen zwei weitere Jungs und zum Schluss Y mit seinen Eltern. Ich war beiden sehr dankbar, dass sie die ganze Zeit der Feier unterstützend mit dabei waren, denn ich hatte die Lautstärke von fünf aufgeregten Kindern und die Eigendynamik ein wenig unterschätzt. In den folgenden fünf Stunden futterten wir Schokoladenkuchen am Nachmittag, Pommes und (vegane) Wiener Würstchen am Abend, spielten Sack hüpfen, Eier laufen und Topf schlagen, veranstalteten ein Schaumkusswettessen, bauten die Carrera-Rennbahn auf und wechselten aufgrund des Aprilwetters mindestens drei Mal zwischen Wohnung und Garten. Die Zeit verging wirklich wie im Fluge und ich behaupte, L und ihre vier Jungs hatten Spaß.


Halb acht war es wieder ruhig. L durfte noch ein wenig fernsehen. Ich räumte die Wohnung auf und ruhte mich noch etwas aus, ehe ich L mit der neuen Einschlafbegleitmethode ins Bett brachte.

Ich begann die nächste Episode von Star Wars und verließ kurz vor 22 Uhr Ls Zimmer. Gerade als ich selbst das Licht ausmachen wollte, hörte ich Ls Schritte. Sie träumte offensichtlich noch, denn sie redete. Sie lief vom Flur schnurstracks in den Wintergarten aka Esszimmer. Ich rief sie. Sie reagierte auch darauf und kam nach Aufforderung in mein Bett gekrabbelt. Dort schlief sie direkt weiter. Ich fand diese Situation unglaublich gruselig.

L ist also eine Schlafwandlerin. Ich hatte bereits in der Quarantäne so einen Verdacht und diesen nun bestätigt bekommen. Über Doktor Google erfuhr ich, dass Schlafwandeln vererbt wird. Meine Mama ist ebenfalls eine Schlafwandlerin. Schauen wir mal, ob sich das verwächst oder ob es ein Teil von L bleibt.

Sonntag, 10. April 2022

Geschlafen haben wir heute bis kurz vor acht. Wie gestern auch standen wir nicht gleich auf, sondern schauten den Yakari Kinofilm. Zum Frühstück gab es ein Stück Schokoladenkuchen für jeden.

Am Vormittag kamen meine Eltern. Mein Papa stöpselte den Fernseher ab und wir fuhren ihn gemeinsam in die Wohnung meiner Eltern. Meine Mama passte derweil auf L auf. Die Aktion dauerte nicht lange. Schon am Mittag gingen wir zu viert noch mal auf den Rummel. L gewann wieder drei Kuscheltiere, eine Wackelente und eine Puppe.

Als wir am frühen Nachmittag wieder zu Hause waren, ruhte ich mich ein wenig aus. Ich konnte sogar etwas Mittagsschlaf machen. L hörte nebenbei leise ein Hörspiel (und futterte Süßigkeiten).

Auf Ls Wunsch hin aßen wir um vier eine Portion Nudeln mit Tomatensoße. Anschließend kaufte ich in ihrem Laden ein. Gegen 17 Uhr war es Zeit für die Badewanne. L durfte heute erstmals ihren neuen Fernsehplatz ausprobieren, während ich die Zeit nutzte und mit meiner Freundin J telefonierte.

Während der Einschlafbegleitung schaute ich meinen Star Wars Film zu Ende.

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