Rein zufällig und aus einer Laune heraus googelte ich Mitte Februar nochmals nach Ls Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Was auch immer ich im Sommer 2020 diesbezüglich im Internet fand, wurde auf keiner der Websites mehr erwähnt. Verwirrt und leicht hoffnungsvoll schrieb ich direkt eine E-Mail an unser hiesiges Jugendamt und schilderte knapp unseren Fall (Halbwaise durch den Tod des Vaters, Erbausschlagung und keine Halbwaisenrente). Nur wenige Stunden später rief mich eine Mitarbeiterin des Jugendamtes zurück und bestätigte mir, dass L Unterhaltsvorschuss zusteht. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich das für L und somit auch für mich freut. Das macht es uns doch ein wenig leichter in Zukunft.
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Ich habe mich entschieden: Die vierte Sprache, die ich nun auf Duolingo lerne, ist Schwedisch. Einige Lektionen habe ich bereits absolviert. Ich habe gut reingefunden und es macht mir Spaß, die Mischung aus Englisch, Deutsch und was auch immer zu erlernen. Anfang Juni fahren L, J und ich gemeinsam mit meiner Freundin J und ihrem J nach Schweden. Bis dahin kann ich sicherlich noch einige Wörter mehr.
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Für besagten Urlaub in Schweden haben wir bereits ein schönes großes Haus mitten im Nirgendwo Nahe Oskarshamn gebucht. L, J und ich werden auf der Fähre von Deutschland nach Schweden und zurück übernachten. Das macht es entspannter. Wir wollen unbedingt das Meer, einen Elchpark und Astrid Lindgrens Welt sehen. Ansonsten steht Erholung und Entspannung auf dem Plan. Ich freu mich schon riesig darauf. ❤
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Über Pfingsten werden L, J und ich drei Nächte auf einem Campingplatz verbringen. Ich hoffe auf gutes Wetter, auch wenn wir dieses Mal nicht in einem Zelt, sondern einer Blockhütte übernachten werden. (Dieses Jahr steht Erholung und Urlaub im Vordergrund.)
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Mitte März besuchte ich erstmals seit X Jahren wieder ein Konzert, welches nicht unter freiem Himmel stattfand. Gemeinsam mit J und einigen anderen genoss ich unter strengen 3G-Regeln die Musik der britischen Band Maybeshewill im Felsenkeller in Leipzig und fühlte mich wieder wie ein Teenager. Es war wirklich wunderschön, auch wenn es sicherlich merkwürdig ist, bei einem Konzert die ganze Zeit über eine FFP2-Maske zu tragen.
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Einen Monat hatte ich mit teils starken, teils aushaltbaren Stresssymptomen zu kämpfen, die mich Mitte Februar unvorbereitet und total unerwartet trafen. Wirklich gut oder sehr gut geht es mir erst seit dem Wochenende im Rhön Park Hotel Aktiv Resort.
Ich hoffe, dass ich es nun dauerhaft schaffe, Stress zu reduzieren. Ich werde die Zeit nutzen und alles dafür in die Wege leiten. Ich werde mir Unterstützung und Hilfe suchen, sofern möglich, und an mir selbst arbeiten, entspannter und gelassener zu werden. Mir machte diese körperliche Schwäche in den schlimmsten Phasen/Schüben große Angst. Ich möchte das in dieser Intensität nicht noch mal erleben.
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Die Wohnungssuche in Leipzig läuft an. Es werden nun immer mehr Inserate für frei werdende Wohnungen im Sommer veröffentlicht. Ich bin sehr gespannt, in welchen Stadtteil es L und mich letztendlich verschlägt.
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Da ihr jemand kurzfristig absagte, hatte ich im ersten Drittel des März‘ das große Glück, mit Ls Kinderärztin, die gleichzeitig auch eine Kinder- und Jugendpsychologin ist, über Ls teilweise merkwürdiges Verhalten zu sprechen. Dieses einstündige Gespräch, das ich mit ihr alleine führte, war sehr gut. Es tat gut, eine neutrale Sicht zu erhalten, und jemanden zu haben, der zuhört und das Gesagte direkt einordnen kann.
Die Ärztin sieht den größten Fokus überraschenderweise auf mehr Zeit für mich. L kann es zum Beispiel nicht ertragen, wenn ich sitze und nichts tue. Wusle ich in der Wohnung umher und mache Hausarbeit, stört sie das überhaupt nicht und spielt. Die Ärztin schlug vor, mit L im Alltag kleine Verabredungen zu treffen. Ich habe nun also eine Eieruhr gekauft. Beginnen werde ich mit fünf oder zehn Minuten, in denen ich ihr sage, dass jetzt Mama-Zeit ist. Sobald es klingelt, treffen wir uns wieder und machen Aktivität X wieder zusammen. Ich bin gespannt, ob das funktionieren wird und ab wann ich eine halbe Stunde einfach mal nichts machen darf. 🙂 Ebenso soll ich mir (vor allem dann in Leipzig) einen oder zwei Babysitter suchen und den Großelterndienst kontaktieren. Sie hält unseren geplanten Umzug für sehr sinnvoll, können wir so Abstand zu den Geschehnissen gewinnen und neue Eindrücke sammeln.
