Tagebuch – 5. bis 7. März 2021

Alltagsschnipsel

Heute vor genau zwei Jahren verstarb Bs, Js und meine Grundschul-/Orchesterfreundin J an Brustkrebs. Ich denke immer noch oft an sie und ihr trauriges Schicksal. Spätestens seit ihrem Tod wurde mir deutlich, wie schnell sich das Leben ändern oder sogar vorbei sein kann. Es ist für mich seither noch wichtiger geworden, in regelmäßigen Abständen das eigene Tun zu hinterfragen, innezuhalten und gegebenenfalls zu entschleunigen.

Mir gefällt der Spruch … irgendwie


Heute vor acht Monaten starb M. An manchen Tagen bin ich überrascht, wie viel Zeit schon vergangen ist, an anderen, wie viel Monate seither erst verstrichen sind. Ls und mein Leben ging nahtlos weiter. Es ist definitiv ruhiger geworden und doch sind in diesen acht Monaten sehr viele (positive) Dinge geschehen. Ich bin dafür unendlich dankbar! Gestern besuchten L und ich Ms Grab.


Seit circa drei oder vier Wochen drängen sich vermehrt Ms letzte Lebensminuten in meine Gedanken. Ich gebe zu, dass ich hin und wieder damit zu kämpfen habe. Die Bilder verfolgen mich – mal mehr, mal weniger. Diese Gedanken schränken mich aber nicht in meinem Alltag ein. Wie ich damit umgehe und/oder ob ich psychologische Hilfe zur Bewältigung benötige, weiß ich im Moment noch nicht. Ich komme klar.

Sowohl Samstag als auch heute war L bereits um 06:40 Uhr wach. (Ich weiß, dass mich andere Eltern an dieser Stelle beneiden würden.) Für mich ist diese Uhrzeit ein Grund, um ein bisschen zu jammern. L schläft am Wochenende wenigstens bis halb acht. Am Freitag kam L leicht verschnupft aus dem Kindergarten. Ich denke, ihr vorzeitiges Aufwachen hängt damit zusammen.

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Telefonat mit meinem Bruder.
Freitag Mittag telefonierten mein Bruder und ich wieder eine halbe Stunde. Wir besprachen seinen geplanten Aufenthalt in zwei Wochen bei uns. Er erzählte von seinen Neueinstellungen und teilte mit, dass er nächste Woche für ein paar Tage wieder zu einem Workshop nach Konstanz fährt.

Besuch.
Meine Cousine besuchte uns gemeinsam mit ihrer Tochter L am Freitag Nachmittag. Die beiden Kinder spielten eine Weile sehr lieb miteinander … bis zu dem Moment, indem meine Cousine genau dies feststellte und laut äußerte. Was auch immer dann in den Köpfen geschah, wissen vermutlich nur die beiden Mädchen. Meine Cousine und ich fühlten uns stellenweise an eine Sitcom erinnert … oder an eine Party, bei der alle Gäste betrunken und wir die Fahrer sind. Hilfe! Die beiden Mädchen waren wirklich anstrengend, unausstehlich und absolut nervtötend. Dennoch war es schön, die beiden mal wieder bei uns zu Hause zu haben.

Ostramondra.
Da Ls Schnupfen wieder so gut wie weg und sie sehr gut drauf war, sagten wir das vor Wochen geplante Treffen mit ihrem Kindergartenfreund Y und seinen Eltern K und X nicht ab. Die drei zogen vergangenen Herbst von Erfurt nach Ostramondra. Morgens um viertel vor elf saßen L und ich im Auto und fuhren eine halbe Stunde in Richtung Sömmerdaer Landkreis. Anfangs war L sehr schüchtern. Aber schon einige Minuten später spielte sie mit Y im Wohnzimmer, während ich mich mit Ys Eltern unterhielt und sie auf den „aktuellen Stand“ brachte. Nachmittags besuchten wir den Spielplatz. Circa sechs Stunden später machten L und ich uns erst wieder auf die Heimfahrt.

Dass L so gern mit ihrem neuen Fahrrad fährt und ich wieder Spaß am Kochen habe, freut mich sehr. 🙂

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