Tagebuch – Unsere Zeit vom 18. bis 30. November 2020

Alltagsschnipsel

Am 18. Dezember war es soweit: Ich fuhr am Vormittag in einem leeren Zug zum Hauptbahnhof nach Frankfurt am Main, stieg dort nach einer kleinen „Shoppingtour“ in der Bahnhofsbuchhandlung in die Straßenbahnlinie 11 um und stand wenige Stationen später vor dem Renault Autohaus, um mein neues Dienstfahrzeug abzuholen. Ich fahre also ab sofort einen Renault Megane Plug-In Hybrid. Das Fahrzeug verfügt über das von mir gewünschte Automatik-Schaltgetriebe. Mehr war mir persönlich nicht wichtig. Ich freue mich sehr, dass ich nun nicht mehr in einem Auto sitzen muss, dass beim Anfahren oder mitten in der Kurve einfach ausgeht. ❤ (Unser Familienauto wurde gleich am Tag darauf vom Nachlasspfleger abgeholt. Natürlich hab ich wieder ein paar Tränen vergossen, denn zu diesem Fahrzeug hatte ich die intensivste Bindung.)

Viel Sport habe ich in den letzten Tagen auch gemacht. Ich freue mich wirklich sehr, dass es mir wieder so leicht fällt, ein paar Minuten des Tages meinen Sportübungen zu widmen. L unterstützt mich ebenfalls. Sie hat kürzlich die Sportvideos von Alba Berlin kennengelernt und ist seitdem ganz verrückt danach. Wir machen also nahezu immer gemeinsam Sport. ❤

Mein Kollege/Freund J ließ kürzlich einen Satz fallen, der bei mir sofort eine Handlung auslöste. Ich meldete mich noch am selben Tag bei Duolingo an. Ich will schon so lange meine Sprachkenntnisse verbessern. Das betrifft in erster Linie natürlich Englisch. Ich verstehe nahezu alles, wenn jemand Englisch mit mir spricht. Aber mir fällt es unglaublich schwer, sinnvoll und einigermaßen grammatikalisch korrekt zu antworten. Ich will aber auch mein Französisch verbessern, denn diese Sprache liebe ich sehr. Nun mache ich beides … und es macht unglaublich viel Freude. Ich hatte schon viele Aha-Momente, auch wenn beide Sprachen derzeit noch auf einem sehr einfachen Niveau sind. Zu Weihnachten besuchen uns U, E und K aus Albanien. Ich wünsche mir, dass ich mit E ein paar Sätze in Englisch sprechen kann.

Am 21. November wurde im Erfurter Stadtpark eine mongolische Linde für M gepflanzt. Ms und meine Freunde haben dies organisiert und in die Wege geleitet. Mit großem Abstand schauten wir bei der Baumpflanzung zu und ließen anschließend einen Luftballon in den Himmel steigen. Nun haben L und ich die Möglichkeit, M zu besuchen, ohne jedesmal den Hauptfriedhof aufsuchen zu müssen. Ganz in der Nähe von Ms Baum befindet sich auch ein Spielplatz. ❤

An der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ habe ich teilgenommen. Ich habe für einen Jungen im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren einen Karton mit verschiedenen Dingen gefüllt. Besonders stolz bin ich, da ich nichts davon über Amazon bestellt habe. Ich war in zwei richtigen Läden und habe die Sachen gekauft. Knapp eine Woche vor Ende der Aktion gab ich mein Paket bei der Post auf. Nächstes Jahr möchte ich wieder daran teilnehmen.

Die letzte Novemberwoche war sehr anstrengend. L und ich verstanden uns überhaupt nicht gut. Ls Verhalten mir gegenüber war schon sehr fragwürdig. Mein Bruder äußerte bei einem unserer Telefonate, dass sie aktuell vielleicht eine Papa-Phase haben könnte. Würde M noch leben, würde sie vermutlich einfach mehr Zeit mit ihm verbringen und mich „meiden“. Da M allerdings nicht mehr bei uns ist, muss sie mich tagein, tagaus sehen/ertragen. Ich schien ihr also auf die Nerven zu gehen. Auch Ms Mama gegenüber verhielt sie sich sehr merkwürdig. Glücklicherweise verstanden wir uns ab dem Wochenende des ersten Advents wieder besser. Ls Verhalten nahm mich sehr mit und ich fragte mich oft, ob ich als Mama nicht einfach komplett unfähig bin.

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