Tagebuch – Wochenende vom 30. Oktober bis 1. November 2020

Alltagsschnipsel

Freitag, 30. Oktober 2020

Mein Bruder hatte Geburtstag. Gleich nachdem ich L viertel vor acht in den Kindergarten brachte, machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof und fuhr in einem komplett leeren Abteil zweieinhalb Stunden nach München. 


Kurz nach um elf holte mich mein Bruder vom Münchener Hauptbahnhof ab. Wir besichtigten zuerst sein Office. Dort lernte ich die übrigen Mitglieder seiner Band SHRX (wird Sharks ausgesprochen) kennen … und erhielt zusammen mit der Freundin eines Bandmitglieds ein Privatkonzert. Das war schon ziemlich cool, aber für uns und die Jungs vermutlich auch etwas unangenehm. Denn wir saßen nur knapp zwei Meter von ihnen entfernt. Nach dem Intro und dem ersten Song hatten wir uns allerdings aneinander gewöhnt und es wurde von Song zu Song normaler, so nah beieinander zu sein.

Mit dem Taxi fuhren wir am Mittag aus München raus. Nach einer dreißigminütigen Fahrt hielten wir bei einem super coolen Gasthaus in Baiernrain. Ich bezog mein Einzelzimmer (nachdem ich das mir und dem Sänger angebotene Doppelzimmer ablehnte 😉 ) und warf mich in Schale … oder besser in Tracht.


In der Bauernstube traf ich schließlich auf das Covid-19 negativ getestete Team. (Wir saßen den Nachmittag und Abend über auf vier Tische verteilt, durften den Platz nicht wechseln, trugen beim Verlassen der Stube den Mund-Nasen-Schutz und saßen mit viel Abstand zueinander.)

Das Essen war der Hammer! Ungefähr die Hälfte ernährte sich wie ich vegan/vegetarisch und dementsprechend waren die Mahlzeiten ausgewählt worden.


Am Abend machte mir eine Kollegin meines Bruders ein Kompliment. Sie und die anderen Mädels bewunderten schon die ganze Zeit über meine starke Ausstrahlung. (Ich kann mit Komplimenten noch nicht umgehen, bin aber dabei, das zu lernen.) Nachdem ich zu der Einsicht kam, dass sie das Gesagte ernst meinte und sich nicht über mich lustig machte, freute ich mich den ganzen restlichen Abend, eigentlich seitdem sehr darüber. ❤

Samstag, 31. Oktober 2020

Gegen Mitternacht schlief ich ein und erwachte erst kurz vor acht. Ich konnte also super gut schlafen.

Nach dem ausgiebigen und leckeren Frühstück spazierten wir zu viert in der warmen Sonne zum Nachbarort Lochen. Unterwegs begegneten wir einem Fuchs (ich bin einem Fuchs noch nie so nahe gekommen), einem Dackel, der uns ein Stück des Weges begleitete, und einer Katze.


Als wir um die Mittagszeit wieder zurück bei der Gaststube waren, fuhren zwei Rettungswagen mit Blaulicht und wenig später ein Polizeiwagen und der Notarzt vor. Einer der Gäste sei wohl ohnmächtig geworden. Ich brauchte ein paar Minuten, um das flaue Gefühl in meinem Bauch unter Kontrolle zu bringen. Ich stellte kürzlich fest, dass mich auch Rettungswagen triggern. Mein Bruder hatte als einziger schon wieder Hunger und bestellte sich eine Brotzeit, ehe wir gegen 14:00 Uhr mit dem Taxi zurück nach München fuhren.

Ich stellte meinen Koffer in der Wohnung meines Bruders ab und machte mich mit ihm gleich wieder auf in Richtung Theresienwiese. Um Menschenkontakte auf engstem Raum zu vermeiden, liefen wir mehrere Stunden durch München. Das war wirklich sehr schön, da wir uns dabei auch gut und viel über wichtige Themen unterhalten konnten. Bei einem Thema, das mich schon länger beschäftigt, konnte er mich sogar aufbauen.

Am Abend bestellten wir überteuertes, aber unglaublich leckeres Deluxe-Sushi.

Sonntag, 1. November 2020

Ich schlief auch diese Nacht richtig gut. Wach war ich allerdings schon halb acht rum. Als mein Bruder kurz vor neun kam, stand ich auf.

Am Vormittag fuhren wir gemeinsam mit dem Zug zurück nach Erfurt und wurden von unseren Eltern mit einem leckeren Essen begrüßt. Meine kleine L holte ich gegen 15 Uhr vom größeren Spielplatz im Stadtpark ab. Ms Mama ließ die letzten Tage mit L Revue passieren, berichtete aber über viel Spaß und ein liebes Kind. Als L und ich wieder bei meinen Eltern waren, spielte sie den Rest des Besuchs mit ihrem Onkel oder futterte Kuchen und Kartoffelsalat.

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