Tagebuch – Unsere Woche vom 26. bis 27. Oktober 2020

Alltagsschnipsel

Unser Team-Weekly nutzten wir gestern Vormittag zur Besprechung der weiteren Vorgehensweise. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Menschen nimmt nun auch in Thüringen massiv zu. Immer mehr Regionen werden zu Risikogebieten erklärt. Ein Drittel des Teams befindet sich ab heute für unbestimmte Zeit ausschließlich im Homeoffice. Dass wir durch den Neustart einige Mitarbeiter verloren hatten, kommt uns nun zugute. Alle anderen Teammitglieder können sich nun so auf die Büroräume aufteilen, dass jeder alleine sitzt. Auf den Gängen werden wir noch akribischer auf den Mindestabstand achten als bisher. Gemeinsame Pausen und Besprechungen im Konferenzraum werden eingeschränkt, im besten Fall vermieden. Sobald in Erfurt die Warnstufe Rot verkündet wird, müssen mein Kollege/Freund M und ich noch strengere Regeln finden. Mir blutet das Herz! 😦

Wie bereits erwähnt, leide ich seit ein paar Wochen unter Schlafstörungen. Medikamente oder ärztlicher Hilfe bedarf es meines Erachtens noch nicht. Ich liege pro Woche maximal zwei oder drei Nächte wach. Das geht also noch.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger kann ich leugnen, dass ich ungefragt/ungewollt/ungeahnt in eine (kleine) Lebenskrise geraten bin. Verständlich ist diese allemal, aber dieser Zustand ist unglaublich lästig/anstrengend. Ich hoffe, ich finde schnell Antworten auf die aufkommenden Fragen, mit denen mich mein Kopf immer wieder überrascht. Ich vermute, diese Krise gehört zur Trauerarbeit dazu?!

M ist heute nun sechzehn und Prinz zwei Wochen tot … einerseits will ich schnell wieder glücklich sein und eine neue Liebe finden, andererseits bin ich genau deswegen voller Schuldgefühle. Solche Gedanken zur jetzigen Zeit sind mit Sicherheit falsch!

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Filzweihnachtsbaum.
Ich hatte ihn vor ein paar Tagen auf irgendeiner Website gesehen und fand ihn augenblicklich super toll. Montag Nachmittag hing ich den Filzweihnachtsbaum nun an die Tür. (Ich weiß, es ist zu früh.) L schmückte ihn gleich und hatte dabei viel Spaß. (Dieser Baum kann ohne großen Aufwand so oft neu geschmückt werden, wie man lustig ist.)

Telefonat mit J.
Gestern Abend telefonierte ich lange mit meiner Freundin J aus Dresden. Ihr erster Remote-Uni-Tag verlief leider nicht so wie erhofft, denn das Portal stand den Studenten wegen eines Systemausfalls nicht zur Verfügung. Dies war ihrer ohnehin schon kaum vorhandenen Motivation nicht sehr zuträglich.

Laub kehren.
Ich liebe den Duft frischen Herbstlaubs. Und ich liebe es, Laub zu kehren und einzusammeln. Das ist ohne Witz meine liebste Tätigkeit bei allen Arbeiten, die ein Garten so mit sich bringt. Die Dämmerung und Dunkelheit hielt mich heute nicht davon ab, den Rasen und den Zufahrtsweg vom Laub zu befreien. (L übernachtete wieder bei ihrer Oma.) Zwischendrin bekam ich sogar Besuch von einer Katze. ❤
(Bei dieser Tätigkeit kann ich meinen Gedanken nachhängen und nebenbei etwas gegen meinen Perfektionismus tun. Denn egal wie blattfrei der Rasen ist, sobald der Wind weht, sieht es aus wie vorher. 😉 )
Selbst belohnt habe ich mich natürlich wieder mit Sushi.

Hinterlasse einen Kommentar