Tagebuch – Unsere Woche vom 19. bis 22. Oktober 2020

Alltagsschnipsel

Specht Ruprecht ist wieder da! Oder diesmal vielmehr ein Spechtpärchen. Die beiden haben ein riesengroßes Loch in den Dachstuhl unseres Hauses gehämmert und damit begonnen, einen Teil der Dämmung im Garten zu verteilen. Ich gehe davon aus, dass unsere Vermieter C und A sehr schnell Maßnahmen ergreifen werden, um schlimmeres zu verhindern.


L und ich kommen gut zurecht, auch wenn M seit Dienstag bereits fünfzehn (!) Wochen und Prinz eine Woche tot ist. Mir ist eine Parallele zwischen den beiden aufgefallen. Sowohl M als auch Prinz haben Monate vor ihrem Tod (unbewusst?) damit begonnen, Menschen, die sie lieben, von sich zu stoßen, also nicht mehr allzu nah an sich heranzulassen. Ich war zwar täglich für beide da und half, wo ich nur konnte, doch ich kam vor allem an M nicht mehr heran, egal was ich versuchte (und das war einiges) …

Was in den letzten vier Tagen schön war:

Spaziergang.
Am Montag Nachmittag kehrte ich mit L nach dem Kindergarten (das erste Mal in diesem Jahr) das Laub im Garten zusammen und sammelte die Walnüsse auf. (Beides zählt zu meinen liebsten Herbsttätigkeiten.) Bis zum Abend spazierten L und ich mit ihrem Roller dann noch durch den Park und besuchten die Drei Quellen.


Telefonat mit J.
Wir schafften es am Montag Abend wieder, anderthalb Stunden miteinander zu telefonieren. Nächste Woche geht in Dresden die Uni remote weiter. Ich bin nun Teil von Js Lernen-Gruppe, die einzig und allein zu ihrer Lernmotivation für das Semester ins Leben gerufen wurde.

Friedhof.
S holte mich am Dienstag Nachmittag von zu Hause ab. Wir fuhren gemeinsam zum Erfurter Hauptfriedhof, um Ms Grab zu besuchen. Ich organisierte im Blumenladen eine große (vielleicht etwas zu große) herbstliche Schale. S und ich machten uns anschließend auf den Weg zum Grab. (An dieser Stelle könnte ich mich nun darüber auslassen, wie sehr ich mich schäme. Aber das habe ich bereits zur Genüge getan.) Da ich in dieser Woche für den Friedhofsdienst eingeteilt war, verdrängte ich alle aufkommenden Gedanken und Gefühle, die beim Anblick des Grabes aufkamen, und widmete mich dankbar einzig und allein der Grabpflege. Ich bin S sehr dankbar, dass er mich zum Friedhof begleitet hat!

Laufen.
Die aufgestaute und überschüssige Energie vom Friedhofsbesuch ließ ich während eines kleinen Laufs (drei Kilometer in zwanzig Minuten) heraus und fühlte mich sogleich besser. Abends bestellte ich mir eine Portion veganes Sushi.

Bürohund.
Olli lernte ich am Mittwoch Vormittag kennen. Mit seinen zehn Monaten ist er zwar noch ein sehr junger Hund, doch er überragt Prinz bereits jetzt um einiges. Und er ist noch im Wachstum! Mein Kollege A wird ihn hoffentlich noch viel öfter mit ins Büro bringen. Als ich L abends davon erzählte, war sie sofort Feuer und Flamme. Sie will den Hund auch kennenlernen.

Telefonat mit meinem Bruder.
Auf dem Rückweg vom Spielplatz rief gestern Abend mein Bruder an. L quatschte ihn circa drei Viertel des Telefonats voll. Das war ein neuer Rekord. Wir tauschten uns über meinen geplanten Besuch in München und die steigenden Infektionszahlen aus. Auch hierfür hatte mein Bruder eine Lösung: Alle Bayern, die an seiner Geburtstagsfeier teilnehmen, also nahezu 95 Prozent der Gäste werden einen aktuellen Corona-Test vorliegen haben. Gespannt bin ich trotzdem, ob ich nächste Woche Freitag im Zug nach München sitzen werde …

Verabredung.
Erstmals besuchten L und ich heute Nachmittag M und seine Mama C in ihrer Wohnung. L war von den vielen Spielsachen begeistert, denn es waren für sie komplett unbekannte/neue. Am Abend fuhren wir zur Eisdiele nach Gispersleben und kauften den beiden eine Kugel Schlumpfeis im Waffelbecher mit gaaaaanz vielen bunten Streuseln.

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