Zwölf Wochen … oder vierundachtzig Tage waren am Dienstag bereits seit Ms Tod vergangen. Es ist unfassbar, wie schnell die Zeit vergangen ist und auch weiterhin vergeht. Ob man will oder nicht: Das Leben geht weiter.
L und ich spielen hin und wieder (am liebsten im Park) ihr ausgedachtes Papa-Spiel. Mittlerweile bin ich gefühlsmäßig so stabil, dass ich ihr den Wunsch nach diesem gemeinsamen Spiel gerne erfüllen kann. ❤
Ms Schwester wies mich gestern darauf hin, dass L womöglich ihre Kinderärztin wechseln muss. Durch Ms Tod verlor sie vor einigen Wochen ihr Recht, privatversichert zu sein (und ist nun über mich familienversichert). Ihre Kinderärztin behandelt lediglich und ausnahmslos privatversicherte Kinder … oder Selbstzahler. Bisher sind unsere jährlichen Kinderarztkosten sehr überschaubar. Ich liebäugele somit mit der letzteren Variante. Ls Kinderärztin ist zudem wirklich gut. Ich werde trotzdem noch eine Weile darüber nachdenken (müssen).
Heute trudelte ein Schreiben einer Abrechnungsstelle bezüglich der Kosten für Ms Hautarztbesuch im Mai oder Juni ein. Die Stelle berief sich auf Paragraf 1357 BGB und verlangt von mir trotz der Erbausschlagung die Zahlung der Behandlungskosten. Ich sehe mich nicht in der Verpflichtung, irgendetwas zu bezahlen. Die Angelegenheit werde ich schnellstmöglich dem Nachlassverwalter übergeben. (Ich gehe davon aus, dass Ms Krankenkasse den Betrag schon längst auf sein Konto überwiesen hat. Ich habe auf dieses seit über zwei Monaten keinen Zugriff mehr, der Nachlassverwalter hingegen schon.) Dennoch belasten mich solche Schreiben sehr. Sie setzen mich unter Druck und rauben mir Energie. Ich will das nicht!
Was in den letzten drei Tagen schön war:
Neue Mitarbeiter.
Am Montag Vormittag trudelte (endlich) der unterschriebene Arbeitsvertrag unseres neuen PO ein. Am Nachmittag gewannen wir eine neue Designerin dazu. Beide beginnen bereits am Donnerstag (1. Oktober). ❤
Sport.
Gestern war ich motiviert … und hatte Zeit nur für mich allein. Diese Energie nutzte ich für acht Sportübungen, aufgeteilt auf vier arm- und vier beinlastige. Heute hatte ich Muskelkater. 🙂
Telefonat mit J.
Über zweieinhalb Stunden telefonierte ich am Dienstag Abend mit J (aus Kassel). Sie teilte mir mit, dass sie derzeit überlegt, sich ein neues berufliches Standbein aufzubauen. Ihre Idee ist wirklich sehr gut. J lud (L und) mich zu sich nach Kassel ein. Sobald mir das möglich ist, werde ich darauf zurückkommen. 🙂
Rummel.
Ich versprach L, dass wir am Mittwoch nach dem Kindergarten auf den Rummel (Erfurter Altstadtherbst) gehen. Rein zufällig ging Ls Kindergartenfreund Y mit seinen Eltern heute auch hin. L und ich fuhren Prinz nach Hause und trafen die drei eine Dreiviertelstunde später auf dem Domplatz. Gemeinsam schauten wir uns alles an und fuhren mit dem ein oder anderen Fahrgeschäft. Vermutlich gehen L und ich morgen gleich wieder hin.

Telefonat mit meinem Bruder.
Wir brachten uns heute Abend auf den neuesten Stand. M wird definitiv Anfang November nach Erfurt kommen. Ob ich Ende Oktober zu ihm nach München fahren kann, steht wegen Prinz und dem Verlauf der Corona-Pandemie noch in den Sternen.
