Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 77

Alltagsschnipsel

Wir nähern uns allmählich dem Vierteljahr. M ist heute vor elf Wochen in den frühen Morgenstunden mehr oder weniger plötzlich, zumindest aber zur Überraschung aller einschließlich ihm verstorben. In diesen elf Wochen ist unglaublich viel passiert. Nach und nach kehrt wieder Ruhe in mein Leben ein und doch wird mich das Thema Nachlass noch einige Zeit beschäftigen. Das Familiengericht hat nun einen Nachlasspfleger bestellt, der gestern unsere Wohnung und Ms Fahrzeuge besichtigte. Er hat nun acht Wochen Zeit, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen. Erst nach Vorlage dieses Verzeichnisses wird das Familiengericht entscheiden, ob auch für L das Erbe ausgeschlagen wird. So lange ist ihre Ausschlagungsfrist gehemmt.

Dass ich gelegentlich blauäugig durchs Leben gehe, merkte ich gestern wieder während des Besuchs des Nachlasspflegers. Die von M vor zwölf Jahren an unsere Vermieter entrichtete Kaution für die Wohnung wird nun von diesen an den Nachlasspfleger zurückgezahlt werden müssen. Das bedeutet für mich im Umkehrschluss natürlich, dass ich zeitnah eine neue Kaution bei den beiden hinterlegen muss. Da ich durch die Intrige der ehemaligen Muttergesellschaft gezwungen war, das Erbe auszuschlagen, erhalte ich logischerweise nicht einen einzigen Cent. Auch die Witwen- und Halbwaisenrente wurde von Seiten der Deutschen Rentenversicherung abgelehnt.

Heute Nacht schlief ich nicht sonderlich gut. Gegen halb zwölf wachte Prinz auf und war für einige Zeit im Garten verschwunden. Ich musste ihn sogar suchen. Dadurch wurde ich wieder richtig wach. Gegen halb vier träumte L schlecht und fing an zu weinen. Bis zum Weckerklingeln befand ich mich nur noch in einer Art Halbschlaf. Meine Gedanken kreisten unaufhörlich vor allem um die ehemalige Muttergesellschaft. Ich musste feststellen, dass mein Hass auf diese weiterhin in gleicher Intensität besteht. Zudem traf mich die Erkenntnis hart, dass sie mir nahezu alles Positive genommen haben.

Die Zaunarbeiten am Grundstück haben begonnen …


Was heute schön war:

Malerarbeiten.
Ich war heute nützlich(er). Da L ihren Dienstag wieder mit Ms Mama verbrachte, konnten J (aus Dresden) und ich gemeinsam das Wohnzimmer streichen. Wir sind sehr gut vorangekommen und werden diese Woche auch fertig. Zur Belohnung und Motivation gab es abends Sushi.

Vorher – Nachher

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