Ausgeknockt …
… fühlte ich mich am Sonntag, als mich Krämpfe und Schmerzen abends ans Bett fesselten. Ich musste die arme L etwas länger als sonst vor dem Fernseher parken, weil ich nicht so oft aufstehen wollte/konnte. Ausnahmsweise (und sehr zu ihrer Freude) durfte sie ihr Abendbrot auch beim Serien schauen essen.
Ein wenig Unbehagen fühlte ich am Wochenende vor dem bevorstehenden Arbeitstag am Montag, dem letzten Tag des Monats August. Denn dieser Tag war für sechs unserer Kollegen der letzte. Das bedeutete, Schlüssel, Notebooks und sonstiges Zubehör mussten an mich zurückgegeben werden. Glücklicherweise verlief die Rückgabe der Geräte ereignis- und einigermaßen emotionslos. Ich hatte mich somit mal wieder umsonst verrückt gemacht.
Am Tag unseres beruflichen Neubeginns (1. September 2020) lag Ms Tod bereits acht Wochen zurück. Oder anderes formuliert: Meine Kollegen und ich haben es innerhalb von nur acht Wochen geschafft, Ms Lebenswerk aus den Händen der Muttergesellschaft zu befreien. Das fühlt sich verdammt gut an. Auch wenn Ms Firma nie wieder das sein kann, was sie mal war, bin ich doch optimistisch, dass wir etwas tolles neues kreieren werden.
Die kleine Katja in der großen, weiten Männerwelt!
Dieser Gedanke kam mir kürzlich ganz plötzlich in den Sinn. Durch meine neue berufliche Stellung hat sich für mich eine unsichtbare Tür geöffnet, und zwar eine in die große, weite, bunte, schillernde Männerwelt. Ich weiß noch nicht, ob ich das gut finde. Das gilt es nun herauszufinden. Ich muss nun für mich entscheiden, wie weit ich mich in diese neue Welt hineinwage. Wäre ich ein Mann oder zumindest eine Frau ohne Kind stünden mir vermutlich noch weitere Türen offen. L ist mir aber zu wichtig, um mich nur noch dem Beruflichen zu verschreiben. … Trotzdem mag ich die Männer und ihre Welt. Spannende Zeiten sind das, die auf mich zukommen werden!
Am Mittwoch folgte ich (endlich) meinem inneren Drang und schloss ein Abonnement bei Spotify ab. Ich habe diesen Dienstleister mindestens sechs oder sieben Jahre lang konsequent ignoriert. Innerhalb weniger Minuten füllte sich meine erste Playlist auf über dreißig Songs. Voll cool! 🙂
Ich mache mir große Sorgen um meinen alten Prinzi. Die Wunde am Hinterbein heilt nur schleppend/mäßig und sieht immer noch übel aus. Meine Freundin aus Dresden J äußerte ihren Verdacht: Prinz könnte unter Demenz leiden. Und ich fürchte, sie hat Recht. Alle genannten Symptome passen sehr gut auf Prinz’ Verhalten. Er ist vor allen Dingen nachts unglaublich unruhig, kann sein kleines/großes Geschäft nicht mehr halten, leidet noch stärker als sonst unter Trennungen … Ich könnte die Aufzählung ewig fortführen.
Um weniger Arbeit zu haben und meine Nerven zu schonen, bestellte ich waschbare Windeln für Prinz. Die trägt er seit ein paar Tagen überwiegend während der Autofahrt. Ich bin gespannt, ob sich die Investition gelohnt hat. Schlimmer, als zweimal täglich den Kofferraum des Autos von seinem Hundekot zu befreien, kann es kaum werden …
Obwohl ich erst vergangene Woche das Paket nach Dublin bei der Post aufgab, kam die Kaffeemaschine bereits an. S und R bauten sie in ihrer Küche auf … und stellten fest, dass sie nicht funktioniert/defekt ist. Das ist … super blöd. (M hatte diese Kaffeemaschine im Frühjahr gekauft, allerdings nie in Betrieb genommen.)
Seit einigen Tagen ist bei mir das Thema Trauer sehr präsent. Das ist gut so. Ich lasse meine Gefühle meist direkt an Ort und Stelle heraus. Das mag in Zukunft für den ein oder anderen komisch/ungewohnt sein, scheint für mich aber der beste Weg zu sein. Ich spüre, dass Verdrängen und Unterdrücken schlecht für mich wären. Meine aufkommenden Gefühle sind unglaublich verschieden. Bei einigen dieser Gefühle fühle ich mich schlecht oder teilweise sogar als Verräterin. Besonders verwirrte mich die Erkenntnis, dass ich nicht für die nächsten Monate, Jahre, Jahrzehnte oder sogar für immer alleine (ohne Mann) sein möchte.
Was in den letzten sechs Tagen schön war:
Erinnerungen.
L schwelgte wieder in Erinnerungen an ihren verstorbenen Papa. Sie kann sich nach wie vor an jedes noch so kleine Detail erinnern – zum Beispiel an die lustigen Kissenschlachten, die sie sich gelegentlich am Abend mit M lieferte.
Während eines Spaziergangs in der Mitte der Woche spielte ich auf Ls Wunsch hin ein von ihr ins Leben gerufene Papa-Spiel. Wir taten dabei so, als sei M noch am Leben, gesund und würde bald von der Arbeit nach Hause kommen. In Wirklichkeit überraschte uns M aber im Park und spielte mit L. (Dieses Spiel fiel mir unglaublich schwer. Ich biss jedoch die Zähne zusammen und erfüllte L den Wunsch nach diesem Spiel.)
Badewanne.
Die Badewannen-Saison ist bei uns offiziell wieder eröffnet. Am Sonntag regnete es ab dem Nachmittag unaufhörlich in Strömen. L, Prinzi und ich befanden uns zu dieser Zeit mit Ms Mama, C und ihrem Sohn M auf dem Indianerspielplatz im Steigerwald. Nass (trotz Regenjacke) und komplett durchgefroren kehrten wir gegen 17:00 Uhr nach Hause zurück und wärmten uns in der Badewanne auf.
Neubeginn.
Vor exakt zehn Jahren gründete M sein Einzelunternehmen. Diese Historie und den Neubeginn mit unserem neuen Partner nahmen wir am Dienstag zum Anlass, um ordentlich zu feiern. Nach einem sehr produktiven ersten Arbeitstag in kleinerer Runde (ich habe schon seit unglaublich vielen Monaten nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Tag) trafen wir uns alle am Abend vor dem Dompalais. Bei leckerem Essen und viel zu viel gutem Alkohol quatschten wir über vier Stunden über Berufliches, Privates oder Gott und die Welt. (Danke an C und A, die sich in dieser Zeit so lieb um Prinzi kümmerten. L übernachtete wieder bei ihrer Oma.)
Zwei Tage später übernahm mein Bruder, der am Mittwoch Abend nach Erfurt reiste, die Bespannung von L und Prinzi. ❤ Ich machte mich gegen 17:30 Uhr auf zu meinem nächsten Event: der Business Lounge. Diese Veranstaltung wurde von einem unserer Kunden ausgerichtet. Ich erschien in Begleitung der beiden Hauptansprechpartner unseres neuen Partners. Bei interessantem Essen, diversen Gesprächen und ersten neuen Kontakten war es auf einmal da: das Gefühl, beruflich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich fühlte mich erleichtert, frei und glücklich. ❤
Sport.
Ich konnte zwar nur einmal in dieser Woche ein paar Sportübungen mit in den Alltag integrieren, dennoch ist einmal besser als keinmal. Vorsatz für kommende Woche: zweimal Sport.
Grillabend.
Direkt nach dem Kindergarten fuhr ich mit L zu meinen Eltern. Mein Bruder, der kurz vorher Prinz entgegennahm, war ebenfalls beim Grillnachmittag und -abend dabei. Es gab wieder viele leckere Sachen zu futtern. Mein Bruder und meine Mama spielten viel mit L. Ich hatte somit kaum etwas zu tun außer herumzusitzen und zu essen. 🙂







