Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 36

Alltagsschnipsel

Wow! Ich fühle mich ein wenig … ach ich weiß auch nicht so genau. Es ist ein bisschen wie „Stell dir vor, du veranstaltest eine Party und keiner geht hin“. Heute fand ich heraus, dass unser Team gar nicht gerettet werden will. (Ja, ich hätte die vergangenen fünf Wochen nutzen können, um jeden Einzelnen zu fragen. Habe ich aber nicht. Und das merke ich jetzt beziehungsweise fällt meinem Kollegen M und mir nun auf die Füße.) Diese Option gab es schlicht und ergreifend nicht in meinem Kopf. (Das Problem habe ich öfters: Wenn ich mir manches nicht vorstellen oder gar in Erwägung ziehen kann, dann ploppt so eine einfache Idee wie das Fragen der Mitarbeiter nun mal einfach nicht auf.)
Ein Teil ist vorsichtig optimistisch und gibt dem „neuen Weg“ zumindest eine Chance. Tausend Dank! Ich bin euch dafür sehr dankbar. Der andere Teil ist aus (nachvollziehbaren) Gründen im (persönlichen) Chaos versunken und stellt nunmehr alles infrage.
Ich schäme mich! Ich schäme mich sogar sehr! Wie konnte ich nur so arrogant sein zu glauben, unser Team möchte als Einheit fortbestehen?! Warum, warum hatte ich im Vorfeld nicht einfach gefragt?! 
Ändern kann ich diesen Fehler natürlich nicht mehr, aber ich werde nun umso mehr kämpfen. Ich kämpfe für diejenigen, die uns einen Vertrauensvorschuss geben werden. Ich kämpfe für eine bessere berufliche Zukunft! Ich kämpfe für das Wohl des Teams! Ich kämpfe für den Erhalt von Ms Lebenswerk, nicht für M, sondern für mich. Weil ich es will. Weil ich das Potential sehe. Weil ich an den neuen Partner glaube. Amen.

Was heute schön war:

Gespräche.
Um 11:00 Uhr war ich heute telefonisch mit meinem Kollegen S verabredet. Wir unterhielten uns eine Stunde. S gab mir unglaublich wertvolle Hinweise, die ich aktuell, aber vor allem in Zukunft berücksichtigen werde. Ich danke ihm sehr für seine offenen Worte.
Mittags fragte ich spontan meinen Kollegen A, ob er Zeit für einen Call hätte. Und das hatte er. In ihn konnte ich bisher am wenigsten „hineinschauen“. Sehr zu meiner (positiven) Überraschung sprachen wir fast eineinhalb Stunden miteinander. Auch dieses Gespräch war wirklich sehr hilfreich. Ich wusste schon immer, wie notwendig es ist, Gespräche mit dem Team zu führen, aber wie wichtig es wirklich ist, bemerkte ich erst heute.
Um 13:30 Uhr (verabredet waren wir eine halbe Stunde eher; sorry) sprach ich schließlich mit meinem Kollegen/Freund F. Er radelte extra mit seinem schicken E-Bike zu mir nach Hause. Sein Input war dem von S und R vom Vortag sehr ähnlich. Auch dieses Gespräch war sehr gut. Als dunkle Wolken aufzogen, verabschiedeten wir uns sicherheitshalber. Ich glaube, F kam noch trocken zu Hause an …

Gewitter.
Es donnerte bereits, als ich kurz vor halb vier im Kindergarten ankam. L saß ängstlich auf dem Schoß ihrer Erzieherin C. Kaum saßen L und ich im Auto, begann es leicht zu regnen. Da wir auf dem Rückweg im Stau standen, kamen wir in den Genuss des Gewitters und des Starkregens, der zeitweise dafür sorgte, dass ich nur 30 km/h fuhr. Ich freute mich trotzdem über den vielen Regen.

Lego.
Heute machte es mir großen Spaß, gemeinsam mit L im Kinderzimmer zu spielen. Ich setzte mich auf den Teppich und baute aus Lego Häuser. Das war entspannend. L spielte Kindergarten. Ich war die Erzieherin … beziehungsweise eben auch nicht, da ich Lego baute. L schien das nicht zu stören. Sie war mit meinem „Einsatz“ zufrieden. Mama glücklich, Kind glücklich, was will man mehr?! 😉

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