Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 35

Alltagsschnipsel

Nun sind fünf Wochen seit Ms Tod vergangen. Das Leben ging und geht weiter. Erst seit Kurzem finde ich Zeit zum Trauern. An M denke ich dennoch jeden Tag. Er ist allgegenwärtig, immer präsent und fehlt mir so sehr. In einem verzweifelten Moment kontaktierte ich neulich Dr. Google zum Thema Seelenverwandtschaft/Seelengefährten. M und ich hatten uns immer (zu) gut verstanden und uns prima ergänzt. Deswegen kam ich überhaupt erst auf diese Idee. (Und weil die Vorstellung so romantisch ist.) Ein paar der genannten Punkte auf den seriöser klingenden Seiten passen, aber schlauer bin ich trotzdem nicht.


Wie von mir vom zweiten/einzigen Geschäftsführer erwartet wurde, fanden Prinz und ich uns heute Morgen im Büro ein … und waren ganz allein. Es war zudem unglaublich warm. (Wir müssen dringend (!!!) die Lamellen wechseln.) Und das WLAN war sehr schwach. Ich kam über Slack in keinen Call rein. Frustriert machte ich mich eine Stunde später auf den Weg nach Hause – dort funktionierte wenigstens das Internet. Wieder ein merkwürdiger Start in den Arbeitstag.

Was heute schön war:

Gespräch.
Mittags traf ich meinen Kollegen/Freund R. Wir gingen in das Café, das ich das erste und zugleich letzte Mal mit M besuchte. Ich aß Folienkartoffeln mit Kräuterquark. R und ich unterhielten uns über die berufliche Zukunft.

Tierarzt.
Es ist wirklich so schön, wieder mehr Zeit zu haben: für mich, für L, aber eben auch für Prinz. Zuletzt war Prinz 2018 zu einem Alterscheck beim Tierarzt. Der heutige Besuch war somit überfällig. Wir liefen 15:30 Uhr los, waren die ersten (!) im Wartezimmer (das gab es in den letzten acht Jahren noch nie) und verbrachten dennoch drei Stunden beim Tierarzt. Prinz wurden die Krallen verschnitten. Ihm wurde zudem zweimal Blut abgenommen. Gewogen und untersucht wurde er ebenfalls. Und er bekam (zum Testen) ein Cortison-Medikament mit, das in Zukunft seine Arthrose-Schmerzen erheblich lindern könnte. Es soll ein wahres Wunder-/Zaubermittel sein. ❤ Ob er auch ein Schilddrüsenmedikament benötigt, erfahre ich am Donnerstag.


Treffen mit S.
Am Abend (L hatte heute wieder ihren Oma-Tag mit Übernachtung) traf ich mich mit meiner Kollegin/Freundin S am Domplatz. Ich fuhr mit dem Fahrrad in die Stadt. (M wäre stolz auf mich.) Ganz spontan und rein zufällig (ja, wirklich!) landeten wir bei Koko Sushi, bekamen einen Tisch im Außenbereich und futterten leckeres Essen.
Genau dort trafen wir auf N, der für sich und Grundschul-/Orchester-J vorbestelltes Sushi abholte. J, wenn du das liest: Wir kommen euch am Freitag, 21. August, im Garten besuchen. 😉 Auch mit S sprach ich hin und wieder über die berufliche Zukunft, aber auch viel privat. Wir landeten nach dem Essen auf der Krämerbrücke und waren ob der zahlreichen Menschen verwirrt. Es war Dienstag. Es war fast halb zehn abends. Was also machten all diese Menschen hier?!
Prinz war in der Zeit des Treffens etwa vier Stunden alleine zu Hause … und hat meine Abwesenheit komplett verschlafen. ❤ (Trotzdem danke an unseren Vermieter A, der ein Ohr auf Prinz hatte und ihn zu sich nach oben geholt hätte, hätte er sich bemerkbar gemacht.)

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