Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 28

Alltagsschnipsel

Vier Wochen.
Wow! Die letzten vier Wochen sind wirklich unfassbar schnell vergangen. Es gab nach wie vor keinen Tag, an dem ich nicht an M dachte. Ich vermisse ihn sehr. Gleichzeitig bin ich aber auch dankbar. Dankbar, dass er keine Spielfigur mehr in diesem intriganten Spiel um seine Firma ist. Dankbar, dass er das ganze Drama um sein Erbe, ja um sein Lebenswerk nicht mehr (physisch) miterleben muss. Allmählich kann ich um ihn oder besser um uns/um unsere schöne, witzige, abenteuerreiche und kunterbunte Beziehung trauern. Der Verlust schmerzt jeden Tag ein bisschen mehr. 
Auch wenn ich nicht in die Zukunft schauen kann, würde es mich nicht wundern, wenn ich mit M meine letzte Liebesbeziehung geführt habe. Natürlich wird mich der ein oder andere für diese Aussage belächeln. Ich bin zweiunddreißig und habe im besten Fall noch um die fünfzig Lebensjahre vor mir. Ich bin aber komisch, zumindest aber sehr altmodisch/konservativ. Es fühlt sich (im Moment) einfach nicht richtig an. Ich wurde zwar verlassen. Aber eben auf eine andere Art und Weise als die Durchschnittsfrau. Eines weiß ich heute aber mit Bestimmtheit: Wenn es jemals wieder einen Mann in meinem Leben gibt, dann hat es mich wirklich richtig heftig erwischt.

Telefonat.
Mit etwas Unbehagen telefonierte ich heute am späten Mittag mit unserem verbliebenen Geschäftsführer. Ich stellte mich auf alles ein, wurde zu meiner Überraschung aber weder entlassen noch durch das Telefon gezogen. (Mein Kollege M meinte im Nachhinein, dass keiner von uns in der nächsten Zeit entlassen werden kann.) Nächste Woche arbeite ich wieder. Ich werde mich meinen Kollegen zuliebe zusammenreißen und auf ein gutes Ende/einen sehr guten Neuanfang hinarbeiten.

Ausmisten.
Heute nahm ich mir das Schlafzimmer vor. Ich räumte einen Großteil von Ms Kleidung in Säcke und brachte sie anschließend mit Prinz und dem Bollerwagen zur Kleiderspende in der Nähe. Ich habe einige von Ms Kleidungsstücken/meinen Lieblingsklamotten behalten. Die befinden sich nach wie vor in seinem Schrank und werden dort auch noch seeeehr lange bleiben. Das Ausmisten fiel mir leicht. Ich hänge emotional einfach nicht an solchen Dingen. Das war schon immer so.

Was heute schön war:

Oma-Tag für L.
Es ist Dienstag. Dienstag ist Oma-Tag mit Übernachtung. Kurz nach halb zehn am Vormittag machte sich Ms Mama mit L auf den Weg zur Haltestelle am Gothaer Platz. Sie fuhren bis ins Rieth und trafen dort auf eine Freundin von Ms Mama nebst Enkelin. Gemeinsam spazierten sie auf dem Geraradweg. L hielt laut Aussage von Ms Mama gut durch.

Spaziergang.
Kurz nachdem L mit ihrer Oma das Haus verlassen hatte, spazierten Prinz und ich durch das Wohngebiet. Insgesamt war ich mit ihm heute dreimal draußen. Es erinnerte mich an unsere gemeinsame Zeit vor vier bzw. fünf Jahren. ❤

Telefonat mit J.
Mittags telefonierte ich fast zwei Stunden mit J (aus Dresden). Leider wird sie im August nicht noch mal nach Erfurt kommen. Allerdings werden wir uns sicherlich im September und/oder Oktober wiedersehen.

Telefonat mit meinem Bruder.
Gegen 16:30 Uhr telefonierte ich mit meinem Bruder. Er erzählte von seinem Workshop in Konstanz. Sobald mein Leben wieder „normal“ verläuft, werde ich ihn – vermutlich gemeinsam mit L – dorthin begleiten. Mal sehen was der Coach alles aus mir heraus kitzelt …

Netflix.
Ich konnte heute fünf (!!!) Folgen meiner Serie schauen. Ohne Störung. Unfassbar.

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