Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 10

Alltagsschnipsel

Zehn Tage ist Ms Tod nun schon her. Es ist in dieser kurzen Zeit unglaublich viel passiert. Des Öfteren verspürte ich den Drang, M aufzusuchen und ihm von dem ein oder anderen Ereignis zu erzählen. Wir standen ja über Jahre im ständigen Austausch und teilten nahezu alles miteinander. Dass dies nun nicht mehr möglich ist, schmerzt mich und fehlt mir sehr. Nicht nur mein Ehemann ist fort, sondern eben auch mein bester Freund!

War ich die ersten Tage nach seinem Tod noch voller Tatendrang, merke ich nun immer deutlicher, dass ich mich kaum noch für irgendetwas (berufliches) motivieren kann. Dank meines Bruders bin ich nun zu der Erkenntnis gelangt, dass das auch nicht schlimm ist. Es dankt mir später (vermutlich) sowieso keiner. (Das bedeutet natürlich nicht, dass ich aufgegeben habe. Ich schmiede im Hintergrund weiter an eigenen Plänen – nur etwas langsamer. Lediglich meine Trauer/(Körper-)Gefühle/Gedanken haben mehr Raum zum Atmen erhalten.)

Schlechte Laune.
L war heute ziemlich nölig, und zwar den ganzen Tag über. Das war für uns alle ein wenig anstrengend. 

Was heute schön war:

Gemeinschaft.
Ich bin dankbar, hier zu Hause nicht alleine zu sein, und freue mich jeden Tag sehr über den Besuch. L wird auch in den nächsten Tagen immer jemanden zum Spielen haben und ich jemanden zum Reden.

Telefonat mit meinem Bruder.
Wir telefonierten spontan ab 20:30 Uhr. L schaute in dieser Zeit ein paar Folgen „Peppa Wutz“. Unser „kurzes“ Telefonat endete trotzdem erst nach einer Stunde. Nächste Woche Dienstag kommt M für ein paar Tage nach Erfurt. Darüber freue ich mich sehr!

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