Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 9

Alltagsschnipsel

Der liebe R kam heute Morgen 08:30 Uhr kurz zu uns nach Hause und brachte mir zwei Sachen für Ms Trauerfeier vorbei. (Wie ich ihm gestern ankündigte, befand ich mich noch im Schlafanzug.) 

L und ich frühstückten wieder oben bei C und A und begrüßten die gestern spät abends eingetrudelten Albaner U, E und K.

Um zehn hatte ich meinen ersten Termin mit Ms Schwester und einer ihrer Freundinnen, die sich beruflich um Finanzen kümmert. Es tat gut, einfach miteinander zu sprechen. Leider ist das Thema Erbe antreten – ja/nein zu komplex. Ich brauche für diese Entscheidung die Meinung sämtlicher Berater.

Trauerredner.
Mittags kam der Trauerredner für Ms Trauerfeier zu uns nach Hause. Ms Schwester war bei diesem Treffen mit dabei. (Und ihr kleiner Sohn M, der aber friedlich nach einem Spaziergang schlief.) Gemeinsam schwelgten wir in Erinnerungen und lieferten, denke ich, guten Input für seine Rede. Wir einigten uns auf drei Musiktitel, die M definitiv gefallen würden. Der Trauerredner ist mit Baujahr 1980 noch recht jung, also „in unserem Alter“. Er hinterließ bei uns einen guten Eindruck. Auch seine Ideen hinsichtlich des Aufbaus seiner Rede gefielen Ms Schwester und mir.

Krankenkasse.
Mein letzter Termin war mit (m)einer Versicherungsmaklerin. Durch Ms Tod hat L nun keinen Anspruch mehr, in der privaten Krankenversicherung zu sein. Binnen weniger Minuten stellte ich mit der Maklerin Ls Vertrag ruhend und schloss noch die ein oder andere Zusatzversicherung für sie ab. L ist ab sofort über mich familienversichert. (Es ist nicht unwahrscheinlich, dass L und ich dieses Jahr beide zurück in die private Krankenversicherung wechseln. Das wird sich aber erst in diesem Quartal entscheiden. Warten wir es also ab!)

Erschöpfung.
Meine Motivation, irgendetwas sinnvolles zu tun, war auch heute kaum vorhanden. Immerhin schaffte ich es, einen Anwaltstermin für nächste Woche zu vereinbaren.
Auch die Deutsche Rentenversicherung bzw. ein Ansprechpartner kümmerte sich rührend um uns. Obwohl ich weder mit Witwen- noch Halbwaisenrente rechne, werden in Kürze diese beiden Anträge gestellt und geprüft. Vielleicht hat L Glück … 
Etwas geärgert habe ich mich über unseren zweiten (nunmehr alleinigen) Geschäftsführer. Er bat mich um Übersendung von Ms Testament bzw. um den Erbschein. Ich frage mich tatsächlich, für wie blöd ich gehalten werde. Vor einigen Tagen übersandte ich ihm Ms Sterbeurkunde. Mehr steht ihm nicht zu und mehr wird er nicht erhalten. 

Nachbarplausch.
Plausch ist das absolut falsche Wort für die traurigen Dinge, die ich von einem unserer Nachbarn erfahren habe. Nach der Beileidsbekundung teilte er mir mit, dass nur ein Haus weiter vergangenen Sonntag der Papa (nach einer Chemotherapie) gestorben sei. Er hinterließ eine Ehefrau und drei (!) Söhne. Die Jungs sind allerdings bereits Teenager. Vermutlich wird die Frau das erst vor einigen Jahren gekaufte Haus alleine nicht mehr halten/finanzieren können. Obwohl diese Familie auch ziemlich nah an unser Grundstück wohnte, wusste ich bis heute Abend nichts von der Erkrankung.Auch dem Vater des Nachbarn, mit dem ich sprach, geht es aufgrund einer Demenzerkrankung zunehmend schlechter. Seine Familie rechnet täglich mit seinem Ableben.

Was heute schön war:

Zeit für L.
Trotz meiner drei Termine hatte ich heute erstmals wieder Zeit, mit L zu spielen. Draußen spielten wir überwiegend Lady Bug. Überraschenderweise war ich Lady Bug, während L in die Rolle des Cat Noir schlüpfte. Drinnen spielten wir Lego. (Ich liebe Lego.)

Media Markt.
Keine Ahnung, wie S das geschafft hat, aber der Media Markt nimmt unser Monstrum von Fernseher tatsächlich zurück. Somit entfällt schon mal ein Kredit. L und ich werden nun erstmal ohne Fernseher auskommen müssen, aber wir haben ja noch den Mac, das iPad …

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