Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 116

Alltagsschnipsel

Sickerblutung.
Nachts um 02:00 Uhr rief mich M vom Wohnzimmer aus. Wie eine Mama bei ihrem Baby wachte ich sofort auf und ging zu ihm. Beim Anblick seines blutenden Halses stieg leichte Panik in mir auf. Wir stellten allerdings schnell fest, dass die Blutung bereits wieder aufgehört hatte. Ich brachte M ins Bett, deckte ihn zu … und fand selbst kaum Schlaf in dieser Nacht. Meine Sorge um M war zu groß. Außerdem hielt mich seine laute Atmung (sein Schnarchen) vom Einschlafen ab.

Ich stand gegen um sieben auf, ging mit Prinz ein wenig draußen spazieren, weckte anschließend L und fuhr mit ihr kurz nach halb neun zum Kindergarten. L versteckte sich hinter meinem Rücken, als eine Erzieherin die Tür öffnete, und weinte kurz darauf. Sie tat mir leid, jedoch war mein Tag voller Termine. Ich hätte mich heute nicht um meine kleine L kümmern können. Als ich wenig später zu Hause eintraf, hatte Prinz (trotz des Spaziergangs am Morgen) sein großes Geschäft im Flur verrichtet.

Verordnung.
Bereits halb acht morgens rief ich bei unserer Allgemeinmedizinerin an. Ich sprach mein Anliegen (eine rückdatierte Verordnung für Ms Wundreinigung) auf den Anrufbeantworter. Ich nahm am Daily teil und arbeitete bis mittags. Eine Rückmeldung von der Hausärztin erhielt ich nicht. Da Rezepte und Verordnungen montags nur von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr abgeholt werden können, fuhr ich halb eins rum zum Büro. Dort übergab ich meinem Kollegen F ein Smartphone für einen unserer Kunden. Ich lief zum Steuerbüro, übergab einer Mitarbeiterin den von M und ME unterzeichneten Jahresabschluss und machte mich auf den Weg zur Hausärztin. Nach Prüfung der Unterlagen teilte mir die Ärztin mit, dass ich heute keine Verordnung ausgehändigt bekommen würde. Sie schlug jedoch vor, morgen Vormittag auf einen Hausbesuch vorbeizukommen.

Studie.
Auf dem Rückweg zum Auto telefonierte ich lange mit einer Studienärztin der Charité. Wir sprachen über Ms Gesundheitszustand, seine körperliche Verfassung und Organisatorisches. Zu Hause schickte ich den letzten Arztbrief des Helios Klinikums per Mail an einige Charité-Ärzte und brachte die CT-CD zum Briefkasten. (Ich bin immer noch wütend, dass ICH das erledigen musste. Ich verstehe nicht, weshalb das Helios Klinikum die Unterlagen nicht der Charité übermitteln konnte/wollte.)

Besprechung.
Ich holte L gegen viertel nach vier am Nachmittag vom Kindergarten ab. Wir fuhren nach Hause. Ich zog M an, gab Prinz, der allein zu Hause bleiben musste, vorzeitig sein Fressen und fuhr mit M und L zum Büro. Während M und S meinem M die zwei Etagen nach oben halfen, brachte ich L zu meinen Eltern. M und ich nahmen zweieinhalb Stunden an einem beruflichen Termin teil. Da meine Nacht nur so mittel war, wurde ich kurz nach 18:00 Uhr müde und konnte mich kaum noch konzentrieren. M konnte seine Augen kaum offen halten, schloss sie des Öfteren und atmete laut/schnarchte. Er meinte aber, dass er nicht schlief. Ich glaube ihm das. Ihn zu diesem Termin begleitet zu haben, war falsch. Wir hätten ihn absagen, zumindest in einen Call abändern müssen. M ging es nicht gut. Dieser (sinnfreie) Termin war sehr anstrengend für ihn.

Kurz nach 20 Uhr holte ich L bei meinen Eltern ab. M und S blieben solange bei M im Büro und warteten auf unsere Rückkehr. Erst halb neun abends waren M, L und ich wieder zu Hause. Der arme Prinz war viereinhalb (!) Stunden alleine in der Küche. Ein Großteil des Küchenbodens war mit seinem Kot übersät, der restliche Boden war kotverschmiert. Ich half M auf die Couch, schrubbte während eines Schreianfalls von L den Küchenboden, zog ihr anschließend die Schlafsachen an und machte ihr eine Serie auf dem iPad an. Dann hatte ich endlich Zeit für den armen M, der total erschöpft auf der Couch lag. Ich half ihm bei den Medikamenten sowie der Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme. Gegen 21:30 Uhr leierte ich mir eine Tiefkühl-Pizza rein und ging mit L schlafen.

Eckdaten M.
geschlafen: mit Pausen nahezu den ganzen Tag 
gegessen: um die 900 kcal
getrunken: viel 
bewegt: Schritte in der Wohnung, im Garten und im Büro mit zahlreichen Stufen

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