Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 112

Alltagsschnipsel

Auch heute Morgen hielt sich Ls Begeisterung, in den Kindergarten zu gehen, in Grenzen. Gemeinsam mit mir frühstücken wollte sie auch nicht. Also saß ich allein am Esstisch aka Arbeitsplatz, aß eine Scheibe Toast, trank eine große Tasse Cappuccino Schoko und lud die letzten Belege für die Buchhaltung hoch. L ließ sich etwas später dazu überreden, aufzustehen und sich anzuziehen. Kurz nach halb neun saßen wir im Auto. L aß auf der Fahrt eine Scheibe Toast. Im Kindergarten angekommen, versteckte sie sich hinter mir, als die Erzieherin der Nachbargruppe die Tür öffnete, und brach schließlich in Tränen aus. Mein armes kleines Mädchen. Todunglücklich verließ ich den Kindergarten und machte mich auf den Heimweg zu M.

Abstimmung.
Ms und mein zweiter Termin am Vormittag war ein Call mit unserem Rechtsanwalt. Nach dem langen Telefonat war das Hochgefühl vom ersten Termin etwas gedämpft. Die abgeschlossenen Verträge mit der Muttergesellschaft sind laut Anwalt Knebelverträge und mit einem Gefängnis vergleichbar. Als wir zweieinhalb Stunden später wieder zu Hause waren, hatte Prinz sein großes Geschäft in der Küche verteilt und es breitgetreten. Die Küche musste aber sowieso gewischt werden, von daher nahm ich es einigermaßen gelassen.

Eckdaten M.
geschlafen: ausreichend, aber nur auf der Couch ohne Wechsel zu uns ins Bett
gegessen: 665 kcal Nahrungsbeutel; ein zweiter Nahrungsbeutel wurde spät abends angehängt
getrunken: zu wenig
bewegt: Schritte in der Wohnung, im Garten und im Büro mit zahlreichen Stufen

M und ich werden die Ernährung bzw. die Kalorien hochfahren (müssen). Siebenhundert Kalorien pro Tag sind auf Dauer zu wenig und würden ihn früher oder später umbringen. Wir probieren nun, anderthalb bis zwei Nahrungsbeutel über die PEG-Magensonde über den Tag verteilt anzuhängen. Zusätzlich probieren wir, weitere Kalorien über die Huel-Getränke aufzunehmen. (Sein vom Helios Klinikum errechneter Bedarf liegt bei circa zweitausend Kalorien pro Tag.) Hoffen wir, dass es klappt!

Was heute schön war:

Büro.
M und ich hatten vormittags zwei berufliche Termine und fuhren nach langer Zeit wieder ins Büro. (Den Briefkasten habe ich bei der Gelegenheit gleich geleert. Nach knapp vier Monaten schaffte ich es auch, meinem Kollegen F den Briefkastenschlüssel zu geben. Yeah!) Im Büro trafen wir unsere Kollegen F und S, die sogar so lieb waren, M die Stufen hinaufzuhelfen. Leider blieb heute keine Zeit zum Quatschen. Beim nächsten Mal klappt es aber bestimmt wieder.

Aussichten.
Mit einer sehr wichtigen Person sprachen M und ich über die berufliche Zukunft und das weitere Vorgehen. Uns wurde die volle Unterstützung zugesichert. Weitere Ideen und Möglichkeiten erfuhren wir auch, die M selbst noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Nun warten wir den morgigen Tag ab und schauen, ob es neue Ergebnisse von der Muttergesellschaft gibt. Es bleibt somit weiterhin (nervenaufreibend) spannend.

Mittagskind.
L verbrachte heute nur drei Stunden im Kindergarten. Ms Mama holte sie bereits nach dem Mittagessen ab. Am Nachmittag ging L mit ihrer Oma, ihrer Tante und ihrem Baby-Cousin in die Stadt. Sie kauften für M ein Paar Sandalen, die sich an mehreren Stellen verstellen lassen und M sicherlich trotz seiner Wassereinlagerungen in den Füßen passen dürften. Abends gab es super leckeres Essen, das M für L, seine Mama und mich bestellte. ❤

Spaziergang.
Ich nutzte das schöne Wetter und spazierte mit Prinz am Nachmittag in Richtung Sparkassenfinanzzentrum, um aktuelle Kontoauszüge für die Firma zu holen. (Es liest sich entspannter als es letztendlich war. Ich musste den armen Prinz stellenweise trotz seeeehr gemächlichem Tempo hinter mir herziehen.)

Telefonat mit U.
Abends saßen M und ich gemeinsam auf der Couch und sprachen mit U überwiegend über unsere berufliche Situation bzw. die Geschehnisse. Mit viel Glück können uns U, E und K in Kürze in Erfurt besuchen. Das wäre schön.

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