Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 111

Alltagsschnipsel

M und ich haben (unbeabsichtigt) die Nacht durchgemacht. Erst gegen ein Uhr morgens war unser Filmabend beendet. Diesmal schlief M nicht auf der Couch weiter, sondern begleitete mich ins Bett. (Wir hatten schließlich Unmengen an Platz, da L bei Ms Mama schlief.) Wie im Ferienlager oder auf Klassenfahrt quatschten M und ich im Dunkeln weiter. Als wir die Gespräche schließlich einstellten, war es schon halb drei. Beim Aufwachen fünf Stunden später merkte ich deutlich, dass ich noch müde war. Schön war unser gestriger Abend trotzdem. ❤

Tag der Rettung.
Heute wurde Prinz wieder ein (Menschen-)Jahr älter. Vor exakt acht Jahren holten wir unser Alf-Double mehr oder weniger spontan aus dem Erfurter Tierheim zu uns. (Das Zubehör, eine gut gefüllte Kiste mit Dingen, die ein Hund brauchen könnte, kauften wir immerhin schon am Tag zuvor bei Fressnapf.) Wir (Ich) beschlossen damals, diesen Tag der Rettung/Befreiung zukünftig zu seinem Geburtstag zu machen. Prinz ist nun ungefähr zwölf Jahre alt. (Sein Alter wurde vor acht Jahren anhand des Zustands seiner Zähne von einem Tierarzt geschätzt.) Alles Gute und weiterhin eine schöne Zeit bei uns, lieber Prinz! (Wir wissen, dass du es nicht immer leicht mit uns hattest.)


Ms Mama brachte L am Morgen in den Kindergarten. Der Schnupfen bzw. die Vorstufe davon ist seit gestern wieder verschwunden. L machte auch zu keiner Zeit einen kränkelnden Eindruck – im Gegenteil. 😉 Bevor ich L kurz nach 15:00 Uhr vom Kindergarten abholte, hielt ich kurz beim Helios Klinikum und holte Ms CT-CD ab. Diese bzw. den darauf befindlichen Inhalt schicken wir noch diese Woche zu unserem Charité-Arzt.

Bluttransfusion.
M hatte die Anweisung, bis zur Bluttransfusion am Mittag genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ich bin sehr stolz auf ihn, denn er nahm über die PEG-Magensonde einen Liter auf. Leider konnte ich ihn heute nicht in die onkologische Praxis begleiten. Er fuhr mit dem Taxi hin (und am Nachmittag auch wieder zurück). Blöderweise war der Aufzug, der ihn in den ersten Stock, in dem sich die Praxis befindet, fahren sollte, defekt. (Gestern funktionierte er noch problemlos.) Verzweifelt teilte M mir dies per iMessage mit. Ich rief daraufhin in der Praxis an und erklärte, dass M es nicht alleine die Treppe hinauf schafft. Ich bin immer wieder von dem Einsatz dieses Teams begeistert. Mit einem Rollstuhl bewaffnet, hievten Ms Ärztin und eine Schwester M Stufe für Stufe die Treppe hoch. Unglaublich! 

Auf dem Weg zum Helios Klinikum rief mich eine Kundin an und fragte nach dem Sachstand bezüglich eines Projektes. (Ich wollte zunächst den Anruf nicht entgegennehmen. Da es allerdings auch ein wichtiges Telefonat M betreffend hätte sein können, nahm ich den Anruf entgegen.) Zuständig für die Beantwortung der Frage der Kundin, die einen recht schroffen/zickigen Tonfall an den Tag legte, ist mein Kollege M, der sich diese Woche im Urlaub befindet. Ich hatte bereits am gestrigen Tag zwei Kollegen des Teams um Informationen gebeten, doch auch diese waren nicht up to date. Dies teilte ich der Kundin mit. Mit dieser Antwort gab sie sich absolut nicht zufrieden. Alles in mir sträubte sich, M in seinem wohlverdienten Urlaub mit solch einer Lappalie zu belästigen. (Ich tat es letztendlich trotzdem.) Leider ist das Telefonat eskaliert. Ich bin mir nicht sicher, ob es alleine meine Schuld ist. Die Kundin hat mich definitiv auf dem falschen Fuß erwischt. Ich mache mir seit dem Nachmittag jedenfalls große Vorwürfe, die Geschäftsbeziehung zum Kunden zerstört zu haben. (Die Kundin äußerte sich sehr eindeutig in diese Richtung.) Ich werde mir das Gespräch auf jeden Fall noch mal durch den Kopf gehen lassen und schauen, wie es für mich beruflich weitergehen kann. Kunden zu vergraulen ist ein absolutes No-Go!

Seit diesem schlimmen Telefonat wurden der Nachmittag und Abend noch enttäuschender/stressiger. Ich hätte bei diesem schönen Wetter so gern zusammen mit L gespielt. Sie wollte unbedingt auf einen Spielplatz gehen. Leider musste ich sie schon wieder enttäuschen und zurückweisen. Unsere Muttergesellschaft verlangte vom Steuerbüro bis morgen die aktuelle Buchhaltung. Ich arbeitete bis 21:30 Uhr, damit dem Steuerbüro die Belege schnellstmöglich zur Verfügung stehen und diese morgen die Buchungen vornehmen können. (Ich weigerte mich zunächst, mich nach einem anstrengenden Tag, an dem ich bereits gearbeitet hatte, nochmals für mehrere Stunden hinzusetzen. Als M schließlich meinte, dann müsse er es machen, knickte ich ein. Die Buchhaltung ist auch nicht sein Aufgabengebiet.)

Neben der Zeit, die mir mit L verloren ging, blieb auch wieder keine Minute übrig für ein paar Sportübungen. Dabei wäre es so wichtig. 

Ich gebe es zu: Ich habe mich heute eine zeitlang selbst bemitleidet. Ein paar Tränen sind auch geflossen. Das Gefühl, niemandem gerecht werden zu können, bleibt hartnäckig bestehen.

Eckdaten M.
geschlafen: auf der Couch während des Großteils unseres Filmabends; von 02:30 Uhr bis 09:30 Uhr im Bett
gegessen: 665 kcal Nahrungsbeutel 
getrunken: ausreichend 
bewegt: Schritte in der Wohnung, im Garten und in der Arztpraxis

Was heute schön war:

Sushi.
Heute Mittag aß ich den Rest des am gestrigen Abend bestellten Sushis. Das war super!

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