Was für ein anstrengender Vormittag! Dabei begann der Tag alles andere als stressig.
Aufgewacht sind L und ich gegen acht Uhr. Wir alberten noch eine halbe Stunde im Bett herum, ehe wir aufstanden und M weiterschlafen ließen. Noch im Schlafanzug räumte ich im Wohnzimmer Ms Platz auf, stellte fest, dass er das einhundertste Mal in Folge vergessen hatte, das Heizkissen auszuschalten, wischte über den Tisch, die Couch und den Fußboden und hängte einen neuen Nahrungsbeutel nebst Schlauchsystem an den Infusionsständer. Ein frisches Handtuch legte ich ihm auch bereit. Bevor ich unter die Dusche hüpfte, putze ich das Waschbecken und reinigte die Toilette. Ich hatte mich nach dem Duschen gerade angekleidet, als die Post klingelte. Ich riss mir das Handtuch vom Kopf und lief der Postbotin barfuß und mit ungekämmten Haaren entgegen. (Das passiert mir öfter. Ich habe hier keinen Lerneffekt.) Anschließend bereitete ich für L und mich das Frühstück vor, das wir draußen im Garten einnahmen.
Wir erfreuten uns gerade am Katzenbesuch, als der Pflegedienst klingelte. Ms Verbände am Hals und im Portbereich müssen täglich gewechselt und die Wunden fachmännisch gesäubert werden. Als die Pflegerin zwanzig Minuten später ging, baute ich für M den Liegestuhl im Garten auf und stellte den Infusionsständer dazu. Ich wollte mit Prinzi gerade spazieren gehen, als M meinte, dass er noch seine Medikamente einnehmen muss. Es war bereits mittags halb eins. Gut, dachte ich, erst die Medikamente, dann Prinz. (Leider muss ich auch die Einnahme der Medikamente zur vom Krankenhaus vorgegebenen Zeit überwachen und M bei der Einnahme unterstützen. Viele Tabletten müssen im Mörser zerkleinert werden, damit sie über die PEG-Magensonde aufgenommen werden können, ohne dass der Schlauch dabei verstopft.) Während ich mich durch den Arztbrief mit den zig angegebenen Medikamenten kämpfte, war L sehr wütend, weil ihr keiner genügend Aufmerksamkeit schenkte. Sie schrie lautstark und knallte in unserer Wohnung die Türen. (Mich um die rechtzeitige Einnahme von Ms Medikamenten zu kümmern, hatte dennoch Vorrang.)
Eine halbe Stunde später waren (fast) alle Medikamente eingenommen. Ich kochte M eine Kanne Tee. Gerade als ich das Salz hinzufügen wollte, rutschte mir der Salzstreuer aus der Hand, knallte auf die Kanne und ließ diese dabei zu Bruch gehen. Der heiße Tee verteilte sich auf der Arbeitsplatte, lief die Küchenschränke herunter und tropfte auf den Fußboden. Ich wischte alles auf und setzte erneut Teewasser auf. Währenddessen konnte Prinz sein großes Geschäft nicht mehr halten und hinterließ drei Haufen im Wohnzimmer und Flur. Nachdem ich dieses Missgeschick beseitigt und die Böden gesäubert hatte, begann es draußen zu tröpfeln. Also stellte ich den Liegestuhl unter das Vordach und räumte den Infusionsständer zurück in die Wohnung. L erinnerte mich daran, dass sie hungrig sei. Ich kochte uns Nudeln mit Tomatensoße und stellte fest, dass der Regen schon wieder vorbei war. Ich baute für M erneut den Liegestuhl auf und holte den Infusionsständer aus dem Wohnzimmer.
Dann war der Wahnsinn endlich vorbei und der restliche Tag sehr viel besser. L und ich aßen im Garten unser Mittagessen und M gesellte sich ebenfalls zu uns nach draußen. Er ließ erst Flüssigkeit und später den Nahrungsbeutel laufen.

Eckdaten M.
geschlafen: ausreichend; auf der Couch eingeschlafen; um 04:00 Uhr zu uns ins Bett gewechselt
gegessen: 665 kcal Nahrungsbeutel, Eis
getrunken: ausreichend, aber deutlich weniger als gestern
bewegt: Schritte in der Wohnung und im Garten
M geht es nach eigener Aussage von Tag zu Tag besser. Das freut mich wirklich sehr!
Was heute schön war:
Katzenbesuch.
Als L und ich heute Morgen gemütlich draußen frühstückten, hörten wir eine Katze miauen. Natürlich machten wir uns gleich auf die Suche, woher diese Geräusche kamen. Es dauerte nicht lange, bis L und ich die süße Katze fanden. Was für eine Freude! L war ganz aus dem Häuschen. (Sie wünscht sich selbst eine eigene Katze.) Anfangs bekam Prinzi den Gast auf seinem Grundstück nicht mit. Ihm entging jedoch nicht, dass wir anderen uns merkwürdig verhielten. Er entdeckte die Katze, durfte sie allerdings nicht jagen. (Ich hielt ihn am Geschirr fest.) Ich wollte L den Spaß nicht verderben.
Besuch im Juli.
Wahrscheinlich kommen uns T und J (mit ihren Eltern?) im Juli besuchen, und zwar genau in der Kitaschließzeit. L (und uns) wird somit nicht langweilig werden. ❤
Spielplatz.
Da der angekündigte Regen und das Gewitter auf sich warten ließen, machten sich L und ich am Nachmittag auf den Weg zum Spielplatz. Leider stand der Eiswagen der Bäckerei Rüger nicht am Parkeingang. (Ich hatte heute extra ein wenig Geld eingesteckt.) Wir besuchten den Spielplatz in der Elisabethstraße. Spontan schaute auch mein Bruder vorbei, der bis morgen wegen einer Geburtstagsfeier in Erfurt ist. Er konnte L bei der „Feuerwehrstange“ behilflich sein. Beim ersten Donnergrollen mussten wir uns aber gleich auf den Heimweg machen, da L Angst hatte. Wir waren kaum zu Hause, als es zu regnen begann. Glück gehabt!




