Heute Morgen wachte ich mit leichten Kopfschmerzen auf. Diese blieben auch den ganzen Tag über hartnäckig bestehen. Mein Körper zeigt zwar schon seit Wochen auf die ein oder andere Art an, dass ihm die Ereignisse/mein Alltag allmählich zu viel werden, doch in den letzten achtundvierzig Stunden ist alles um ein Vielfaches stärker geworden. Ich spüre, dass ich mich allmählich dem Ende meiner Kräfte nähere. (Leider kann mir niemand unter die Arme greifen, da es sich aktuell überwiegend um beruflichen Stress handelt.) Ich bin so froh, dass Wochenende ist!
Doch mein Mitleid gilt nicht mir, da ich weiß, dass es auch wieder ruhigere Zeiten geben wird. Mein Mitleid und Mitgefühl gilt M. Am liebsten hätte ich ihn gleich heute Vormittag raus in den Garten begleitet, ihn in eine Decke eingekuschelt und mit seinem aktuellen Buch auf den gemütlichen Liegestuhl gelegt und zu den von mir vorgegebenen Zeiten für Nahrung und Flüssigkeit gesorgt. Stattdessen musste M ab 09:30 Uhr für drei Stunden im dunklen Arbeitszimmer sitzen und arbeiten. Sein Arbeitstag ging bis zum frühen Nachmittag. In unserer Gesellschaft darf niemand krank sein und am besten auch keine Kinder haben! Das habe ich in den vergangenen Tagen wieder überdeutlich zu spüren bekommen. (Im Liegestuhl im Garten saß M trotzdem noch, wenn auch erst kurz 17:00 Uhr.)
Seit 08:30 Uhr hing ich heute am Telefon. Es musste privat sehr viel organisiert werden. Hinzu kamen unzählig viele (wichtige) berufliche Telefonate. Ich habe zwar viel gemacht, aber nichts sinnvolles/produktives. Von (beruflichem) Telefonat zu Telefonat wurde es immer frustrierender. Die schlechten Nachrichten rissen einfach nicht ab. Und wieder einmal konnte M eine Lösung hervorzaubern. Er ist wirklich genial.
Sehr enttäuscht war ich über den Verlauf des Vormittags. Ich wollte drei Stunden in zwei Blöcken arbeiten und in den Pausen dazwischen mit L im Garten spielen. Stattdessen musste sie fünf Stunden am Stück fernsehen. Ich hatte keine freie Minute. Ich fühle mich deswegen sehr schlecht. Hätte ich das gestern geahnt, hätte ich sie heute in den Kindergarten gebracht. Dort wäre sie wenigstens gut aufgehoben gewesen.
Eckdaten M.
geschlafen: ausreichend; allerdings viel im Sitzen; ein Umzug ins Bett erfolgte erst 06:00 Uhr morgens
gegessen: 268 kcal Müller Milch Erdbeere, 665 kcal Nahrungsbeutel, mit einem zweiten Nahrungsbeutel begonnen
getrunken: ausreichend
bewegt: Schritte in der Wohnung und im Garten
Was heute schön war:
Netzwerk.
Ich freue mich, dass wir ab sofort nicht mehr in die Notaufnahme eines Krankenhauses gehen müssen, wenn es M schlecht(er) geht. Wir können bei Bedarf rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche einen Arzt des Palliativteams anfordern. Dieser würde einen Hausbesuch machen und entscheiden, ob M ambulant behandelt werden kann oder ob er in ein Krankenhaus muss.
Gesundheitsdienst.
Ich bin mit dem Service von Anfang an sehr zufrieden und wurde auch heute nicht enttäuscht. Erst am Morgen schickte ich an unseren zuständigen Ansprechpartner unsere „Wunschliste“ bestehend aus Nahrung, Schlauchsysteme, Flüssigkeitsbeutel etc. Bereits vier Stunden später stand alles einsatzbereit in unserer Wohnung.
Oma/Opa-Tag für L.
Am Nachmittag fuhr ich mit L zu meinen Eltern. Diese hatten ein Planschbecken aufgebaut, Kuchen organisiert und uns für das Abendessen eingeplant. Ich aß ein Stück Kuchen und fuhr zurück nach Hause zu M. Gegen halb sieben am Abend war ich zum Essen wieder bei meinen Eltern.

Wir haben Holz vor der Hütte! 
L hat sich eine Treppe gebaut

Schock am Abend! 
Dennoch ist es das erste Mal seit acht Jahren, dass die fliegenden Ameisen außerhalb unserer Wohnung schlüpfen … Wenn das kein Grund zur Freude ist, weiß ich auch nicht. 😉
