Als ich heute Morgen erwachte, spürte ich immer noch die Schmerzen beim Schulterblatt. Vormittags saß ich für mehrere Stunden in ungesunder, soll heißen nicht ergonomischer Haltung am Esstisch aka Schreibtisch und arbeitete. Gegen Mittag stellte ich fest, dass die Schmerzen so gut wie komplett weg sind. Und was lerne ich daraus? Der ergonomische Arbeitsplatz wird überbewertet und ich sollte öfter arbeiten. 😉
Tränen.
Ich brachte L kurz vor neun in den Kindergarten. In Empfang genommen wurde sie heute von ihrer Lieblingserzieherin. L schaute sie schüchtern an, dann wieder mich, dann wieder C … und dann kullerten die Tränen. Ich nahm mein kleines, liebes Mädchen in den Arm, knuddelte sie ganz fest und sprach ihr Mut zu. Im Auto kamen mir dann auch ein paar Tränen. Solche Momente sind immer etwas zu viel für mein Mamaherz.
Vergessene Visite.
M meldet sich über den Tag verteilt sehr wenig bei mir. (Natürlich höre ich schon drei oder vier Mal täglich kurz von ihm, aber für seine Verhältnisse schreibt er auffallend selten.) Ich machte mir deshalb seit ein paar Tagen etwas Sorgen, doch M meinte, er spüre, dass es wieder bergauf geht. Ich war erleichtert … bis ich ihn nachmittags im Krankenhaus sah. Ich weiß nicht so recht, was ich erwartet habe. Vielleicht dass er häufiger zu Fuß geht anstatt den Rollstuhl zu benutzen? Vielleicht dass die Wassereinlagerungen in den Füßen zurückgegangen sind? Vielleicht dass er zwei Nahrungsbeutel täglich schafft und gut verträgt? Vielleicht dass er allmählich wieder zunimmt? Leider trifft nichts von alledem zu. (In dem Moment war ich doch erleichtert, dass er gestern nicht beurlaubt worden ist.)
Als ich am Nachmittag zu Besuch kam, hatte er die mühevoll über die Magensonde aufgenommene Nahrung erbrochen und musste sich ein paar Minuten lang davon erholen. Ich wusch ihn kurz darauf und zog ihm frische Kleidung an. Auch als ich kurz vor 18:00 Uhr das Krankenhaus verließ, war noch kein Arzt bei ihm. Das sollte für den Rest des Abends auch so bleiben. M fasste es später in seiner Nachricht an mich gut zusammen: Er gilt im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie als austherapiert und ist somit bei diesen Ärzten abgeschrieben. Morgen muss allerdings ein Arzt mit ihm reden, denn wir kennen das aktuelle Ergebnis der Blutkultur (Portbereich) immer noch nicht. Ohne dieses Ergebnis DARF M nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden. (Was ist eigentlich aus den Tests bei der Darmuntersuchung geworden? Hat die Charité das CT erhalten? Wann wird es ausgewertet? Wann wird uns dieses Ergebnis mitgeteilt?)
Ich bin wirklich froh und dankbar, dass sich unsere Familien so sehr um uns kümmern und uns unterstützen. Dennoch wäre es schön, nicht mehrmals pro Woche Beleidigungen und Merkwürdigkeiten an den Kopf geknallt zu bekommen. Das kostet mich nur unnötig Kraft. Ich habe keine Lust auf solche Spielchen!
Was heute schön war:
Vorlesezeit.
L und ich starteten den Tag sehr angenehm. Bei einem Stück Benjamin-Blümchen-Torte lasen wir zwei Geschichten aus ihrem neuen Vorlesebuch. ❤
Arbeit.
Ich habe viel geschafft. Vor allen Dingen konnte ich heute endlich eine wichtige Aufgabe zum Abschluss bringen. Diese nahm im Juni leider mehr Zeit in Anspruch als sonst. Ich freue mich!
Krankenbesuch.
Zweieinhalb Stunden verbrachte ich heute Nachmittag bei M. Wir erkundeten zu Fuß bzw. mit dem Rollstuhl das Helios-Gelände und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Ein paar organisatorische Dinge – sowohl beruflich als auch privat – konnte ich mit M ebenfalls klären.

Telefonat mit J.
Kaum zu Hause angekommen, schnappte ich mir Prinz, Leckerlies, Tüten und die Leine und machte mich auf den Weg zum Sparkassenfinanzzentrum. Unterwegs telefonierte ich mit J. (Leider gibt es in der Filiale keinen Einzahlungsautomaten. Das war … blöd.) J und ich schmiedeten unter anderem Pläne für meinen nächsten Dresden-Aufenthalt … im Jahr 2099 …?!
Sushi.
Weil L die Nacht wieder bei ihrer Oma verbringt, ich somit nicht teilen muss, und J erwähnte, vorgestern Sushi gegessen zu haben, dachte ich mir: Sushi?! Klar, warum nicht! Zum Abendbrot aß ich also mal wieder mein Lieblingsessen.

