Ich habe wieder sehr gut geschlafen. Aufgrund der Helligkeit wachte ich bereits 05:37 Uhr auf und war tatsächlich nicht mehr müde. Ich ahne schon, wer heute Abend als erste einschläft …
Die Gefühle von 2018 sind zurück. Vor zwei Jahren sorgte ich mich sehr um unseren Hund Prinz und rechnete beinahe monatlich mit seinem Ableben. Letztes Jahr hingegen war ich mir sicher, dass er noch eine Weile bei uns bleiben würde. Nun ist Prinz zwölf Jahre alt. Das Alter hat Spuren hinterlassen: er ist auf einem Auge nahezu blind, das andere hat Grauer Star, er ist auf einem Ohr taub, der Geruchssinn hat stark nachgelassen, er hat nur an wenigen Tagen Lust auf „große“ Spaziergänge und gibt sich eher mit zehn Metern rechts und zehn Metern links um unsere Haustür herum zufrieden, er verträgt kein rohes Fleisch mehr, er leidet öfter als sonst unter Durchfällen, er kann seinen Kot (und gelegentlich Urin) nicht mehr halten und hat nur noch wenig Kraft in seinen Hinterbeinen. Vergangenes Wochenende schlief er selbst für seine Verhältnisse sehr viel und sehr tief, sodass ich hin und wieder seine Atmung kontrollierte, weil ich mir so unsicher war, ob er überhaupt noch lebt. Ich wünsche mir, dass er noch eine Weile bei uns bleibt. Für ihn hoffe ich, dass er irgendwann einfach friedlich einschläft. (Ich weiß, dass das nur wenigen Hunden vergönnt ist. Prinz hätte es aber wirklich verdient. Vermutlich waren seine ersten vier Jahre sehr hart für ihn.
Gemeinsam mit der Physiotherapeutin konnte M heute wieder erste Schritte gehen. Es lief gut. M läuft nun wieder in seinem Zimmer umher. Der Rollstuhl steht dennoch in der Ecke bereit.
Was heute schön war:
Ms Nacht.
M schlief von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr in seinem Krankenhausbett. Ohne Unterbrechung! Wie wunderbar ist das denn?! Er bekam somit das erste Mal seit circa zwei Wochen acht Stunden Schlaf am Stück UND verspürte keinen (unnötigen) Drang, auf die Toilette zu gehen. Er meinte, dass dies heute Morgen sogar DAS Stationsgespräch bei den Schwestern war.
Gespräche.
Um zehn Uhr war ich bereits bei M im Krankenhaus. Wir hatten ein Gespräch mit dem Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie mit einer Ärztin und Schwester der Palliativstation. Es ging darum, wie M und ich in Zukunft besser unterstützt werden und an wen wir uns wenden können, wenn es M zu Hause wieder schlecht(er) geht. Uns wird nun ein Palliativteam zur Seite gestellt, das auch ärztliche Hausbesuche durchführt. So können wir uns zukünftig den Gang zur Notaufnahme sparen.Mit der Sozialarbeiterin haben wir am längsten geredet. Sie hat uns beraten, Tipps gegeben und versichert, dass wir sie jederzeit kontaktieren dürfen, wenn wir Hilfe benötigen. M hat nun eine Vorsorgevollmacht.
Krankenbesuch.
Unter Anwendung einiger Tricks und in Absprache mit den Stationsschwestern durften L und ich M am Nachmittag gemeinsam besuchen. (Normalerweise darf nur ein Besucher für zwei Stunden pro Tag pro Patient auf die Station kommen und ich war ja am Vormittag schon da.) L und ich tranken Heiße Schokolade und aßen Kuchen. L durfte eine Folge Pippi Langstrumpf und Yakari schauen. M war leider sehr müde und hat den Großteil unseres Besuchs verschlafen.
Telefonat mit J.
Seit mittlerweile sechsundzwanzig Jahren kennen wir uns. Ich freue mich so sehr, dass der Kontakt nie eingeschlafen ist. ❤ J erzählte mir heute alles über das Blutspenden.



