Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 98

Alltagsschnipsel

Ms Krankenhaustag.
Gegen ein Uhr nachts – ich befand mich schon im Land der Träume – schrieb mir M, dass er Angst vor seinem Bett hat. Zu dieser Zeit saß er bereits seit zwei Stunden auf der Toilette. Sobald er liegt, verspürt er den Drang, wieder ins Bad zu müssen, obwohl die Durchfälle seit Tagen nachgelassen haben, ja fast schon verschwunden sind. Am frühen Morgen teilte er mir mit, dass er erst 06:37 Uhr im Bett saß. Er war sehr enttäuscht von sich, dass er über fünf Stunden gebraucht hat, das Bad zu verlassen. Aktuell leidet er wieder stärker unter einer Fatigue, die für diese Antriebslosigkeit mit verantwortlich ist. 
Die Ergebnisse der Darmuntersuchung wurden ihm heute nicht mitgeteilt. Eine Auswertung des CT erfolgte zwar, war aber so schwammig/nichtssagend, dass wir abwarten müssen, bis die Charité die Bilder mit denen des vorherigen CT verglichen hat. Erst dann wissen wir, ob seine Metastasen gewachsen sind, ob es neue gibt etc. 
Die neue Nahrung verträgt M nach wie vor sehr gut.

Kindergarten.
Die ersten drei Tage sind schon wieder vorüber. Morgen und auch Montag bleibt L zu Hause. Sie hatte laut eigener Aussage Spaß im Kindergarten, hat viel mit ihren beiden besten Freunden Y und K gespielt und während der Mittagsschlafenszeit „gelauscht“ anstatt geschlafen. Nächste Woche besucht sie den Kindergarten von Dienstag bis Freitag.

Was heute schön war:

Krankenbesuch.
Um 13:00 Uhr hatten M und ich einen Termin bei einer Psychologin, den er gestern oder vorgestern vereinbarte. Wir sprachen unter anderem über den Arzt der Palliativstation und Ms Fatigue. Eine Stunde später kam eine Physiotherapeutin ins Krankenzimmer und machte mit M (und mir) leichte (Dehn-)Übungen. Morgen wird er mit Unterstützung versuchen, wieder langsam zu gehen. In seinen Füßen hat sich Wasser eingelagert. Entsprechend sehen diese auch aus. In der letzten halben Stunde, bevor ich aufbrechen musste, um L aus dem Kindergarten abzuholen, ging ich mit M, der im Rollstuhl saß, nach draußen an die frische Luft.

Fangen.
Obwohl es nachmittags in Strömen regnete, wollte L mit mir draußen spielen. Anfangs hatte ich nur mittel viel Lust darauf. Allerdings musste der arme Prinz vier Stunden alleine zu Hause bleiben und war entsprechend gestresst. Draußen konnte er allmählich wieder zur Ruhe kommen. L verarbeitete in ihrem Spiel die drei Tage Kindergarten. Darin kam auch Fangen vor.


Spiel des Jahres.
Vor einigen Jahren hatten M und ich die Idee, unsere Spielesammlung zu erweitern. Offenbar hat sich M wieder daran erinnert, denn am Abend trudelte das Spiel des Jahres von 1987 ein. ❤

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