Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 89

Alltagsschnipsel

Morgens um 06:58 Uhr wurden M und ich vom Pflegedienst aus dem Tiefschlaf gerissen. Ich mag solche Starts in den Tag überhaupt nicht, da eine gewisse Müdigkeit über mehrere Stunden hartnäckig bestehen bleibt und ich meist zu nichts zu gebrauchen bin. (Wir sind aber selbst schuld, denn wir wussten, dass der Pflegedienst um diese Zeit kommt und hätten uns einen Wecker stellen können.) 

Heute Abend kam der Pflegedienst wieder zu uns und hing den nächsten Beutel Ernährung an. Im Krankenhaus beinhaltete ein Beutel circa eintausend Kilokalorien, dieser leider nur fünfhundert. M wird nun tagsüber seine Ernährung entsprechend anpassen müssen. M und ich müssen generell zusehen, die Ernährung wieder in den Griff zu bekommen. Würde M weiterhin abnehmen, so sagte er mir, wäre er in einem Vierteljahr nicht mehr am Leben. Sein Körperfettanteil liegt aktuell bei fünf (!!!) Prozent. (Dieser sollte bei Männern zwischen acht und zwanzig Prozent liegen.)

Frisches Blut.
Gegen Mittag bekam M zwei (!) Beutel Blut per Transfusion. Er meinte, er spürte sofort, wie in seinem Gehirn die Lampen heller zu leuchten begannen.

Arbeit.
Alle Rollen liefen heute super: Ehefrau, Mutter, Pflegerin, Hundebesitzerin, Köchin, Hausfrau, Erzieherin, Sportlerin (…) – nur die Arbeitnehmerin scheiterte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das ändern kann. Die Erhöhung der Arbeitszeit hat zumindest gestern und heute nicht funktioniert. Die anderen auf mir ruhenden Aufgaben nehmen leider einen zu hohen Stellenwert ein und damit sehr viel Zeit in Anspruch. 

Was heute schön war:

Sport.
Es waren zwar nur wenig Wiederholungen pro Übung, aber besser als nichts. Ich freue mich trotzdem darüber.

Spielzeit.
L und ich haben heute sowohl drinnen als auch draußen viel miteinander gespielt. Ls Fantasie ist einfach genial. Ich habe nun schon über zehn Stories gesammelt. Jetzt brauche ich „nur“ noch Zeit, diese in Geschichten für Kinder zu verpacken.

Badewannenzeit.
Am Abend regnete es. (Ich freue mich darüber immer noch. Der Regen hat in den letzten Jahren gefehlt und ist mir mehr als Willkommen.) Sonderlich warm war es auch nicht (für mich), also gingen L und ich wieder baden. Dieses Mal blieben wir etwas länger in der Badewanne. Das war sehr entspannend.

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