Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 71

Alltagsschnipsel

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, kann ich nicht oft genug sagen, wie dankbar ich bin. 

Ich bin dankbar für unsere bezahlbare Wohnung in einer der besten Lagen Erfurts mit riesengroßem Garten. Wir müssen nur die Wohnungstür öffnen und können Prinz und L guten Gewissens draußen schnüffeln bzw. spielen lassen.

Ich bin dankbar für meine positive Einstellung in Zeiten des Zuhausebleibens. Täglich lese ich Berichte und Kommentare von Eltern, überwiegend Müttern, die die Zeit mit ihren Kindern nicht genießen können, da ihre Sorgen die Oberhand haben. Auch bei uns ist selbstverständlich nicht jeden Tag eitel Sonnenschein. Immerhin ist M schwer krank und ich habe inoffiziell auch den Status einer in Vollzeit arbeitenden Alleinerziehenden. Dennoch sind unsere Tage zu Hause stellenweise äußerst entspannend, schön und harmonisch. Mir wurde sozusagen noch einmal etwas Elternzeit geschenkt. Und diese Zeit nutze ich auch und mache das Beste daraus. Ich habe für mich auch wieder gemerkt, dass ich ein äußerst häuslicher Mensch bin und am liebsten für immer von zu Hause aus arbeiten würde. Ich habe sogar schon eins, zwei Ideen dafür im Kopf.

Ich bin dankbar für unsere Familie und unsere Freunde. In der schweren Zeit seit Ms Diagnose hatten und haben wir die beste Unterstützung, die man sich nur vorstellen kann. Dennoch habe ich erst seit ein paar Wochen das Gefühl, die Treffen mit der Familie wieder richtig genießen zu können. Vor Corona empfand ich es eher als eine Zusatzbelastung, eine Pflicht, die es zu erfüllen galt. Nun während Corona ist unser Alltag entschleunigt. Seit circa zwei Wochen ist das Treffen zwischen zwei Haushalten wieder erlaubt. Mittlerweile empfinde ich wieder Vorfreude, wenn wir Besuch bekommen. Auch Freunde treffen wir hin und wieder. L hat schon zweimal mit ihrem besten Freund Y auf dem Spielplatz gespielt. Ich genieße mein wöchentliches Telefonat mit meiner Freundin aus Dresden.

Pflegedienst.
Leider sind Ms Schleimhäute weiterhin angeschwollen. Seine Lippe ist doppelt so dick und seine Augen sind gerötet. Zudem bleibt aktuell weder Flüssigkeit noch Nahrung im Körper. Entweder erbricht er oder hat Durchfall. Aus diesem Grund haben wir heute noch mal den Pflegedienst bestellt, der M wenigstens Flüssigkeit per Infusion zuführen konnte.

Platten.
So viel zum Thema, ich fahre jetzt öfter mit dem Fahrrad zum Einkaufen. Heute bemerkte ich beim Hinterrad einen Platten. Da fahre ich einmal jährlich Fahrrad und dann passiert sowas. Bin gespannt, wie lange wie brauchen, den Reifen zu wechseln.

Was heute schön war:

Sport.
Heute habe ich Tag 29 meines Sportprogramms vollendet. Vor vier Tagen hatte ich damit begonnen 🙈 Nun steht für morgen nur noch eine Übung aus, dann wechsle ich das Trainingsprogramm, welches mir meine Freundin J netterweise ausgesucht hat. Ich bin schon sehr gespannt. Mein Ziel ist nach wie vor, wenigstens an sechs von sieben Tagen ein bisschen Sport zu treiben.

Erdbeerkuchen.
L und ich futterten heute Nachmittag je ein Stück Erdbeerkuchen, den meine Mama gebacken hatte. Wir lieben Erdbeerkuchen.

Grillfest.
Heute grillten wir noch mal gemeinsam mit unseren Vermietern C & A, die Cs Freundin und ihren Mann eingeladen hatten. Zum Nachtisch gab es sehr zu Ls Freude pikant gewürzte Erdnüsse.

Fledermäuse.
Kurz bevor L ins Bett ging – es war bereits 21:30 Uhr – entdeckte ich beim Nachputzen von Ls Zähnen eine Fledermaus, die draußen direkt vor unserem Fenster hin und her flog. Offenbar wohnt sie beim Fensterrollo. Ich machte M und L darauf aufmerksam und gemeinsam schauten wir den mittlerweile zwei Fledermäusen beim Fliegen/Spielen zu.

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