Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 70

Alltagsschnipsel

Neben- und Nachwirkungen der Chemotherapie.
Mein armer M! Seit gestern Morgen sind nahezu alle Schleimhäute des Körpers angeschwollen und entzündet. Seine Augen sind gerötet und seine Lippe ist aufs Doppelte angeschwollen. Er kann kaum trinken und essen und musste sich über den Tag verteilt auch einige Male übergeben. 😕 Ich hoffe, dass es ihm schnell besser geht. Er hatte sich so gefreut, wieder normal trinken zu können und wollte sich zum Vater-/Männertag ein paar Schlucke Bier genehmigen. Daraus wurde vorerst leider nichts.

Was heute schön war:

Schildkröte im Park.
Vormittags war ich mit L und Prinzi im Park. Überrascht war ich, wie schön die Freilauffläche für Hunde geworden ist. Ich meide diese Stelle mit Prinz nun schon seit Jahren. Heute war aber niemand mit seinem Hund dort und wir drei schauten uns um.Wenig später wurden wir von einer älteren Frau angesprochen. Sie trug einen großen Korb mit sich. Den stellte sie genau vor L und fragte, was das für ein Tier sei. L wusste natürlich Bescheid. Die Frau holte die Schildkröte heraus, setzte sie auf die Wiese und wir schauten alle zu, wie sie durch das Gras lief. Als die Frau mit ihrer Schildkröte weiterzog, verriet mir L ein Geheimnis: Sie will unbedingt eine Schildkröte haben! 😉

FKK-Saison.
Es war bereits am späten Vormittag so warm, dass L heute erstmals den ganzen Tag nackt im Garten spielend verbringen konnte. Nun kann sie auch den Wasserhahn, der zu unserem Brunnen gehört, alleine betätigen. L übte es gleich mehrfach, indem sie Eimer voll kaltes Wasser holte und über sich oder meine Füße kippte.

Familienausflug.
Mittags fuhren wir ein paar Meter zu Gartenanlagen in Waldnähe. Wir haben bei unserem kleinen Spaziergang wirklich sehr schöne Gärten gesehen. L wollte unbedingt ihr Fahrrad mitnehmen, allerdings ging es hinwärts stellenweise steil bergauf und rückwärts natürlich steil bergab. Den Rückweg nutzen wir, um Ls Bremstechnik zu verbessern und ihr Selbstvertrauen zu stärken. M lief einige Schritte voraus und L fuhr mit dem Rad den Hang hinab direkt zu ihm. War sie zu schnell oder vergaß zu bremsen, stoppte M sie. Wie er das mit circa vierzig Kilogramm Körpergewicht schaffte, blieb mir ein Rätsel.

Grillnachmittag mit meinen Eltern.
Am Nachmittag kamen meine Eltern zum Grillen vorbei. Wir erzählten viel, spielten mit L und aßen die leckeren Dinge. Obwohl M selbst nichts davon hatte, grillte er für uns. Es war eine sehr entspannte Zeit. Erst am Abend machten sich meine Eltern wieder auf den Heimweg.

Blumen gießen.
Kurz nach sieben kehrten unsere Vermieter von ihrem Fahrradausflug nach Hause. C fragte L, ob sie ihr wieder beim Blumen gießen helfen will. Natürlich wollte L das. 😊

Buchlektüre. 
Ich liebe und hasse die Tage, an denen mich ein Buch so fesselt, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen mag. (Aus mehreren Gründen lese ich meine Bücher nur noch auf dem Kindle.) An solchen Tagen fällt es mir besonders schwer, mich auf Ls Spiele einzulassen, da ich nebenbei (heimlich) weiterlese. Das Buch „Nachtchroniken. Wer will schon ewig leben?“ von Evita Sommer kann ich weiterempfehlen. Es war von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben.

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