Zum dritten Mal in dieser Woche fahre ich mit dem Zug von Erfurt nach Berlin, um M nach seiner schweren zehnstündigen OP vor zwei Tagen beizustehen und Gesellschaft zu leisten.
Heute ist Samstag. Ich bin wie unter der Woche 07:00 Uhr aufgestanden, machte mich im Bad zurecht, bereitete für L und mich ein kleines Frühstück zu, ließ Ls Kleidung in der Waschmaschine waschen und hängte sie auf. Morgen sind meine Sachen an der Reihe, denn von Montag bis Mittwoch fahre ich mit L und Ms Mama gemeinsam nach Berlin. Prinz wird entweder von meinem Bruder oder Anna aus der Tierpension bespaßt.
Gerade als ich das letzte Kleidungsstück auf den Wäscheständer hing, wurde L wach. Ich wollte, dass sie heute ausschläft, denn gestern war ihre Nase vom vielen Schnupfen rot. Glücklicherweise bekam sie heute Nacht keine erhöhte Temperatur.
L und ich öffneten gemeinsam ihre drei Adventskalender. Ein kleines Pixi-Minibuch zur Thematik Weihnachtsgeschenke und zwei Stück Schokolade aus dem Feuerwehrmann Sam und Paw Patrol Kalender, waren wie auch in den sechs Tagen zuvor ihre Ausbeute. Beim gemeinsamen Frühstück las ich aus dem kleinem Buch vor, während L nur etwas Schokolade und Pudding aß. Mir ist schon oft aufgefallen, dass sie morgens kaum Appetit hat.
Kurz nach halb zehn brachte ich L und Prinz zu Ms Mama, die so lieb war und die beiden heute bespaßt. Leider musste ich sofort los zum Hauptbahnhof, um den Zug nach Berlin noch zu erwischen.
Ich checkte am Rechner die Arbeitsmails. Sofort bekam ich Bauchschmerzen. Aktuell gibt es zwei/drei Mails, bei denen ich nicht weiß, wie wir die Anforderungen kurzfristig und zur Zufriedenheit aller lösen können. Mein Kollege M ist im wohlverdienten Urlaub. Ihn kann und will ich nicht fragen. Andere Ansprechpartner in der Firma gibt es nicht. Und M kann ich auch nicht fragen. Er hat es verdient, sich voll und ganz auf seine Genesung und Heilung, die wer weiß wie viel Zeit in Anspruch nehmen wird, zu konzentrieren. Also muss ich mir eine Lösung einfallen lassen. Da ich jedoch nächste Woche mindestens drei Tage ausfalle, werde ich noch heute oder morgen agieren müssen. Der Spagat zwischen Krankenbesuch, Kind- und Hundbespaßung, Haushalt und Arbeit ist derzeit eine echte Herausforderung. Auch ich selbst will ungern noch weiter zu kurz kommen. Sonst würde das sorgfältig errichtete Kartenhaus einstürzen.
Sobald der etwas verspätete Zug in Berlin ankommt, belohne ich mich wie auch schon gestern und vorgestern mit einer kleinen Sushi-Box. Dieses Mittagessen tut mir gerade sehr gut und schmeckt obendrein super lecker.
Erfreut bin ich, dass Ms Mama unsere Unterkunft von Montag bis Mittwoch, die nur einen Kilometer von M entfernt liegen wird, bezahlt. Da uns der liebe B am Montag nach Berlin fährt, fallen für die Anreise auch keine Zugkosten an. Wir müssen also lediglich noch eine Zugverbindung für Mittwoch von Berlin nach Erfurt buchen. Für L muss ich zum Glück nur den Sitzplatz bezahlen, da sie unter sechs Jahre alt ist.
M teilte mir heute Morgen mit, dass der Oberarzt ziemlich viel aus seinem Mund herausgeholt hat. Die Zunge ist nun auch wieder kleiner.
